2. Bundesliga

S04-Teammanager Asamoah: "St. Pauli eher Favorit als wir"

Schalkes Teammanager spricht über Rollenverteilung

Asamoah: "St. Pauli ist eher Favorit als wir"

Sieht die Rollen am Millerntor klar verteilt: Gerald Asamoah.

Sieht die Rollen am Millerntor klar verteilt: Gerald Asamoah. imago images/RHR-Foto

Vor nicht einmal drei Jahren spielte Schalke noch in der Champions League gegen Manchester City, vor zwölf Monaten stand der FC St. Pauli an der Schwelle zur 3. Liga. Vor dem Duell dieser beiden Traditionsvereine am Samstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Zweitliga-Topspiel spielen die Erfolge und Misserfolge der jüngeren Vergangenheit jedoch keinerlei Rolle. Die Hamburger empfangen den Absteiger aus Gelsenkirchen als Tabellenführer. Bei einem Sieg hätte St. Pauli noch vor Ende der Halbserie bereits neun Punkte mehr als Schalke. Philipp Ziereis, Kapitän des Spitzenreiters, sagt über die aktuelle Konstellation: "Vor zwei Jahren hätte das wohl niemand für möglich gehalten."

Auch Gerald Asamoah nicht. Der Ex-Profi und heutige Leiter der Lizenzspielerabteilung des FC Schalke 04 (369 Pflichtspiele und 61 Tore für Königsblau) gibt im Gespräch mit dem kicker aber unumwunden zu: "Wir wollen am Samstag alles dafür tun, um dort zu gewinnen. Wir sind uns allerdings auch bewusst, dass das sehr schwer wird. Ich scheue mich nicht zu sagen, dass die Favoritenrolle in diesem Spiel eher beim FC St. Pauli liegt als bei uns."

Es ist für mich keine Überraschung, dass der FC St. Pauli in dieser Saison zu den Aufstiegskandidaten zählt.

Gerald Asamoah

Er sagt das "nicht nur mit Verweis auf die Tabelle und St. Paulis Heimvorteil, sondern auch, weil ich finde, dass sie sehr konstant und gefestigt sind. Aktuell klappt bei ihnen fast alles. Guido Burgstaller steht sinnbildlich dafür: Egal, von wo er schießt - der Ball ist meistens drin." Auch ihren Ex-Stürmer müssen die Schalker am Samstag unbedingt in Schach halten.

Drei vor Burgstaller: Die Spieler mit den meisten Toren nach 100 Zweitligaspielen

St. Paulis Wiederauferstehung erklärt Asamoah aber auch mit den Strukturen beim Kult-Klub. "Ich bewundere, was Timo Schultz, mit dem ich damals noch bei St. Pauli zusammengespielt habe, aus der Mannschaft gemacht hat", sagt der Vize-Weltmeister von 2002 über den gegnerischen Trainer. "Das war natürlich auch nur möglich, weil die Vereinsführung die Ruhe bewahrt hat, als es sportlich nicht ganz so rund lief."

Asamoah erinnert hierbei an Zeiten, die noch gar nicht lange her sind: "St. Pauli stand am Ende des Kalenderjahres 2020 mit acht Punkten auf dem vorletzten Platz. Am Saisonende lagen sie ungefährdet im gesicherten Mittelfeld. Es ist für mich keine Überraschung, dass der FC St. Pauli in dieser Saison zu den Aufstiegskandidaten zählt."

Zwei S04-Siege in den letzten beiden Spielen in der Bundesliga

Asamoah war damals als Spieler dabei, als beide Mannschaften zuletzt in derselben Liga spielten. In der Saison 2010/11 war das, im deutschen Oberhaus. Schalke 04 wurde am Saisonende mit nur 40 Punkten 14., St. Pauli stieg als Schlusslicht in die 2. Liga ab. In der Hinrunde siegten die Königsblauen durch ein Tor von Klaas Jan Huntelaar und einen Doppelpack von Raul im eigenen Stadion mit 3:0, der an St. Pauli ausgeliehene Asamoah gehörte verletzungsbedingt nicht zum Aufgebot. In der Rückrunde stand er in der Startaufstellung, doch es siegte erneut der von Ralf Rangnick trainierte FC Schalke - dank Raul und Julian Draxler mit 2:0.

Ein Ergebnis am Millerntor, das den Schalkern auch an diesem Samstag sehr gut schmecken würde.

Nicht nur in Sachen Favorit gibt es am Samstag vertauschte Rollen. Mehr dazu lesen Sie auf der Topspiel-Doppelseite in der Donnerstagsausgabe des kicker (auch als eMagazine).

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