Bundesliga

Union Berlin | Athletiktrainer Krüger: "Mal herunterfahren"

Unions großer WM-Vorteil

Athletiktrainer Krüger: "Du kannst mal komplett herunterfahren"

Union im Training: Janik Haberer beäugt von Athletik-Coach Martin Krüger

Union im Training: Janik Haberer beäugt von Athletik-Coach Martin Krüger IMAGO/Matthias Koch

Viele strukturelle Verletzungen hatte der 1. FC Union Berlin bisher in der Saison nicht zu beklagen. Und das, obwohl die Eisernen bis dato bereits 23 Pflichtspiele absolviert und somit zahlreiche englische Wochen hinter sich haben. Dass es nur wenige Ausfälle gab, daran ist unter anderem Athletiktrainer Martin Krüger maßgeblich beteiligt.

"Am Ende funktioniert es nur im Team", betont der 42-Jährige, der auch die Spieler miteinbezieht. "Sie kommunizieren offen und ehrlich mit uns. Sie stellen ihr eigenes Ego damit hinten an." Die Aufgabe Krügers liegt darin, den Trainer zu beraten und vor möglichen Verletzungen zu warnen, wenn die Belastung zu extrem wird.

Am Ende muss Urs Fischer entscheiden, ob der sportliche Zwang höher ist als das Gesundheitsrisiko.

Athletiktrainer Martin Krüger

"Es gibt objektive Werte, die uns sagen, dass es jetzt gefährlich werden könnte. Das teile ich dem Trainer mit. Aber am Ende muss Urs (Fischer, Anm. d. Red.) entscheiden, ob der sportliche Zwang höher ist als das Gesundheitsrisiko." Vor allem in den zurückliegenden englischen Wochen hatten Krüger und die medizinische Abteilung viel zu tun, sie mussten die relevanten Daten eines jeden einzelnen Spielers genaustens im Blick behalten. Auch wenn "die Abläufe immer gleich sind. Wir beraten uns jeden Tag, sprechen über jeden Akteur", so Krüger. Zuletzt ging es nur darum, zu schauen, wie man einen Spieler von Partie zu Partie wieder nahe die 100 Prozent bringen würde.

Das ist dem Mitarbeiterstab des 1. FC Union Berlin ganz gut gelungen. Lediglich Frederik Rönnow (Oberschenkelverletzung) und Andras Schäfer (Operation am Fuß) verletzten sich in den finalen Spielen. Und da unterscheidet Krüger noch mal im Vergleich zu anderen Spielern aus dem Kader: "Sie hatten durch die Begegnungen mit der Nationalmannschaft zehn englische Wochen hinter sich. Auch durch die Reisen ist ein extremer Stress entstanden, den wir so nicht messen können."

Erst im Januar wird es intensiver

Doch jetzt können auch Krüger und Co. während der langen Pause zumindest mal ein wenig durchschnaufen. Er sieht viele Vorteile darin, dass Union mit Rönnow (Dänemark) nur einen WM-Fahrer abstellen muss. "Du kannst regenerieren, fährst mal komplett herunter und baust neu auf. Das ist gerade für uns wichtig, da wir von unseren Abläufen leben", erklärt er.

Ab dem 5. Dezember geht es für die Unioner dann wieder mit dem Training los. Auch wenn es erstmal etwas ruhiger ablaufen wird, wie Krüger erzählt: "Wir werden zunächst viel Wert auf die Körperlichkeit sowie auf defensive und offensive Abläufe legen." Gesteigert wird die Intensität dann ab Anfang Januar 2023 im Trainingslager in Spanien. "Da geht es dann Richtung Sprintfähigkeit und taktische Inhalte für das Spiel gegen Hoffenheim", sagt der Fitnessguru Krüger.

Jannis Klimburg

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