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Ali Daei huldigt Ronaldo: "Keiner hätte den Rekord mehr verdient als er"

Der Welttorjäger könnte seine Bestmarke verlieren

Ali Daei huldigt Ronaldo: "Keiner hätte den Rekord mehr verdient als er"

Welttorjäger an der Seitenlinie in Aktion: Ali Daei.

Welttorjäger an der Seitenlinie in Aktion: Ali Daei. picture-alliance

Schon im März, in der nächsten Länderspielperiode, könnte es so weit sein. In Spielen gegen Fußballzwerge wie Aserbaidschan oder Luxemburg hat Portugals Cristiano Ronaldo die Chance, seine stolze Bilanz von 102 Toren in 170 Partien für die Nationalelf entscheidend aufzubessern - so weit, dass der scheinbar ewige Rekord von Ali Daei von 109 Toren, erzielt in "nur" 149 Spielen den Jahren 1993 bis 2006, ausgelöscht wird.

"Keiner hätte meinen Rekord mehr verdient als er", huldigt der Iraner allerdings bereits im Vorfeld seinem potenziellen Nachfolger. "Er ist ohne Zweifel der beste Fußballer aller Zeiten. Ich bin überzeugt, dass es einen Lohn für all diejenigen gibt, die entschlossen und hart arbeiten. Somit wäre es also eine anständige Belohnung für ihn."

Im kicker-Interview (Ausgabe vom kommenden Montag) spricht der ehemalige Bundesliga-Profi (19 Tore in 107 Einsätzen für Arminia Bielefeld, den FC Bayern und Hertha BSC von 1997 bis 2002) über seine Zeit als erster iranischer Spieler in der 1. Liga, der er in der Saison 1997/98 gemeinsam mit seinen Landsleuten Karim Bagheri und Khodadad Azizi war. "Ich habe ja in Deutschland nicht nur gespielt, sondern auch dort gelebt. Und ich habe als junger Mensch jeden Tag gelernt, neugierig, wie ich war."

Ich habe ja in Deutschland nicht nur gespielt, sondern auch dort gelebt. Und ich habe als junger Mensch jeden Tag gelernt, neugierig, wie ich war.

Ali Daei

Ein Posten beim FC Everton?

Daei, inzwischen 51 Jahre alt, erzählt auch von kuriosen Geschichten: Gerüchten über seinen Tod nach einem Autounfall und den Grund, weshalb er einmal bei einem Flug nicht neben Ex-Staatspräsident Ahmadinedschad sitzen wollte. Nach einigen Stationen als Trainer (unter anderem als Nationalcoach im Iran) gab es zuletzt Kontakte nach England, wo möglicherweise beim FC Everton, dem Klub seines Landsmannes und dortigen Mehrheitseigners Farhad Moshiri, ein Posten wartet. Direkte Gespräche darüber sollen stattfinden, wenn es die Pandemielage wieder zulässt.

Im Iran hatte sich Daei, ein studierter Ingenieur der Hüttenkunde, weitere berufliche Standbeine aufgebaut, etwa eine Firma für Sportbekleidung. "Dann kamen die internationalen Sanktionen gegen unser Land. Jetzt bin ich Teilhaber in einem Versicherungsunternehmen und in der Stahlindustrie."

Michael Richter

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