2. Bundesliga

Angefangen in der Landesliga: Dörflers ganz besonderes Kunststück

Paderborn siegt nach fast acht Monaten wieder

Angefangen in der Landesliga: Dörflers ganz besonderes Kunststück

Uwe Hünemeier, Johannes Dörfler

Matchwinner bei der Startelfpremiere: Johannes Dörfler. picture alliance

Bereits seit über einem Jahr steht Johannes Dörfler beim SC Paderborn unter Vertrag. Auf einen Startelfeinsatz in der ersten Mannschaft hatte er bis Sonntag warten müssen, auch in der Vorbereitung sah es nicht so aus, als habe er eine reelle Chance bei Trainer Steffen Baumgart. "Ich habe mir darüber gar nicht so viele Gedanken gemacht", gab Dörfler bei "Sky" dazu nach seiner Startelfpremiere zu Protokoll.

Worte, die man dem 24-Jährigen abnimmt, denn Dörfler ist es gewohnt, sich von unten nach oben zu arbeiten. Mit seinem 1:0-Siegtreffer gegen Hannover 96 setzte er eine ganz besondere Serie fort: Dörfler hat von der 6. Liga bis zur 2. Liga nun in jeder Spielklasse ein Tor erzielt und ist dabei quasi kontinuierlich "aufgestiegen".

Sein erstes Tor im Seniorenbereich erzielte der gelernte Offensivspieler noch in der sechstklassigen Landesliga Niederrhein für den 1. FC Mönchengladbach - im April 2015 bei seinem einzigen Einsatz in dieser Liga. Nur ein halbes Jahr später traf Dörfler für die zweite Mannschaft des MSV Duisburg erstmals in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein. Mit einem Regionalliga-Tor dauerte es dann etwas länger, ehe der Außenbahnspieler - mittlerweile beim KFC Uerdingen beschäftigt - im März 2018 beim 2:2 in Essen traf. Am Ende der Saison stiegen die Krefelder auf - und Dörfler schoss gleich in seinem dritten Drittligaspiel wieder ein Tor.

Dörflers Treffer zeigt seine Offensiv-Vergangenheit

Nun hat der gebürtige Düsseldorfer seine beeindruckende Statistik ausgebaut: Tore in fünf verschiedenen deutschen Spielklassen - und das nicht mehr als Offensivspieler, sondern als Rechtsverteidiger, zu dem ihn SCP-Coach Baumgart jüngst gemacht hatte. Seine Angriffs-Vergangenheit konnte man bei seinem entscheidenden Treffer durchaus sehen: Nach einem abgewehrten Schuss erhielt Dörfler rechts im Strafraum den Abpraller, wackelte 96-Verteidiger Hult aus und schlenzte den Ball dann wunderschön ins lange Eck.

"Alle Optionen waren zu, also dachte ich, ich schieße einfach mal drauf", erklärte Dörfler anschließend. Als Teil des Defensivverbundes hatte er außerdem seinen Anteil daran, dass Paderborn nach dem 0:0 in Heidenheim zum zweiten Mal in Folge kein Gegentor kassierte. Das war den Ostwestfalen letztmals im April 2018 gelungen - damals noch in der 3. Liga.

mib