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Bundestrainer Joachim Löw: "Es war in jeder Beziehung alles schlecht"

Löw sieht nach 0:6 "keinen Grund" für Rückkehr von Hummels, Boateng, Müller

"Alles schlecht" - Löw: "Wir sind einfach irgendwo rumgelaufen"

Hatte reichlich Grund zum Hadern: Bundestrainer Joachim Löw.

Hatte reichlich Grund zum Hadern: Bundestrainer Joachim Löw. imago images

"Das war ein rabenschwarzer Tag", stellte der Bundestrainer mit grimmiger Miene in der ARD kurz nach dieser Abreibung (0:6) klar. "Körpersprache, Körperspannung, Zweikampfverhalten - nichts davon hat man gesehen auf dem Platz. Es hat gar nichts funktioniert - weder Defensive noch Offensive. Da kann man niemanden ausnehmen." Gute Ansätze? Fehlanzeige! Abschlüsse? Bis auf einen Lattentreffer von Serge Gnabry gegen Ende der Partie auch akute Mangelware. "Es war in jeder Beziehung alles schlecht", so Löw weiter. "Daraus kann man auch nichts Positives ziehen."

Es war in jeder Beziehung alles schlecht.

Joachim Löw
UEFA Nations League - Tabelle - Liga A, Gruppe 4
Pl. Verein Punkte
1
England England
7
2
Spanien Spanien
6
3
Kroatien Kroatien
4
Trainersteckbrief Löw
Löw

Löw Joachim

Trainersteckbrief Martinez Garcia
Martinez Garcia

Martinez Garcia Luis Enrique

Spielersteckbrief J. Boateng
J. Boateng

Boateng Jerome

Spielersteckbrief T. Müller
T. Müller

Müller Thomas

Spielersteckbrief Hummels
Hummels

Hummels Mats

Spanien - Die letzten Spiele
Deutschland Deutschland (H)
6
:
0
Schweiz Schweiz (A)
1
:
1
Deutschland - Die letzten Spiele
Spanien Spanien (A)
6
:
0
Ukraine Ukraine (H)
3
:
1

Aber woran lag es, dass sich die deutsche Nationalmannschaft derart wehrlos vorführen ließ und am Ende eine historische Pleite zu Buche stand? "Nach dem 0:1 haben wir unsere Organisation aufgegeben", analysierte Löw. "Das war heute tödlich. Wir sind rausgestürzt und haben Räume geöffnet. Wir haben das Konzept verlassen und sind einfach irgendwo rumgelaufen." Die Mängelliste des Bundestrainers schien gar nicht mehr aufzuhören: "Keine Organisation, keine Nähe zum eigenen Mitspieler, keine Kommunikation."

"Kein Grund" für Rückhol-Aktion des verbannten Trios

Klar, dass sich Löw nach einer derartigen Leistung seiner Mannschaft - vor allem defensiver Natur - auch wieder Fragen nach einer Rückkehr von Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller stellen musste. Er sehe allerdings auch nach dem 0:6 "im Moment keinen Grund", einen der drei Weltmeister von 2014 wieder zu nominieren, gab Löw zu Protokoll. "Wir vertrauen diesen Spielern", sagte er mit Blick auf den jetzigen Kader, stellte aber auch klar: "Wir haben heute gesehen, dass wir noch nicht so weit sind, wie wir uns das erhofft haben."

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Löw: "Eine Niederlage, die es so schon lange nicht mehr gab"

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Auf seine eigene Zukunft angesprochen wich Löw aus. Es sei nun allerdings "unsere Pflicht, dass wir das alles hinterfragen und auch uns selbst hinterfragen". Das Problem: "Wir haben jetzt keine Spieler und keine Möglichkeiten mehr." Denn die Nationalmannschaft kommt erst im März wieder zusammen. Bis dahin bleibe hauptsächlich eine Sache, die Löw in seinem Interview immer wieder wiederholte: "Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen."

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mib

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