2. Bundesliga

Anfang hadert: "Das darf nicht passieren"

Werder nur Remis - toller Moment für Zetterer

Anfang hadert: "Das darf nicht passieren"

Hatte sich den Start in Bremen etwas anders vorgestellt: Markus Anfang. 

Hatte sich den Start in Bremen etwas anders vorgestellt: Markus Anfang.  imago images/Nordphoto

Es ist klar, dass sich am Kader der Bremer noch einiges ändern wird. Sportchef Frank Baumann kündigte zuletzt an, es werde noch 15 bis 20 Transfers geben. Heißt im Klartext: Die Mannschaft wird sich bis zum 31. August noch extrem verändern. Für die Spieler natürlich eine schwere Situation. "Das ist schwierig für den ganzen Kader", sagte Kapitän Ömer Toprak nach dem Remis gegen Hannover bei "Sky". "Ich bin schon länger im Profifußball und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich vorangehe. Aber klar ist es für jeden schwierig, weil es so viele Fragezeichen gibt."

Auch Toprak selbst konnte am Samstagabend noch nicht sagen, ob er in Bremen bleibt oder nicht. Was er allerdings wusste, ist, dass die Leistung seines Team zu wenig war. "Phasenweise hätten wir das Spiel zumachen können, aber wir können auch von Glück reden, dass Hannover uns am Ende nicht gekillt hat. Wenn du mit einem Standard das 1:0 machst, darfst du nicht kurz später einen Konter kriegen. Das müssen wir uns ankreiden", haderte der Defensivmann, der einer der stärksten Bremer war. 

Spielersteckbrief Toprak
Toprak

Toprak Ömer

Spielersteckbrief Zetterer
Zetterer

Zetterer Michael

Auf das Gegentor, nachdem Simon Falette per Eigentor im Kopfballduell mit Toprak die Bremer Führung markierte, ging auch Anfang ein. "Wir müssen Druck auf den Ball bekommen. Da müssen wir die Tiefe sichern. Wir dürfen dem Gegner nicht die Möglichkeit geben, hinter die Kette zu spiele, das ist eigentlich recht einfach zu verteidigen", weiß der aus Darmstadt gekommene Trainer, der mit dem SVW das erste Pflichtspiel bestritt. 

Anfang vermisst die Klarheit im Offensivspiel

Warum es für seine Mannen nicht für mehr gereicht hat, erklärt Anfang wie folgt: "Wir hatten viele Spielsituationen, die wir besser zu Ende spielen können. Wir schießen das Tor, kriegen dann zu Hause ein Kontertor, das darf nicht passieren. Wir haben in den Zwischenräumen die Schnittstellenpässe nicht gespielt. Hannover hat ein gutes Spiel gemacht, aber so ist es in der 2. Liga, da kann jeder jeden schlagen."

Dabei war seinen Spielern auch die vergangene Abstiegssaison in der Bundesliga noch anzumerken. Nach dem Ausgleich wirkte die Mannschaft verunsichert, hatte den 96ern fast nichts mehr entgegenzusetzen. "Man merkt, dass die Jungs aus einer schweren Saison kommen", hat auch Anfang beobachtet. "Wir haben nicht 90 Minuten durchgezogen, was wir können. Am Ende haben wir einen Punkt geholt, etwas glücklich auch. Aber wir hatten davor auch ein paar Aktionen."

Zetterer happy - und mit Kampfansage

Während sich die Bremer den Abend sicher anders vorgestellt hatten, gab es auch einen, der einen besonderen Moment erlebte: Michael Zetterer lief zum ersten Mal für die Profis von Werder Bremen auf. Seit 2015 ist der Keeper im Verein, spielte aber nur für die zweite Mannschaft und wurde die letzten Jahre verliehen. "Das war sehr emotional, ich bin schon durch so viele Täler gegangen. Ich verspüre große Dankbarkeit, dass ich heute die Chance bekommen habe. Es war ein tolles Gefühl", sagte der Torwart und machte klar: "Es hat sich gut angefühlt, den Platz will ich natürlich nicht mehr hergeben." Auch der Kampf um die Nummer eins ist wie so vieles bei Werder aktuell unklar. Jiri Pavlenka ist die Nummer eins, kämpft sich aktuell nach einer Verletzung zurück. Aber bleibt er? 

mst