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"Angsthasen-Fußball": Gwinn hadert mit erster Hälfte

Hrubesch bemängelt "zu viele Fehler"

"Angsthasen-Fußball": Gwinn hadert mit erster Hälfte

Giulia Gwinn ging auf dem Platz voran und war auch danach meinungsstark.

Giulia Gwinn ging auf dem Platz voran und war auch danach meinungsstark. picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die erste von zwei Chancen auf das Olympia-Ticket haben die DFB-Frauen im Halbfinale der Nations League liegen gelassen. Beim 1:2 in Frankreich entwickelte die deutsche Elf erst in der zweiten Hälfte mehr Zug zum Tor, lag da aber aufgrund eines Doppelschlags der Französinnen vor der Pause schon zurück. Der Anschlusstreffer von Giulia Gwinn sowie die Schlussoffensive kamen zu spät.

"Wir waren in der ersten Halbzeit nicht mutig genug. Wir haben ein bisschen Angsthasen-Fußball gespielt", ging die Torschützin in der ARD schonungslos in die Analyse. Gerade im ersten Durchgang wurde das DFB-Team von Frankreich "immer wieder vor Probleme gestellt". Besonders auf den defensiven Außenbahnen war Deutschland schwer beschäftigt und konnte sich nicht allen Angriffen erwehren. "Da müssen wir anders auftreten und in den Zweikämpfen präsenter sein", forderte die 24-Jährige.

Wechsel sorgen für Schwung

Diese Präsenz habe in der ersten Halbzeit gefehlt, "in der zweiten Halbzeit haben wir sie besser auf den Platz gebracht". Das veränderte Spiel lag aber auch an drei von Trainer Horst Hrubesch vorgenommenen Wechseln. Für Svenja Huth, Lea Schüller und Marina Hegering, die zum einen in der ersten Hälfte nach einem Zusammenprall hatte behandelt werden müssen und zum anderen beim zweiten Gegentor nicht gut ausgesehen hatte, kamen Sydney Lohmann, Jule Brand und Sara Däbritz.

Nach der Systemumstellung von 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 - und auch weil sich Frankreich tiefer fallen ließ - bekam Deutschland mehr Spielanteile. Richtig zwingend wurde es aber erst in der Schlussphase, die Alexandra Popp mit einem Lattenknaller einleitete. Diesen Schwung "hätten wir in der ersten Halbzeit gebraucht", trauerte Gwinn den verhaltenen ersten 45 Minuten hinterher.

Zwei verschiedene Hälften

Hrubesch hatte dort zwar auch eine Viertelstunde erkannt, "wo wir sie (Frankreich) eigentlich hatten", das zweite Gegentor habe seiner Elf dann aber "ein bisschen den Hals gebrochen". Insgesamt bemängelte der 72-Jährige "zu viele Fehler" in Hälfte eins. Dem 0:1 ging ein taktisches Foul von Huth voraus, zudem klärte Schüller unglücklich vor die Füße von Torschützin Kadidiatou Diani. Beim 0:2 sah Hegering nicht glücklich aus, Lena Oberdorf musste nachsetzen und verursachte einen Elfmeter.

Zufriedener war Hrubesch mit dem Auftreten nach der Pause: "In der zweiten Halbzeit haben wir das gemacht, was wir von Anfang wollten. Wir haben es bestimmt, wir müssen nur die Tore machen."

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Giulia Gwinn - Wie schaffst du es so authentisch zu bleiben?
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Eine Chance auf Olympia bleibt noch

Am Ende war es nur das eine durch Gwinns verwandelten Strafstoß und doch hat das DFB-Team noch eine Chance auf das Olympia-Ticket. Weil Frankreich als Gastgeber gesetzt ist, kann Deutschland mit einem Sieg im Spiel um Platz drei gegen die Niederlande in Heerenveen (Mittwoch, 20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) die Qualifikation doch noch schaffen.

Aufbauen wollen Gwinn und Co. auf der "zweiten Halbzeit und dem, was wir im letzten Drittel gemacht haben" - mit einer Einschränkung: "Der letzte Pass, der letzte Schuss muss nochmal präziser werden." Als beeindruckend bezeichnete Deutschlands rechte Außenverteidigerin "die Intensität" in Hälfte zwei - allerdings auch hier mit einem Aber: "Die hätten wir über 90 Minuten gebracht." Am besten am Mittwoch in den Niederlanden.

sts

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