2. Bundesliga

Bremens Trainer Anfang erklärt Weisers Fauxpas

Aberkannter Werder-Treffer im Nordderby

Anfang erklärt Weisers Fauxpas: "Wird die Regel nicht mehr vergessen"

Marvin Ducksch trifft für Werder Bremen, Mitchell Weiser (re.) steht falsch.

Marvin Ducksch trifft für Werder Bremen, Mitchell Weiser (re.) steht falsch. imago images/Team 2

Nicht in allen Angelegenheiten waren sich Tim Walter und Markus Anfang am späten Samstagabend auf dem Podium des Presseraums im Bremer Wohninvest Weserstadion einig. Die zurückliegende Partie zwischen dem SV Werder und dem Hamburger SV hatte zuvor allerdings auch einigen Anlass für jene Meinungsverschiedenheiten gegeben: Ein verwehrter Elfmeter gegen Marvin Ducksch etwa oder die Gelb-Rote Karte gegen Sebastian Schonlau, um nur zwei strittige Situationen zu nennen.

In einer Sache kamen die beiden Trainer nach dem Nordderby in ihren Aussagen jedoch vollkommen überein. Nachdem Anfang den Freistoßtreffer von Ducksch zuvor bereits hervorgehoben hatte, sprach auch Walter in seiner Spiel-Replik von dem "sehr schönen Tor von Marvin", allerdings schob er noch hinterher: "Es zählte nicht."

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Das wiederum lag daran, dass Mitchell Weiser sich regelwidrig in die Hamburger Mauer gestellt hatte, wofür sich der von Bayer Leverkusen ausgeliehene Rechtsverteidiger nach Abpfiff entschuldigte: "Es tut mir leid für Marvin und die Mannschaft." Er habe die seit 2019 bestehende Regel eines Abstands von mindestens einem Meter zur Mauer nicht gekannt, gestand er offen ein.

Wenn du ein Jahr gar kein Fußball gespielt hast, kannst du auch mal in so eine Situation reinkommen.

Markus Anfang

Sein Trainer nahm Weiser für seine Unwissenheit in Schutz, auch hinsichtlich seiner wenigen Einsätze für Leverkusen in der vergangenen Saison: "Wenn du ein Jahr gar kein Fußball gespielt hast, kannst du auch mal in so eine Situation reinkommen", sagte Anfang: "Das heißt aber nicht, dass wir das wollen."

Der Werder-Coach versuchte jedoch nicht den leisesten Zweifel aufkommen zu lassen, mit dem aberkannten Tor in irgendeiner Form zu hadern: "Es war ein Regelverstoß, deswegen war es vollkommen richtig, dass es nicht gezählt hat." Für den 47-Jährigen sei jedenfalls klar, dass Weiser "die Regel nicht mehr vergessen wird".

Assalé: Schwarze Radler-Hose war eine medizinische Maßnahme

Regeltechnischen Klärungsbedarf hatte es im Übrigen auch bei der Einwechslung von Roger Assalé gegeben, dessen schwarze Radler-Hose unter einer weißen Hose so grundsätzlich nicht als erlaubt gilt. Dabei habe es sich jedoch um eine medizinische Maßnahme gehandelt, die im Vorfeld zudem beim Schiedsrichter angemeldet gewesen sein soll.

Tim Lüddecke