Bundesliga

Alles klar: Gladbach holt Schmadtke als Sportdirektor

Veränderungen auf der sportlichen Führungsebene und im Bereich Entwicklung

Alles klar: Gladbach holt Schmadtke als Sportdirektor

Verstärkt die sportliche Führungsebene von Borussia Mönchengladbach: Nils Schmadtke.

Verstärkt die sportliche Führungsebene von Borussia Mönchengladbach: Nils Schmadtke. imago images/regios24

Die Umbaumaßnahmen beim fünfmaligen Deutschen Meister gehen weiter. Zusammen mit der Bekanntmachung, dass Gerardo Seoane die Nachfolge von Daniel Farke als Cheftrainer antritt, verkündeten die Borussen am Dienstag eine weitere Veränderung auf der sportlichen Führungsebene: Nils Schmadtke kehrt zu den Fohlen zurück und verstärkt das "Team Sport". Er wird neuer ab dem 1. Juli "Sportdirektor Lizenz", so die offizielle Bezeichnung, und ist damit eine Ebene unter Roland Virkus (Geschäftsführer Sport) angesiedelt.

Außerdem neu: Dr. Philipp Schützendorf (41), bisher Leiter der Analyse bei der Borussia, übernimmt ab sofort die Leitung des Bereichs Entwicklung, in dem die Talententwicklung sowie die Video- und Datenanalyse angesiedelt sind.

"Mit diesen Personalentscheidungen stellen wir uns in der sportlichen Leitung breiter auf", erklärt Virkus. "Nils Schmadtke übernimmt die organisatorische Leitung des Lizenzbereichs, er gehört künftig neben Steffen Korell (Direktor Scouting und Kaderplanung) und mir zum sportlichen Führungsteam unseres Lizenzbereichs. Von der Neuaufstellung des Bereichs Entwicklung unter der Leitung von Philipp Schützendorf versprechen wir uns nachhaltige Effekte für die kontinuierliche Verbesserung unserer Lizenzspieler und unserer Talente."

Überlegungen, die sportliche Führungsebene zu erweitern, gab es bei der Borussia schon länger. So war während der Amtszeit von Max Eberl, unter anderem im Jahr 2019, eine personelle Verstärkung im Gespräch, um die sportlichen Verantwortungsbereiche auf mehrere Schultern zu verteilen und mit der Aufstockung den immer vielfältigeren und arbeitsintensiveren Aufgaben Rechnung zu tragen. Vorgesehen für den Posten war Rouven Schröder, damals noch Sportvorstand bei Mainz 05. Während Eberl sich schließlich gegen eine Umsetzung der Idee entschied und auf eine zusätzliche Fachkraft verzichtete, arbeitet er heute bei RB Leipzig mit Schröder in einer vergleichbaren Konstellation zusammen. In Gladbach wurde jetzt die Position des Sportdirektors Lizenz neu geschaffen.

Koné-Verhandlungen mit Vater Jörg?

Schmadtkes Vorteil: Er ist in der Branche bestens vernetzt, kennt die Strukturen und Abläufe im Borussia-Park. Zwischen April 2019 und Mai 2020 arbeitete der Sohn des neuen Liverpool-Sportdirektors Jörg Schmadtke als Scout bei der Borussia. Davor war er ebenfalls als Scout beim 1. FC Köln angestellt und übernahm nach seiner Zeit bei den Fohlen die Leitung der Scoutingabteilung beim VfL Wolfsburg. Von den Wölfen geht es für Schmadtke junior jetzt zurück an den Niederrhein.

Schmadtke vollzieht mit dem Wechsel auf die sportliche Führungsebene der Borussia den von ihm geplanten Sprung ins Management, mit noch mehr Verantwortung im Vergleich zu seinen bisherigen Stationen. Diese Möglichkeit hätte auch bei einem Wechsel zu Arminia Bielefeld bestanden, wo er zu den Top-Kandidaten auf den Posten des Sport-Geschäftsführers zählte, doch letztendlich sagte er den Ostwestfalen ab.

In Gladbach kann Schmadtke den geplanten Umbruch entscheidend mitgestalten. Und es ist gut möglich, dass er in den Transferverhandlungen schon bald mit Vater Jörg am Tisch sitzt: Der FC Liverpool zeigt Interesse an Borussias Mittelfeldspieler Manu Koné. Da Konés bis 2025 gültiger Vertrag (kann per Option bis 2026 verlängert werden) keine Ausstiegsklausel beinhaltet, muss für den Fall eines Wechsels um die Höhe der Ablöse gepokert werden. Liverpool ist nicht der einzige europäische Top-Klub, der ein Auge auf den Franzosen geworfen hat.

Jan Lustig

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