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Arsenal siegt in Unterzahl - Die Top 3 im Gleichschritt

18. Spieltag: Wenger stützt Mertesacker - City vor Rekord

Arsenal siegt in Unterzahl - Die Top 3 im Gleichschritt

Der Boxing Day ist eröffnet: John Terry (l.) feiert sein Führungstor gegen West Ham.

Der Boxing Day ist eröffnet: John Terry (l.) feiert sein Führungstor gegen West Ham. picture alliance

Vor der Partie gegen West Ham (13.45 Uhr) hatte Chelseas Trainer José Mourinho seine Aussage aus der vorigen Saison, als er nach dem Spiel gegen West Ham United (0:0) Gäste-Trainer Sam Allardyce wegen seiner Defensivtaktik "Fußball aus dem 19. Jahrhundert" kritisiert hatte, noch revidiert. Doch vergeben und vergessen haben die Hammers diese noch nicht - und erlaubten sich einen kleinen Scherz. Der Verein griff den damaligen Kommentar Mourinhos auf und twitterte das alte Foto einer Pferdekutsche mit der Aufschrift "West Ham United" und dem Beitext: "Der Mannschaftsbus von West Ham United (und das Pferd) sind bei Chelsea für das heutige Spiel angekommen" (The West Ham United team coach (and horse) has arrived at @chelseafc for today's game #19thcenturyfootball).

Doch auch Humor konnte den aktuellen Tabellenvierten nicht vor einer Niederlage bewahren. Bereits nach fünf Minuten setzte Oscar mit der ersten Chance ein Ausrufezeichen. In der Folgezeit drängte Chelsea auf den Führungstreffer, doch immer wieder war West Hams Keeper Adrian mit guten Paraden zur Stelle (21., 29.). West Ham konnte sich nach 20 Minuten glücklich schätzen noch vollzählig zu sein, denn Reid hätte sich nach einem rüden Foul an Hazard nicht über einen Platzverweis wundern dürfen - die Karte blieb aber stecken. Eine Fabregas-Ecke brachte für Chelsea dann die Führung: Diego Costa hatte die Kugel per Kopf an den langen Pfosten abgelegt, wo Terry stand und weitgehend unbehindert einnetzen konnte.

Premier League - 18. Spieltag
Premier League - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
FC Chelsea FC Chelsea
45
2
Manchester City Manchester City
42
3
Manchester United Manchester United
35
Premier League - Torjäger 2014/15
Manchester City Aguero Sergio
14
FC Chelsea Diego Costa
13
Queens Park Rangers Austin Charlie
12

Das gleiche Bild wie in Hälfte eins bot sich auch im zweiten Durchgang. Chelsea spielte auf den zweiten Treffer, der dann in der 62. Minute fiel. Diego Costa nahm ein Zuspiel von Hazard an und ließ am linken Strafraumeck mit einer Körpertäuschung drei Verteidiger aussteigen, ehe er den Ball mit links wuchtig ins rechte Eck jagte. West Hams beste Möglichkeit auf den Anschlusstreffer war ein Schuss von Amalfitano in der 87. Minute, doch der prallte nur an den Pfosten. Schürrle kam beim Sieg der Blues nicht zum Einsatz.

Sturmfrei siegreich: Alle Neune für ManCity

Theoretisch hätte Chelsea am Freitag Platz eins verlieren können: Manchester City lag nur drei Punkte und drei Tore zurück und scheint gerade erst ins Rollen gekommen zu sein. Bei West Bromwich am Freitagnachmittag (16 Uhr) wurde der neunte Pflichtspielsieg hintereinander eingefahren - damit ist der Vereinsrekord eingestellt. Fernando brachte die Citizens in der 8. Minute mit seinem ersten Premier-League-Treffer in Führung. Baggies-Keeper Foster hatte den Ball nach einer harmlosen Flanke fallengelassen - dieses Geschenk ließ sich Citys Mittelfeldspieler selbstverständlich nicht nehmen und netzte mit dem Rücken zum Tor ein. Nur wenige Minuten später kam Silva gegen Lescott im Strafraum zu Fall: Elfmeter. Ein Fall für Y. Touré, der den Ball flach ins Eck verwandelte (13.). Schon vor der Pause machte Silva alles klar und verwertete eine Ablage von Navas zum 3:0 (34.). West Brom nahm in der 87. Minute durch Ideye noch ein wenig Ergebniskosmetik vor. Somit bleibt City der derzeit einzige ernstzunehmende Verfolger für Tabellenführer Chelsea.

Rooney mit Doppelpack für United - Liverpools Systemumstellung fruchtet

Doppeltorschütze gegen Newcastle: Uniteds Wayne Rooney.

Doppeltorschütze gegen Newcastle: Uniteds Wayne Rooney. picture alliance

Es hat lange gedauert, doch so langsam geht das Old Trafford wieder als Festung durch, auch wenn die Mauern schon einmal dicker waren. Vor dem heutigen Freitag standen sieben Siege, ein Remis, eine Niederlage zu Buche - Louis van Gaal holte in den ersten neun Heimspielen der Saison acht Punkte mehr als David Moyes vor einem Jahr (22:14). Gegen Newcastle ließ sein Team dann weitere drei Punkte folgen. Zweimal Rooney (23., 36.) und einmal van Persie (53.) ließen die United-Fans jubeln - an Offensivpower mangelt es den Red Devils wahrlich nicht. Mit dem fünften Heimsieg in Folge festigten sie vorerst Platz drei in der Tabelle. Für Newcastle, dem durch Ex-Bundesligaprofi Cissé durch einen Foulelfmeter wenigstens noch der Ehrentreffer gelang (87.), setzte es hingegen bereits die vierte Pflichtspielniederlage in Folge. Somit stecken die Magpies weiter im Niemandsland der Tabelle fest.

Überholt wurden sie vom FC Liverpool. Bei den Reds herrscht nach den letzten Ergebnissen Aufbruchstimmung. Der hart erkämpfte 1:0-Arbeitssieg beim FC Burnley markierte einen wichtigen Sieg, um die Europapokal-Plätze nicht komplett aus den Augen zu verlieren. Sterling besorgte in der 62. Minute nach einem Traumpass von Coutinho den Siegtreffer für das Team von Trainer Brendan Rogers.

Sanchez: Unglücksrabe und Matchwinner - Giroud fliegt vom Platz

Alexis Sanchez

Vergab erst einen Elfmeter, war dann aber als Torschütze und Vorbereiter der Matchwinner: Alexis Sanchez. picture alliance

Nachdem das Führungstrio der Premier League sowie Southampton und Tottenham allesamt drei Punkte eingefahren hatten, musste für Arsenal ebenfalls ein Sieg her, um an den internationalen Plätzen dranzubleiben. Nicht zuletzt, weil beim 2:2 beim FC Liverpool am vergangenen Wochenende zwei wichtige Zähler in der Nachspielzeit verschenkt wurden.

Die Partie gegen die Queens Park Rangers begann eigentlich gut, nach acht Minuten bekamen die Gunners nach einem Foul von Traoré an Alexis Sanchez einen Foulelfmeter zugesprochen. Entgegen der Regel, dass der Gefoulte den Strafstoß lieber nicht schießen sollte, schnappte sich Sanchez die Kugel - und schoss sie in die Arme von QPR-Keeper Green (9.). Arsenal versuchte sich ein ums andere Mal gegen sehr abwartend und zurückgezogen agierende "Hoops" Torchancen herauszuspielen. Einen Freistoß von Giroud in der 28. Minute konnte Green noch abwehren, doch in der 37. Minute war es passiert: Cazorla legte den Ball raus nach links zu Gibbs, der maßgerecht an den Fünfmeterraum flankte. Dort befand sich Traoré im Winterschlaf, Alexis Sanchez nutzte den Raum und köpfte ungehindert ein - und rehabilitierte sich für seinen Elfmeter-Fehlschuss.

Acht Minuten nach dem Wiederanpfiff ließ sich Arsenals Giroud zu einem Kopfstoß gegen seinen Gegenspieler hinreißen - und sah dafür die Rote Karte. Arsenal war also knapp 40 Minuten nur noch zu zehnt. Doch das hielt die Gunners nicht davon ab, noch einmal zuzuschlagen. Sanchez, der sich am Strafraum behauptete, setzte Rosicky gekonnt in Szene und der Tscheche ließ den Ball - leicht abgefälscht - unten links unhaltbar für Green einschlagen (65.).

Arsenal muss zittern, rettet Wengers Jubiläumssieg aber über die Zeit

Doch QPR steckte nicht auf und bekam in der 79. Minute einen umstrittenen Strafstoß zugesprochen. Charlie Austin trat an und verkürzte mit seinem zwölften Saisontor auf 1:2 aus Sicht der "Hoops". In den Schlussminuten entwickelten die Queens Park Rangers noch einmal großen Druck, vergaben aber die beste Gelegenheit in der 90. Minute. So retteten die Gunners den Sieg über die Zeit. Es war der 400. Premier-League-Erfolg für Coach Arsene Wenger, nur Sir Alex Ferguson hat mehr (528/alle für Manchester United).

Lukas Podolski blieb im Übrigen erneut nur ein Platz auf der Bank. Dies dürfte die Gerüchte über einen Wechsel im Winter zu Inter Mailand nur weiter befeuern.

kid