Bundesliga

Kommentar zum FC Schalke 04 - Alle raus: Besser spät als nie

Kommentar zum Beben auf Schalke

Alle raus: Besser spät als nie

Nicht mehr Schalke-Trainer: Christian Gross.

Nicht mehr Schalke-Trainer: Christian Gross. imago images

Die Entscheidungsträger des FC Schalke 04 - genauer: die Aufsichtsräte - waren viel zu lange viel zu untätig geblieben und haben, wenn überhaupt, nur halbherzig agiert. Zum Beispiel, indem sie im Februar die Laufzeit von Jochen Schneiders Vertrag verkürzten, den 50-Jährigen als Sportvorstand bis zum Sommer aber im Amt belassen wollten, obwohl Peter Knäbel, Norbert Elgert und Mike Büskens seine Aufgaben speziell in Kaderfragen übernommen haben.

Die Unzufriedenheit innerhalb des Klubs wuchs zuletzt immer rasanter und gipfelte gar in einem Aufstand von Spielern, die eine Ablösung von Trainer Christian Gross forderten. Nun wurde mit harter Hand durchgegriffen.

Besser spät als nie! Damit verbunden ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt, wenngleich die Königsblauen realistisch betrachtet mittlerweile nicht mehr zu retten sind. Von den saisonübergreifend 39 Ligaspielen haben sie nur ein einziges gewonnen (4:0 gegen Hoffenheim im Januar). Wie soll diese Mannschaft aus den restlichen elf Saisonspielen sechs-, sieben- oder gar achtmal als Sieger hervorgehen?

"Durchhalten" konnte keine Option sein

Trotzdem: Besser spät als nie! Bis zum Sommer in der bisherigen personellen Besetzung "durchzuhalten" durfte schlichtweg keine Option sein. Denn auch die komplette Zukunft dieses Vereins steht auf der Kippe. Längst ist intern auf Schalke die Angst ausgebrochen, dass möglicherweise in der nächsten Saison als Zweitligist nicht nur der dringend erforderliche Wiederaufstieg misslingen könnte, sondern dass der Klub durch ein zuletzt viel zu großes Planungsvakuum - unklar verteilte Kompetenzen, fragwürdige Nachhaltigkeit - sogar Gefahr läuft, auch im Unterhaus in den Abstiegskampf zu geraten.

Nach dem personellen Rundumschlag nicht zuletzt in Folge des 1:5 in Stuttgart steht der FC Schalke auf Führungs- und Kaderplanungsebene nach wie vor zwischen Baum und Borke, aber mit den Rauswürfen ist der Anfang der dringend notwendigen Veränderungen gemacht. Die Zeit drängt immens.

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