Bundesliga

Atubolu und Freiburg bleibt krönender Abschluss verwehrt

Bittere Niederlage bei Union für den SC-Torwart und seinen scheidenden Trainer

Atubolu und Freiburg bleibt krönender Abschluss verwehrt

Bedient: Der SC Freiburg um Keeper Noah Atubolu (hinter Max Rosenfelder) verlor bei Union.

Bedient: Der SC Freiburg um Keeper Noah Atubolu (hinter Max Rosenfelder) verlor bei Union. imago images

Während die Berliner ausgelassen ihren Klassenerhalt in letzter Minute feierten, saß Noah Atubolu enttäuscht auf dem Rasen. Der ehemalige SC-Torwart Alexander Schwolow kam, um den aktuellen Freiburger Keeper zu trösten, gemeinsam mit Union-Maskottchen "Ritter Keule". Eine schöne Geste für den 21-Jährigen, der zum Ende seiner ersten Bundesligasaison als Nummer eins zum Helden hätte werden können, wenn ein anderer ehemaliger Freiburger, Janik Haberer, in der Nachspielzeit nicht noch getroffen hätte.

Zwei Elfmeter hatte Atubolu pariert, in der torlosen ersten Halbzeit gegen Josip Juranovic, und in der zweiten Hälfte beim Stand von 1:1 in der Nachspielzeit gegen Kevin Volland. Beim Abpraller vom Pfosten schaltete Haberer schneller als alle Freiburger und versenkte den Nachschuss.

"Wenn einer nachgelaufen wäre ...", bedauerte SC-Trainer Christian Streich. Dann wäre es für ihn ein schönerer Abschied geworden mit Platz acht und der möglichen Europapokal-Qualifikation. "In ein paar Tagen wird es hoffentlich ein bisschen relativer", sagte Streich, der am frühen Samstagabend "maximal enttäuscht" von sich war. Der Sport-Club beendete die Saison auf Platz zehn - auf dem er zuvor nur einmal gestanden hatte, am dritten Spieltag. Danach schwankten die Freiburger zwischen sechs und neun, immer in Reichweite der internationalen Ränge.

Heimspiele als Knackpunkt

Verspielt hat der Sport-Club eine bessere Platzierung aber nicht an der Alten Försterei, sondern vor allem in den beiden vorherigen Heimspielen. Streich fand es "unglaublich", dass sein Team keines der letzten fünf Spiele gewinnen konnte, besonders bitter sei das bei den Heimspielen gegen Heidenheim (1:1), "wo wir 90 Minuten auf ein Tor gespielt haben", und gegen Wolfsburg (1:2) gewesen, da hat der SC nach dem Platzverweis gegen Kiliann Sildillia das Spiel aus der Hand gegeben. "Wir hatten viele Verletzte, aber trotzdem hatten wir die Riesenmöglichkeit", betonte der SC-Coach.

Die Ausfälle in der Defensive konnten kompensiert werden, sie war am Ende der Saison wieder deutlich stabiler, aber in der Offensive haperte es. Auch in Berlin hat der Sport-Club wieder einige Torchancen liegenlassen, in der Anfangsphase durch Maximilian Eggestein und Roland Sallai, in der zweiten Halbzeit unter anderem durch den eingewechselten Michael Gregoritsch. Nur Außenbahnspieler Ritsu Doan traf bei Union, wie schon zuvor gegen Heidenheim per Kopf, obwohl er dafür mit 1,72 Meter nicht der prädestinierte Schütze ist. Der Japaner war der treffsicherste Freiburger in den vergangenen Wochen.

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"Es war keine gute erste Halbzeit, der Anfang war okay, dann war es 30 Minuten nicht gut, die zweite Halbzeit nach dem 1:0 wesentlich besser", erklärte Streich nach der Niederlage bei Union, "aber wenn du solche Gegentore kriegst, musst du dich nicht wundern, wenn du am Ende verlierst." Wie schon bei den beiden Fernschusstreffern der Wolfsburger Arnold und Lacroix in Freiburg war allerdings auch der Treffer von Union-Joker Benedict Hollerbach von der Strafraumgrenze in den Winkel einer, der ihm nicht so häufig gelingen dürfte. Das steigerte zusätzlich den Freiburger Frust nach ihrem verpatzten Saisonfinale.

"Vielleicht hat es ja auch etwas Gutes": Streich denkt an Schuster

"Ich war nicht in der Lage, die Energien so zu bündeln, dass wir in den Europapokal kommen", kritisierte sich der scheidende SC-Trainer. "Vielleicht hat es ja auch etwas Gutes, dass Julian und die Trainer beim SC jede Woche trainieren können", versuchte er auch die positiven Seiten zu sehen, dass sein Nachfolger Julian Schuster kaum englische Wochen haben wird, weil die internationalen Spiele wegfallen. Grundsätzlich habe er "keinerlei Bedenken, was jetzt kommt", sagte Streich, und fügte hinzu: "Die Entscheidung, jetzt beim SC Freiburg aufzuhören, ist genau die richtige. Darüber bin ich glücklich im Moment. Dass ich das erkannt habe, dass ich das entscheiden durfte, ist ein Geschenk - wer darf das schon."

Daniela Frahm

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin gegen SC Freiburg