Bundesliga

Nadiem Amiri offenbar von Union-Profi rassistisch beleidigt

Tah findet klare Worte

Amiri offenbar von Union-Profi rassistisch beleidigt

Emotionen nach dem Schlusspfiff: Nadiem Amiri (r.) diskutiert mit Florian Hübner (#19).

Emotionen nach dem Schlusspfiff: Nadiem Amiri (r.) diskutiert mit Florian Hübner (#19). imago images

Union Berlins 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen steht ein Nachspiel bevor. Kurz nach dem Schlusspfiff stand plötzlich ein Rassismus-Vorwurf im Raum.

Im Fokus: Nadiem Amiri, der nach dem Ende des Freitagabendspiels gar nicht mehr zu beruhigen war. Der Leverkusener Mittelfeldspieler, der kurz nach Unions Siegtreffer in der 88. Minute Gelb wegen zu heftigen Protestierens erhalten hatte, knöpfte sich Florian Hübner vor, langte ihm gar mit dem Finger ins Gesicht. Auch von Union-Trainer Urs Fischer ließ sich der fünfmalige deutsche Nationalspieler kaum besänftigen.

Was war vorgefallen? "Es gab Diskussionen, und dann ist der Begriff 'Scheiß-Afghane' gefallen", sagte Leverkusens Verteidiger Jonathan Tah bei DAZN. "Ich will mit aller Deutlichkeit sagen, dass das nicht hierhin gehört - egal, wie emotional das Ganze ist. So geht das nicht."

Welchem Union-Profi der Vorwurf galt, war zunächst unklar. "Ich habe nichts mitbekommen", sagte Fischer. Er habe vom "Hörensagen" mitbekommen, "dass da Worte gefallen sind, die auf dem Fußballplatz nichts zu suchen haben. Ich möchte das in Ruhe klären. Wenn das der Fall sein sollte, entschuldige ich mich dafür."

Bosz: "So etwas darf nie, nie auf einem Fußballplatz passieren. Nie."

Auf der Pressekonferenz sprach Unions Pressesprecher Christian Arbeit von einer "rassistischen Beleidigung, die auf dem Platz passiert ist. Rassismus hat auf dem Fußballplatz und auch sonst in der Gesellschaft absolut nichts zu suchen. Wir entschuldigen uns dafür, wenn das so gefallen ist. Tut uns leid - das möchten wir gerne auch hier noch mal den Gästen mitgeben." Dies möge Peter Bosz auch an sein Team übermitteln. Der Leverkusener Trainer sagte: "So etwas darf nie, nie auf einem Fußballplatz passieren. Nie."

Für Tah, der nach dem Schlusspfiff zusammen mit Amiri noch einmal das Gespräch mit Referee Florian Badstübner gesucht hatte, war der Vorfall in jedem Fall "das Bitterste am ganzen Abend" und weitaus gravierender als die dritte Niederlage aus den vergangenen vier Spielen für seine Mannschaft. "Ich hoffe, dass das irgendwie Konsequenzen hat."

jpe

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - Bayer 04 Leverkusen