Weltmeisterschaft

Handball-WM: Kroatien vor Aus - Lino Cervar erklärt seinen Rücktritt

Favorit unterliegt überraschend Argentinien

Kroatien vor WM-Aus - Ikone Cervar erklärt schon seinen Rücktritt

Er war nach der Niederlage gegen Argentinien bedient: Kroatiens Trainer-Ikone Lino Cervar.

Er war nach der Niederlage gegen Argentinien bedient: Kroatiens Trainer-Ikone Lino Cervar. Getty Images

Das Team um Kapitän Domagoj Duvnjak vom deutschen Rekordmeister THW Kiel verlor am Samstag gegen Argentinien überraschend mit 19:23 (12:12) und fiel in der Hauptrunden-Gruppe II mit 5:3 Punkten auf Rang drei hinter die Südamerikaner (6:2) zurück.

Kroatien legte bereits einen klassischen Fehlstart in die Partie hin, lag nach 13 Minuten mit 1:6 zurück. Bis zur Pause hatte der Favorit aber egalisiert. Im zweiten Abschnitt waren allerdings erneut die Argentinier das griffigere Team - spätestens beim 22:17 waren die letzten Restzweifel am Sieg des Außenseiters ausgeräumt (55.). Am Ende stand ein 23:19-Erfolg. Bester Werfer der Partie war Kroatiens Rechtsaußen Ivan Cupic mit sieben Treffern, er wurde hinterher auch zum "Man of the Match" gewählt.

Die Argentinier treffen zum Abschluss der Hauptrunde auf Katar, das nach einem 28:23 (13:14) im arabischen Duell gegen Bahrain mit 4:4 Zählern ebenfalls noch Chancen auf das Weiterkommen hat. Kroatien bekommt es im letzten Hauptrundenspiel mit dem noch ungeschlagenen Titelverteidiger Dänemark zu tun.

Cervar: "Meine Entscheidung ist definitiv"

Die kroatischen Spieler und Fans waren freilich tiefenttäuscht und staunten dann wohl nicht schlecht, was Trainer-Ikone Lino Cervar dem kroatischen TV-Sender "RTL" sagte: "Niemand verliert gerne. Wir haben nicht gut gespielt, ich bin überrascht. Ich übernehme die Verantwortung." Der 70-Jährige bestätigte, dass er nach der WM nicht mehr Nationaltrainer bleiben wird. "Ich habe mein Möglichstes getan, habe diese Mannschaft mit Leidenschaft, Stolz und Würde geführt. Ein Trainer, dessen Team ein Entscheidungsspiel so spielt, wie es heute getan wurde, sollte nicht Trainer dieser Mannschaft sein."

Was ihn besonders störte? "Die Argentinier haben Herz, Willen und Enthusiasmus gezeigt, während unsere Spieler nicht hungrig waren. Ich gebe niemandem die Schuld, die Verantwortung trage ich. Es schmerzt, dass ich so gehe, aber meine Entscheidung ist definitiv."

msc/drm

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