Bundesliga

Atletico blitzte bei Bielefeld wegen Ortega Moreno ab

Wie geht es mit dem Keeper weiter?

Atletico blitzte bei Bielefeld wegen Ortega Moreno ab

Hielt seinen Kasten gegen Freiburg mal wieder sauber: Stefan Ortega Moreno.

Hielt seinen Kasten gegen Freiburg mal wieder sauber: Stefan Ortega Moreno. imago images/Ulrich Hufnagel

Ganz kurz, für rund eine Woche, ließ Stefan Ortega Moreno Zweifel zu, dass die Wechselgerüchte im Sommer nicht ganz spurlos an ihm vorbeigegangen waren. Im Pokal beim wilden 6:3 in Bayreuth patzte der Bielefelder Schlussmann einmal böse und holte die Gastgeber so zurück ins Spiel.

Am Samstag, beim 0:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen Freiburg, zeigte Ortega Moreno jedoch schnell wieder, warum ihn der kicker in der jüngsten Rangliste in die Internationale Klasse gehievt hatte. Mit gewohnt starken Reflexen und Paraden rettete der 28-Jährige seiner Arminia, wie schon so oft in der Vorsaison, einen Punkt und sicherte sich die kicker-Note 1.

Wie lange kann Trainer Frank Kramer noch auf seinen Schlussmann bauen? Den 2022 auslaufenden Vertrag hat Ortega Moreno noch nicht verlängert, allerdings auch selbst entschieden, im Sommer nicht als Vertreter von Manuel Neuer zum FC Bayern zu wechseln. Er möchte spielen. Das wäre auch bei Atletico Madrid hinter Jan Oblak kaum möglich gewesen. Der spanische Meister hatte Bielefeld seinen kroatischen Reservemann Ivo Grbic zum Tausch angeboten, die Arminia hätte vor dem letzten Vertragsjahr Ortega Morenos lieber Geld gesehen, wenn es schon zu einer Trennung kommen sollte. Eine Ausstiegsklausel für fünf Millionen Euro verstrich Mitte Juni ungenutzt, "kleinere" Angebote blieben aus.

Trotzdem muss man ihn irgendwie lieben.

Ortega Moreno über den Verein Arminia Bielefeld

Der Spieler selbst, der mit 14 Jahren nach Bielefeld kam, weiß speziell die Zeit seit der Rückkehr in die "Kinderstube" nach drei Jahren beim TSV 1860 zu schätzen. "Man hat mir 2017 die Möglichkeit gegeben, ins Tor zu kommen, zu spielen." Aber unmittelbaren Drang, jetzt zu verlängern, dem DSC-Kader damit zusätzlichen Wert zu sichern, aber die eigene Situation auf dem Markt für 2022 womöglich zu verschlechtern, verspürt er nicht. "Ich glaube, dass ich dem Verein schon sehr viel zurückgegeben habe."

Die Zukunft bleibt offen. Vielleicht bleibt der junge Familienvater auch in jener Stadt, in der er sich wohlfühlt, und beim etwas anderen Klub, der ihn formte und den er mit prägte. "Das ist ein verrückter Verein, mit all seinen Macken. Aber trotzdem muss man ihn irgendwie lieben", hat Ortega Moreno unlängst schon einmal zu Arminia angemerkt. Es gibt Wunschdenker, die diese Aussage gerne als Bekenntnis für seinen Verbleib in Bielefeld hernehmen.

Michael Richter/mkr

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