Bundesliga

SC Freiburg: Debütant Noah Weißhaupt "macht Alarm"

Freiburger Eigengewächs mit erfrischendem Auftritt gegen Köln

Assist beim Debüt: Weißhaupt "macht Alarm"

Der Kapitän herzt die beiden Youngster: Christian Günter mit Kevin Schade und Noah Weißhaupt (v.l.).

Der Kapitän herzt die beiden Youngster: Christian Günter mit Kevin Schade und Noah Weißhaupt (v.l.). imago images/Beautiful Sports

Zwei Minuten Bundesligaspielzeit - schon durfte Weißhaupt zum Torjubel vor der Fankurve abdrehen. Den Ausgleichstreffer zum 1:1 gegen den 1. FC Köln hatte der junge Offensivspieler zwar nicht selbst erzielt, ihn jedoch maßgeblich eingeleitet. Frech und unbekümmert ließ er Jonas Hector aussteigen und erzwang mit seiner scharfen Hereingabe das Eigentor von Kölns Rafael Czichos. Schneller war in der Freiburger Bundesligageschichte noch kein Spieler direkt an einem Treffer beteiligt.

"Das war schon toll, wie die beiden auf der Seite Alarm gemacht haben“, lobte Trainer Christian Streich noch einen zweiten Youngster. Denn auch der gleichaltrige Kevin Schade sprühte wie schon bei seinem vielversprechenden Debüt jüngst gegen Dortmund auch bei seiner dritten Einwechslung im Oberhaus voller Tatendrang. Dabei sind es nicht nur die spielerischen Qualitäten, die dem 56-jährigen Fußballlehrer gefallen. "Die Jungs sind heute anders als wir früher, die haben ein gutes Selbstvertrauen und werden nicht mehr von den Älteren unterdrückt. Das hat sich alles verändert mit den Hierarchien - und das ist gut so."

Beinahe auch den Siegtreffer eingeleitet

Der langjährige Nationalspieler Hector hingegen dürfte weniger Begeisterung für den Debütanten aufgebracht haben. Weißhaupt ließ den FC-Kapitän wenige Minuten nach dem Ausgleich noch ein zweites Mal aussteigen, erneut zog der U-20-Nationalspieler leichtfüßig von rechts in den Strafraum hinein; Nils Petersens Abschluss ging jedoch drüber. "Er hat ein gutes Dribbling, schlägt gute Haken, da muss man immer aufpassen, dass man ihn nicht foult. Das wussten wir aus dem Training, dass er ein guter Fußballer ist", berichtet Streich.

Anpassungsfähig ist der Rechtsfüßer auch. Denn seine Pflichtspielpremiere bei den Breisgauer Profis feierte der Sohn des früheren SC-Profis Marco Weißhaupt (1997 bis 2001; u.a. 79 Bundesligaspiele) nicht auf der gewohnten linken Außenbahn, rechts war er gefordert, im ständigen Wechsel mit Schade, wie Streich erklärte: "Einmal sollte der eine nach vorne, einmal der andere, das war der Plan. Beide haben zwar noch nie Außenverteidiger gespielt, das spielte aber keine Rolle. Wir waren einer mehr und hatten ohnehin nichts mehr zu verlieren. Schön, dass sie so ein Erfolgserlebnis feiern konnten."

Prädestiniert für die Joker-Rolle

Weißhaupt ist eines von sechs Talenten, die der Sport-Club im Sommer in die 1. Mannschaft zog, was Streich zu einer Lobeshymne auf die Mitarbeiter im Nachwuchsleistungszentrum veranlasste: "Ein großes Kompliment an die Menschen, die täglich dort arbeiten. Die Fans finden das Klasse, weil das ist der SC Freiburg." Ähnlich wie Rechtsaußen Schade, der im dritten Spiel in Serie als Joker reinkam, dürften auch Weißhaupt nach seinem erfrischenden Auftritt weitere Einsatzminuten winken. Mit ihrer Antrittsschnelligkeit und Ballsicherheit sind beide prädestiniert, um in den Schlussminuten für Wirbel zu sorgen.

Darüber hinaus heißt es aber vorerst: hinten anstellen. Auf den jeweiligen Lieblingspositionen sind mit Vincenzo Grifo und Roland Sallai zwei Leistungsträger in aller Regel gesetzt. Der Entwicklung der beiden dürfte die Konstellation jedoch zugute kommen. "Sie wissen, was sie im Prozess noch alles lernen müssen", betont Streich, an der "Zweikampfhärte und dem taktischen Verhalten gegen den Ball" werde "jetzt hart gearbeitet". "Das ist ganz normal und braucht seine Zeit. Jetzt können sie Erfahrungen sammeln", ergänzte der Trainer.

Moritz Kreilinger

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