2. Bundesliga

"Alles andere als optimal": Leitl bangt um ein Sextett

Fürth reist mit argen Personalsorgen nach Würzburg

"Alles andere als optimal": Leitl bangt um ein Sextett

Stefan Leitl

Große Personalsorgen: Fürths Trainer Stefan Leitl. imago images

Das obligatorische Personalupdate zu Beginn der Pressekonferenz geriet für Stefan Leitl diesmal länger als meist, "weil es doch einiges zu erzählen gibt". Dass Mergim Mavraj nach der am vergangenen Freitag beim Zusammenprall mit seinem Torhüter Sascha Burchert in Aue (1:1) erlittenen schweren Gehirnerschütterung am Sonntag in Würzburg "definitiv nicht zur Verfügung stehen wird", darauf konnte und musste sich der Trainer bereits einstellen. Doch neben dem fehlenden Abwehrchef, der am Mittwoch bereits wieder eine leichte Laufeinheit absolviert hat und nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen den HSV (17.10.) wieder dabei sein soll, steht der Einsatz von gleich sechs weiteren Spielern auf der Kippe.

Paul Seguin, Fürths treibende Kraft im Mittelfeld, zog sich im Erzgebirge ebenso eine Sprunggelenkverletzung zu wie Verteidiger Abdourahmane Barry, der Mavraj nach dessen Verletzung gut ersetzt hatte - beide konnten in dieser Woche noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Gleiches gilt für Havard Nielsen, der bei den Veilchen bereits zur Halbzeitpause mit Achillessehnenproblemen ausgewechselt werden musste. In dem Offensivallrounder droht also eine weitere Stammkraft auszufallen. "Den Punkt in Aue haben wir wirklich teuer bezahlen müssen", konstatierte Leitl folglich am Donnerstag. Das krankheitsbedingte Fehlen von Ersatztorwart Marius Funk und Angreifer Robin Kehr sowie die muskulären Probleme von Sturm-Neuzugang Emil Berggreen machen die Personalsorgen des Trainers komplett.

SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten
SpVgg Greuther Fürth

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

Trainersteckbrief Leitl
Leitl

Leitl Stefan

SpVgg Greuther Fürth - Termine
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Kiel Holstein Kiel
7
2
Hannover Hannover 96
6
3
HSV Hamburger SV
6

Nur 14 Feldspieler auf dem Platz, zwei davon aus der U 23

Gerade einmal 14 Feldspieler, rechnete der 43-Jährige vor, standen ihm und seinem Trainerteam in der bisherigen Woche zur Verfügung, darunter zwölf Lizenzspieler plus die beiden Verteidiger Mario Subaric und Elias Kratzer (beide 20) aus der U 23, die bereits in der Sommer-Vorbereitung bei den Profis zum Einsatz kamen. "Alles andere als optimal in der Vorbereitung auf ein Spiel", wertete Leitl die Umstände, die für ihn "schon das eine oder andere Risiko bergen", wenn neben Mavraj weitere Eckpfeiler wie Seguin oder Nielsen im Fürther Grundgerüst fehlen. Umso mehr hofft der gebürtige Münchner, dass von den sechs angeschlagenen Spielern der eine oder andere am Freitag wieder zum Team stößt oder spätestens beim Abschlusstraining am Samstag dabei ist, um in Würzburg "eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu bekommen".

In Unterfranken erwartet Leitl ein "intensives, kampfbetontes Spiel, in der wir sicher die Mannschaft sein werden, die mehr im Ballbesitz ist. Das heißt für uns, eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive zu haben und wenige Umschaltaktionen zuzulassen." Durch den am Dienstag beim noch punkt- und torlosen Aufsteiger erfolgten Trainerwechsel von Michael Schiele zu Marco Antwerpen, der mit Eintracht Braunschweig in der vergangenen Saison ebenfalls in die 2. Liga aufgestiegen, dann aber durch Daniel Meyer ersetzt worden war, können Leitl und sein Trainerteam die bisherige gezielte Vorbereitung auf die Kickers "beiseitelegen. Aber ich kenne die Würzburger und ihre Mannschaft." Antwerpen selbst noch nicht persönlich, wohl aber den Spielstil des neuen Würzburger Trainers, "weil wir auch die 3. Liga regelmäßig verfolgen und daher wissen, was auf uns zukommt. Sie werden alles daran setzen, die ersten Punkte zu holen."

Trainerwechsel in Würzburg für Leitl "nicht nachvollziehbar"

Unkommentiert wollte Leitl den Trainerwechsel bei den Kickers aber nicht lassen, zumal er Schiele schon "sehr sehr lange und gut" kennt. "Er hat letztes Jahr einen richtig guten Job gemacht und ist mit einer Mannschaft aufgestiegen, die nicht im Kreis der Aufstiegsaspiranten war. Von daher war ich schon sehr sehr überrascht, dass man seinen Aufstiegstrainer nach nur zwei Spieltagen entlässt. Das stimmt nachdenklich, weil es von außen betrachtet für mich nicht nachvollziehbar ist, auch wenn das jeder für sich selbst wissen oder entscheiden muss."

Chancenverwertung als Manko, aber nicht im Mittelpunkt

Viel lieber konzentriert sich der Chefcoach des Kleeblatts ohnehin auf seine eigene Mannschaft, die auch beim Remis in Aue wie schon zum Ligastart gegen Osnabrück (ebenfalls 1:1) die überlegene Mannschaft war, sich aber wie oftmals in der Vorsaison nicht ausreichend genug dafür belohnte. "Wie wir aufgetreten sind und Fußball gespielt haben, war gut. Wir hätten sicher mehr verdient als die bisherigen zwei Punkte", resümierte Leitl, legte zugleich aber den Finger in die Wunde: "Wir sind sehr kritisch mit uns selbst: Bei der Fülle an Torchancen müssen wir einfach konsequenter sein."

Permanent in den Mittelpunkt stellen will er die noch ausbaufähige Chancenverwertung aber nicht, "weil es wichtig ist, dass sich die Mannschaft Chancen kreiert und es keine Zufallsprodukte sind. Wenn wir ruhig bleiben, den Jungs vertrauen und sie selbst Vertrauen in sich haben, dann werden wir auch Tore schießen", kündigte Leitl an. "Zumal es ja nicht so ist, dass wir noch nicht getroffen, sondern schon zwei Tore erzielt haben."

Fabian Istel

Die Trikots der Zweitligisten für die Saison 2020/21