Bundesliga

Mainz 05: Alt-Vorstand um Harald Strutz entlastet - Was Johannes Kaluza kassiert

Mainzer Aufsichtsrat gibt Entscheidungen bekannt

Alt-Vorstand um Strutz entlastet - Was Kaluza kassiert

Mainzer Ehrenamtler: Klubchef Johannes Kaluza (l.) und sein Vorgänger Harald Strutz.

Mainzer Ehrenamtler: Klubchef Johannes Kaluza (l.) und sein Vorgänger Harald Strutz. imago

Mit zweieinhalbwöchiger Verspätung hat der Aufsichtsrat des 1. FSV Mainz 05 den Alt-Vorstand um Ex-Präsident Harald Strutz entlastet. "Aus formalen Gründen" hatte er darauf bei der Mitgliederversammlung noch verzichtet, es war deswegen laut geworden: Es sei noch unklar gewesen, ob ein Strafverfahren wegen Bereicherung gegen Strutz eingestellt ist.

"Wir haben zu den drei ergangenen Strafanzeigen gegen den Vorstand Akteneinsicht beantragt, leider erst nach unserer Versammlung erhalten und festgestellt, dass die Akten geschlossen sind", teilte der Aufsichtsrat schließlich am heutigen Mittwoch mit. Die Konsequenz: "Nachdem wir in den letzten Tagen über alle offenen Fragen mit dem Alt-Vorstand Einvernehmen erzielt haben, haben wir heute die Entlastung ausgesprochen."

Kaluza beanspruchte plötzlich einen Verdienstausfall - den bekommt er nicht

Strutz war vor allem deshalb nach 29-jähriger Amtszeit unter Druck geraten, weil er in seinem Ehrenamt insgesamt 23.000 Euro pro Monat kassiert hatte - 9000 Euro Aufwandsentschädigung und 14.000 Euro für juristische Beratung -, was lange nicht kommuniziert worden war. Deshalb sorgte es für Aufregung, als Nachfolger Johannes Kaluza bei der Mitgliederversammlung einen Dienstwagen, die Erstattung seiner Spesen und einen Verdienstausfall für sich beanspruchte. Dabei hatte der von den Ultras unterstützte 63-Jährige kurz vorher noch erklärt, nach Verkauf seiner Firma finanziell unabhängig zu sein und sein Amt "ohne finanzielle Interessen" anzustreben.

Der Aufsichtsrat betonte nun unmissverständlich: "Ein ehrenamtlicher Vorstand ist nach den gesetzlichen Regelungen unentgeltlich tätig, er kann daher weder einen Verdienstausfall noch eine Entschädigung für die von ihm aufgewendete Arbeitszeit erhalten." Er habe lediglich Anspruch auf Erstattung der infolge seiner Tätigkeit verursachten Aufwendungen. Deshalb erhalte Kaluza "laut unserem Beschluss monatlich 3000 Euro" - weniger als sein Vorgänger also.

Neuer Vorstand soll in rund vier Wochen feststehen

Noch offen ist, wer der gesuchte weitere hauptamtliche Vorstand wird. Der Aufsichtsrat hatte dafür eigens eine Agentur beauftragt, inzwischen seien 15 "vertiefende Einzelinterviews" geführt worden. In rund vier Wochen soll der Neue vorgestellt werden. "Der Charakter muss stimmen und er muss zu Mainz 05 passen", hatte Sportchef Rouven Schröder vorsorglich schon in der "Frankfurter Rundschau" klargestellt, "sonst hat er keine Chance."

jpe

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