Bundesliga

Andersson und die logische "Pole Position"

Unions Manager Ruhnert gelassen hinsichtlich der Stürmer-Personalie

Andersson und die logische "Pole Position"

Gesetzt im Sturm der Eisernen: Union Berlins Stürmer Sebastian Andersson.

Gesetzt im Sturm der Eisernen: Union Berlins Stürmer Sebastian Andersson. imago images

Aus Unions Trainingslager in Orihuela berichtet Andreas Hunzinger

Beim dritten Testspiel des 1. FC Union Berlin im Rahmen des Trainingslagers gegen Ferencvaros Budapest (3:2) traf Sebastian Andersson zum zwischenzeitlichen 3:1. Nachdem zuvor seine Konkurrenten um die Mittelstürmerposition, Sebastian Polter und Anthony Ujah in den Test jeweils getroffen hatten, kam auch der schwedische Nationalstürmer seinem Kerngeschäft nach.

Doch auch wenn er nicht erfolgreich gewesen wäre: Andersson geht als Angreifer Nummer 1 in die Rückrunde, Trainer Urs Fischer teilte dessen Konkurrenten deutlich mit, dass der 28-Jährige im Rennen um die Plätze im Sturm in der "Pole Position" sei. Das birgt angesichts der bisherigen Leistungen des 1,90 Meter großen Skandinaviers eine gewisse Logik.

In der vergangenen Aufstiegs-Saison erzielte der 2018 vom 1. FC Kaiserslautern nach Berlin-Köpenick gekommene Stürmer in 38 Pflichtspiel-Einsätzen 13 Tore (sieben Assists), und in dieser Saison war der Blondschopf mit neun Treffern in 18 Pflichtspielen (davon acht in 17 Ligapartien) einer der Garanten, dass Neuling Union nach der ersten Halbserie sehr aussichtsreich im Rennen um den Klassenerhalt liegt. Anderssons Kollege Anthony Ujah nannte den Schweden in den Tagen des Trainingslagers gar "einen der besten Angreifer der Liga".

Wer so regelmäßig trifft, der weckt natürlich Begehrlichkeiten. Bis dato sagt Andersson noch: "Ich mag es sehr in Berlin. Mit Union in der Bundesliga zu bleiben, das ist mein Saisonziel. Das ist das Einzige, woran ich derzeit denke." Bei Äußerungen zu seiner Zukunft bleibt der Andersson stets im Ungefähren. "Darüber denke ich nicht nach, du kannst nicht sechs Monate vorausdenken", sagt er auf die Frage, was im Sommer passiere, "es kann im Fußball so viel passieren." Natürlich habe er mit Unions Geschäftsführer Profifußball Oliver Ruhnert und Trainer Urs Fischer auch schon über die Zukunft gesprochen, so Andersson, "wir wissen, was wir aneinander haben. Ich fühle mich sehr wohl hier, ich denke derzeit nicht an andere Optionen".

Ruhnert in der Causa Andersson "ziemlich entspannt"

Offiziell läuft der Vertrag des Torjägers bis zum Saisonende, er könnte indes eine Option über den 30. Juni 2020 hinaus beinhalten. Ruhnert wird jedenfalls nicht müde zu betonen, dass er in der Causa Andersson "ziemlich entspannt" sei, und der 48-Jährige stellt gleichzeitig klar, dass "kein Spieler unverkäuflich ist". Auch ein Andersson nicht, den Ruhnert als "sehr wichtigen und sehr guten Spieler" bezeichnet, der im besten Fußballeralter von 28 Jahren "nochmal einen Sprung gemacht hat".

Ich bin nicht der Star-Typ, ich will für das Team arbeiten.

Sebastian Andersson

Daran will Andersson in der zweiten Saisonhälfte anknüpfen. "Wir haben nicht die Stars wie Bayern und Dortmund. Aber wir haben einen guten Teamspirit, das kann unser Weg sein, in der Liga zu bleiben", sagt er mit Blick auf die Qualitäten der Eisernen. Dass er im Team des Neulings eine exponierte Stellung einnimmt, das sagt die Statistik bisher, Andersson selbst sieht sich nicht als besonders an. "Ich bin nicht der Star-Typ, ich will für das Team arbeiten."

Tut er das in der Rückrunde so erfolgreich wie in der ersten Saisonhälfte, dann stehen Unions Chancen auf eine zweite Saison Bundesliga nicht schlecht.

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