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Maurice Aliu im kicker-eSport-Interview über seine FIFA-Turniere

Maurice 'I_BLacKxLeGenD_I' Aliu über den FIFA-eSport

Aliu: "Es gibt noch nicht viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen"

Täglich lädt Maurice Aliu zu seinen "Blacki Cups" ein, inklusive attraktiver Preisgelder. Damit trifft der 21-Jährige einen Nerv in der Community.

Täglich lädt Maurice Aliu zu seinen "Blacki Cups" ein, inklusive attraktiver Preisgelder. Damit trifft der 21-Jährige einen Nerv in der Community. kicker eSport/Maurice Aliu

Wirklich gut ist es um die FIFA-Turnierszene nicht bestellt. Besonders in dieser Saison sind die besser dotierten Turniere rar gesät und damit wird es schwieriger, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Wer keinen Verein, Clan oder große Reichweiten hinter sich hat, kommt in FIFA 21 schnell in Existenznöte. Ideale Bedingungen also für kleinere Veranstalter, eigene Wettbewerbe zu etablieren. Denn eines ist sicher: Gibt es Preisgeld zu gewinnen, kommen auch die internationalen Profis.

Man darf nicht vergessen, dass es für FIFA-Spieler noch nicht viele Möglichkeiten gibt, mit ihren Skills Geld zu verdienen.

Maurice Aliu

Einer, der ein solches Format auf die Beine gestellt hat, ist Maurice 'I_BLacKxLeGenD_I' Aliu. Fünf Mal die Woche veranstaltet er seine Blacki Cups, "wenn es keine Serverprobleme gibt". Der 21-Jährige hat die Turnierserie Stück für Stück aufgebaut - Initialzündung war ein simpler Einfall: "Als im vergangenen Jahr die Qualifier für die offiziellen FIFA 20-Cups vorüber waren, habe ich nach einer Idee für neuen Content gesucht, ohne dabei auf Rivals oder die Weekend League zurückzugreifen." Diese Idee begann mit 16 Spielern, nun seien regelmäßig 256 dabei.

Er wollte FIFA einfach wieder spannend machen

Mit dem nahenden Saisonende setzt regelmäßig eine gewisse Flaute in der FIFA-Szene ein. Viele Spieler wenden sich anderen Games zu - manche haben das Spiel auch einfach über. "Ich dachte, mit kleinen Buy-In-Turnieren könnte man FIFA 20 wieder spannend machen und der Community einen Grund geben, bei FIFA am Ball zu bleiben."

Bei "Buy-Ins" entrichten Teilnehmer eine Startgebühr, die in einen Preispool geht. Das ist in der FIFA-Szene noch eher ein Novum, organisierte Turniere abseits von den großen Veranstaltern sind aber bereits Usus. Fünf Euro werden pro Blacki Cup fällig, zuzüglich Mehrwertsteuer. Rund 300 Euro bekam der Gewinner zuletzt ausgezahlt, 150 Euro der Zweitplatzierte. Das lohnt sich für alle, die FIFA professionell betreiben wollen. So ließen sich im besten Falle 1.500 Euro pro Woche verdienen.

Damit schlagen die Cups in eine problematische Lücke innerhalb der FIFA-Szene: "Man darf nicht vergessen, dass es für FIFA-Spieler noch nicht viele Möglichkeiten gibt, mit ihren Skills Geld zu verdienen. Da sind Preisgelder sicherlich ein gutes Argument für die Teilnahme an einem Cup", sagt Aliu.

Heute geht es um mehr als Preisgeld

Der Wunsch sich mit den Besten zu messen und die Preisgelder hätten dazu beigetragen, dass der Cup auch für internationale Spieler interessant wurde. "Gerade in der Anfangszeit war das sicherlich ein Wachstumstreiber", sagt er. Preisgeld sei allerdings nicht mehr alles. Heute geht es um mehr: "Die anderen Teilnehmer, der Host, die Partner, die Startzeiten, etc. ergeben am Ende ein geiles Event, bei dem man einfach dabei sein möchte." Aliu nimmt selbst nicht teil, sondern präsentiert die Cups auf seinem Twitch-Kanal. Gespielt wird oftmals mitten in der Nacht und am Ende zähle das Erlebnis: "Egal ob man gewinnt oder nicht."

Nun sieht sich 'I_BLacKxLeGenD_I' "explodierenden Teilnehmerzahlen" gegenüber, muss sich wegen der hohen Umsätze sogar mit Steuern beschäftigen. Die Versäumnisse der großen Veranstalter und die damit verbundenen Möglichkeiten will der 21-Jährige weiterentwickeln: "Saisonbedingt nimmt der Hype um FIFA 21 jetzt etwas ab. Die Zeit will ich auf jeden Fall nutzen, um den Blacki Cup noch besser zu machen und einfach hier und da ein wenig zu professionalisieren." Dafür sucht er gerade nach starken Partnern und Sponsoren, die "langfristig mit mir was auf die Beine stellen wollen." Man solle gespannt bleiben, was mit FIFA 21 käme, so Aliu.

Allerdings führt Wachstum auch zu Schwierigkeiten. Gerade erst zum 100. Jubiläum brach eine Welle Unmut über die "Blacki Cups" herein. Wie Aliu darauf reagierte, welche Probleme ihm Entwickler EA bereitet, und wie er mit seiner schwierigen Vergangenheit umgeht, lest ihr im nächsten Artikel.

Holm Kräusche

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