Bundesliga

Andrich: "Es war lange nicht unruhig bei den Bayern, aber…"

Leverkusens Sechser über Titelambitionen, seine Rolle als Leader und den Auftaktgegner BVB

Andrich: "Es war lange nicht mehr so unruhig bei den Bayern, aber…"

Das Ziel fest im Blick: Leverkusens Mittelfeldspieler Robert Andrich.

Das Ziel fest im Blick: Leverkusens Mittelfeldspieler Robert Andrich. IMAGO/Nordphoto

… den Titelkampf und Bayers Rolle und Ambitionen: "Natürlich haben wir Ambitionen und Ziele, tun aber ganz gut daran, aus unserer Position heraus einfach weiterhin unser Ding zu machen. Wir haben es in der vergangenen Rückrunde sehr gut gemacht, das wollen wir bestätigen. Die Hoffnung ist da, dass wir das auch schaffen. Einige Spieler, die in der Rückrunde verletzt ausgefallen waren, sind wieder zurück, zudem haben wir bislang kaum Ab- und Zugänge zu verzeichnen, was dabei hilft, den guten Rhythmus der vergangenen Monate beizubehalten."

… mögliche Probleme der Bayern: "Mein Eindruck ist, dass es lange nicht mehr so unruhig bei den Bayern war wie in den vergangenen Monaten, aber am Ende steht immer der Erfolg. Auch diesmal sind sie wieder souverän Meister geworden. Punkt. So lange das so souverän ist, braucht man keine großen Worte über ein Meisterrennen zu verlieren. Natürlich wollen wir immer Paroli bieten, wir werden uns aber mit Sicherheit nicht hinstellen und sagen, dass wir jetzt Meister werden wollen."

Wir eine harmonische Mannschaft, für meinen Geschmack sogar manchmal etwas zu sehr, was ich aber gar nicht kritisieren will.

Robert Andrich

… den ersten Liga-Gegner Borussia Dortmund: "Beide Teams haben eine sehr offensive Ausrichtung. Ich denke, dass es uns Spielern, vor allem aber beiden Trainern nicht wirklich gefallen würde, wenn es wieder so ein Torspektakel wie in den vergangenen Jahren geben würde. Bei allem Spaß für die Fans, auch mir ist beispielsweise ein 4:3 oder 5:2 ein Tick zu viel. Klar, für die Offensivspieler ist das eine schöne Sache, aber für einen wie mich, der sich mehr auf den defensiven Part konzentriert, bedeuten solche Ergebnisse im Zweifel, dass man Situationen nicht gut gelöst oder Fehler gemacht hat."

…seine Rolle bei Bayer 04: Mit Blick auf eine Führungsrolle war die Erwartung der Vereinsführung an mich von Anfang an da. Und dafür, dass ich erst nach der Vorbereitung mit Union Berlin zu Bayer 04 gekommen war, ging das aus meiner Sicht mit dem Ausfüllen einer Führungsrolle recht schnell. Nur wenn man auch Leistung bringt, wird man in der Mannschaft anerkannt. Ich versuche, das mit meiner Art und Weise von Woche zu Woche zu bestätigen.

… seine Art zu führen: Ich will die Mannschaft mitreißen oder auch zusammenzuhalten, wenn ich merke, dass es notwendig ist. Zum Beispiel dann, wenn das Feld sehr groß wird oder unser Spiel etwas wildere Züge bekommt. Ich würde behaupten, dass wir eine harmonische Mannschaft sind, für meinen Geschmack sogar manchmal etwas zu sehr, was ich aber gar nicht kritisieren will. Ich habe kein Problem damit, meine Meinung zu sagen - auch dann nicht, wenn das mehreren Leuten sauer aufstößt. Wenn ich meckere, dann nicht, weil ich jemandem etwas Böses will, sondern weil ich will, dass sich Dinge verbessern. Das kann auf dem Platz sein, aber auch in der Kabine. Ich denke, dass ich zwar impulsiv sein kann, aber über die Jahre auch ein gewisses Feingefühl entwickelt habe.

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… die Anforderungen an einen defensiven Mittelfeldspieler: Ganz wichtig ist Kommunikation. Sprachlich ist das manchmal nicht so einfach, aber mit Englisch oder im Zweifel auch mal mit Händen und Füßen bekommt man das gut hin. Man braucht auf meiner Position natürlich vor allem Robustheit, ein gutes Passspiel und Übersicht, aber auch Torgefahr gehört dazu. Zu erkennen, wann es einem die Situation erlaubt, mal mit nach vorne zu gehen. Ich versuche, so häufig wie möglich an den gegnerischen Sechzehner zu kommen. Oft werden Flanken in die Mitte weggeköpft, manchmal kann ich als defensiver Mittelfeldspieler davon profitieren. Wenn ich es schaffe, gehe ich mit in den Strafraum, wenn das nicht geht, lauere ich gerne im Rückraum.

Toni Lieto, SvN

Saison 2001/02: Seuchen- oder Traumsaison?
01. August 202251:48 Minuten

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