Bundesliga

Werder-Abstiegskampf bis zum Schluss? Baumann: "Nicht auszuschließen"

Werder-Aussetzer erhöht den Druck wieder

Abstiegskampf bis zum Schluss? Baumann: "Nicht auszuschließen"

Bedient: Frank Baumann in Sinsheim.

Bedient: Frank Baumann in Sinsheim. imago images

Der Gemütszustand von Frank Baumann hatte gleich mehrere Facetten. Als "überrascht, enttäuscht und auch ein Stück weit sauer", zeigte sich der Bremer Sportchef am Tag nach der höchsten Saisonniederlage, einem 0:4 am Sonntagabend bei der TSG 1899 Hoffenheim. Eine solch dürftige Leistung, "die nicht ausreicht, um in der Bundesliga Punkte zu holen", hatte er nicht von der Mannschaft erwartet; auch wenn er natürlich schon lange genug im Profifußball dabei sei, um zu wissen, "dass man sich für die vergangenen Wochen nichts kaufen kann".

Insbesondere die Defensive, die sich im erwähnten Zeitraum als die stabilste der Liga (nur sechs Gegentore im Jahr 2021, wie auch der VfL Wolfsburg) erwiesen hatte, offenbarte in Sinsheim Fehler, die jenen Bestwert beinahe ad absurdum führten. Dabei hatten sich die Bremer die gesamte Trainingswoche lang intensiv mit dem Hoffenheimer Offensivspiel und der durch Ihlas Bebou ausgehenden Gefahr in der Tiefe beschäftigt. "Unzählige Male" sei auf die Geschwindigkeit des Angreifers hingewiesen worden, so Baumann. Stattdessen avancierte er zum Spieler des Spiels.

Baumann zieht ein bedenkliches Fazit und erwartet eine Reaktion

"Wir haben als Team nicht funktioniert", lautete des Sportchefs Fazit - gleichwohl ein bedenkliches. "Das muss sich möglichst schnell ändern." Am Freitagabend wartet nämlich schon der nächste Gegner, nicht irgendeiner dazu: Eintracht Frankfurt. "Ob wir gegen die Topmannschaft der Liga gewinnen können, weiß ich nicht", sagte Florian Kohfeldt, "aber auf jeden Fall müssen wir eine Reaktion zeigen." Nach einer "in allen Belangen" schlechten Darbietung hoffe er nun darauf, dass sich seine Mannschaft in der kurzen Woche schüttelt und sich eine alte Fußballfloskel gewissermaßen bewahrheitet: Lieber einmal 0:4 verlieren als viermal 0:1. Denn andererseits könnte sich die Tabellensituation noch mal weitaus kritischer gestalten.

Wachsam sein, aber nicht panisch

Baumann verwendet den Begriff Abstiegskampf in diesem Zusammenhang nur ungern, er spricht lieber davon, "dass wir um den Klassenerhalt kämpfen". Bislang hatte Werder immer einen gewissen Punkteabstand zur gefährlichen Zone. Doch dass die Bremer trotzdem (und erneut) bis zum Schluss der Spielzeit um die Bundesligazugehörigkeit bangen müssen, "kann man nicht ausschließen", sagte Baumann am Montag. Das erklärte Ziel laute jedoch, "den Klassenerhalt vor dem letzten Spiel perfekt zu machen".

Ausschlaggebend dafür werden vor allem die anstehenden Partien nach dem Frankfurt-Spiel sein: gegen Köln, gegen Bielefeld im Nachholspiel. "Man sollte sehr wachsam sein", warnt Kohfeldt, "aber man sollte auch nicht in Panik verfallen. Unser Ziel war es, stabil in der Liga zu bleiben. Es sind weiter fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz."

Tim Lüddecke

Frankfurter Dominanz: Das ist die kicker-Elf des 22. Spieltags