Bundesliga

FSV Mainz - Dänemarks Nationaltrainer Hjulmand über Coach Svensson

Dänemarks Nationaltrainer über Mainz-Coach

Als Svensson Hjulmand abends anrief

"Er wusste nicht wirklich, in welche Richtung er gehen sollte": Kasper Hjulmand über Bo Svensson.

"Er wusste nicht wirklich, in welche Richtung er gehen sollte": Kasper Hjulmand über Bo Svensson. imago images

"Ich habe schnell festgestellt, dass er ein Talent ist", blickt der heutige Nationaltrainer Dänemarks im Gespräch mit dem kicker auf die gemeinsame Zeit mit Svensson in Mainz zurück. Hjulmand hatte 2014 den Cheftrainerposten von Thomas Tuchel übernommen, sein Landsmann gerade die Karriere beendet. Svensson sammelte als Hospitant, der sowohl bei den Profis als auch im Nachwuchsleistungszentrum reinschnupperte, erste Erfahrung. "Ich habe einige Male mit ihm über seine Gedanken nach Karriereende gesprochen. Er dachte über seine Zukunft nach und wusste nicht wirklich, in welche Richtung er gehen sollte", berichtet Hjulmand. In der Folge wurde Svensson Teil des Stabs, um die Integration in ein neues Land und einen anderen Fußball zu erleichtern.

Svensson war auch nach Feierabend mit Feuereifer dabei

Zwar scheiterte Hjulmand mit seinem anspruchsvollen Ansinnen, den häufig über Pressing und Überfalltaktik kommenden Mainzern eine andere Philosophie überzustreifen und musste bereits im Februar 2015 wieder gehen, doch Svensson setzte seinen Weg als NLZ-Trainer unbeirrt fort. "Er war neugierig und fleißig. Ich komme gerne sehr früh ins Büro, und auf dem Weg dorthin habe ich Bo oft getroffen", lobt Hjulmand den inneren Antrieb des 41-Jährigen, der über den FC Liefering den Sprung auf die Bundesliga-Trainerbank schaffte. Was Hjulmand, der in Dänemark den FC Nordsjaelland vor seinem Wechsel nach Mainz zum Spitzenteam geformt hatte und 2020 die Nachfolge von Morten Olsen als Nationaltrainer antrat, offenbar besonders beeindruckte: Dass Svensson auch nach Feierabend mit Feuereifer dabei war. "Abends schrieb er mir eine SMS oder rief mich an, wenn er etwas im Fernsehen sah, das ihn inspirierte. Er interessierte sich sehr für das Spiel, den taktischen, strategischen Teil des Fußballs."

Trainersteckbrief Hjulmand
Hjulmand

Hjulmand Kasper

Trainersteckbrief Svensson
Svensson

Svensson Bo

"Ich glaube wirklich an Bo"

Nun hofft der 48-Jährige, dass Svensson den FSV aus dem Abstiegskampf retten kann: "Ich habe ihn natürlich über die Jahre verfolgt, ein paar Mal mit ihm gesprochen und ich denke, er ist bereit für den Job. Ich hoffe und denke wirklich, dass Bo mit den Spielern eine gute Rückrunde und den Klassenerhalt schaffen wird. Ich drücke die Daumen." Die Voraussetzungen, denkt Hjulmand, bringt der Ex-Verteidiger jedenfalls mit: "Das Wichtigste, um eine gute Führungskraft zu sein, ist es, als Person authentisch zu sein. Bo kennt sich selbst sehr gut und wird zeigen, wer er ist. Das ist das Wichtigste für gute Führung. Er wird es schaffen, sehr nah an den Spielern zu sein, aber trotzdem mit Autorität. Ich glaube wirklich an Bo."

Benni Hofmann

So lange laufen die Verträge der Bundesliga-Trainer