Bundesliga

Absturzgefahr: Jetzt droht Gladbach richtig Abstiegskampf

Die Borussia geht mit vielen Problemen in die Wochen der Wahrheit

Absturzgefahr: Jetzt droht Gladbach richtig Abstiegskampf

Julian Weigl (re.) und Co. stehen vor wegweisenden Kellerduellen.

Julian Weigl (re.) und Co. stehen vor wegweisenden Kellerduellen. IMAGO/Picture Point LE

Warum die Borussen das Thema Abstiegskampf noch (ganz) klein halten mit nur 22 Punkten auf dem Konto nach 22 Spieltagen, bleibt ihr Geheimnis. Dabei häufen sich seit dem starken 3:1 gegen den VfB Stuttgart zum Jahresauftakt die Probleme, was die spielerischen Leistungen auf dem Platz angeht als auch die Situation beim Personal betrifft. Der wegweisende Kellercheck in den nächsten Wochen steht jedenfalls unter keinen guten Vorzeichen - wenn es gegen Bochum, Mainz und Köln vor allem um die Beantwortung der Frage geht, ob die kriselnden Gladbacher nicht doch noch tief in den Abstiegskampf reingezogen werden.

Immer noch profitieren die Borussen von der Schwäche der Konkurrenz auf den letzten drei Plätzen. Dass es so bleibt, dafür gibt es keine Garantie - und deshalb müssen die Gladbacher ihre eigenen Probleme schnellstens in den Griff bekommen. Ballerte zum Beispiel die Offensive an den ersten 17 Spieltagen noch munter drauf los (damals 34 Tore, ein Treffer mehr als Borussia Dortmund), ist sie jetzt das große Sorgenkind. Keine Kreativität, kein Spielwitz, kein Tempo, keine Durchschlagskraft zuhause gegen Darmstadt (0:0) und nun auch wieder in Leipzig, verlorengegangen ist die einstige Leichtigkeit bei Ballbesitz und zu beinahe schon quälend-zähen Vorträgen mutiert.

Verpasst Plea die Kellerduelle?

Sollte Alassane Plea mit seiner Fußverletzung tatsächlich auch die so wichtigen Kellerduelle verpassen, könnte das die Gladbacher kaum schlimmer treffen. Der spielintelligente Franzose, bester Scorer der Mannschaft (sieben Tore, fünf Assists), verkörperte bisher das Herzstück der Offensive. Und im Kader findet sich kein Profi, der das kreative Loch füllen könnte, zumal sich vor Leipzig auch noch Florian Neuhaus (muskuläre Probleme) verletzt abmeldete.

Dass die Offensive zwar an Power verloren hat, dafür aber die Defensive in den zurückliegenden Spielen stabilisiert wurde, wie erklärt wird, ist zunächst einmal nicht falsch, letztendlich jedoch auch nur ein Teil der Wahrheit. Im Abwehrzentrum mag es Fortschritte geben, aber die Außenbahnen bleiben ein Problem, weshalb sich Trainer Gerardo Seoane vermutlich scheut, häufiger auf Viererkette umzustellen.

Das Leipziger 2:0 durch Openda füllt das Konto der komplett überflüssigen und selbst verschuldeten Gegentore in dieser Saison, weil es Luca Netz in der eigentlich einfach zu antizipierenden Situation verpasste, den Angreifer abseits zu stellen. Und Personalsorgen beschäftigen die Borussen vor Bochum jetzt auch im hinteren Bereich: Ko Itakura und Nico Elvedi, zwei Säulen der Innenverteidigung, werden aufgrund einer Gelbsperre gegen Bochum zuschauen.

Kein Grund zu Sorge im Borussia-Park?

Ob sich wirklich jeder im Borussia-Park der Situation bewusst ist, wie zuletzt vielfach betont wurde, wird sich schon am Samstag gegen Bochum zeigen. Dass die Protagonisten trotz der Talfahrt (nur ein Sieg aus neun Spielen) so beharrlich die Qualität im Kader hervorheben, überrascht jedenfalls. Nochmal zur Erinnerung: In fünf Spielen gegen ein Liga-Schlusslicht in dieser Saison sprangen nur magere drei von 15 möglichen Punkten heraus, es gelang kein einziger Sieg. Alles kein Grund zur Sorge? Kein Warnsignal? Aber vielleicht strafft sich die Mannschaft ja rechtzeitig und beweist in den nächsten drei Spielen, dass sie in dieser Saison wirklich nichts mit dem Abstieg zu tun hat. 

Jan Lustig

Bilder zur Spielpaarung Leipzig gegen Gladbach