Bundesliga

Absage an den VfL: Morata bevorzugt Italien

Wolfsburg: Allofs bleibt gelassen

Absage an den VfL: Morata bevorzugt Italien

Wolfsburg ist nicht sein Ziel: Stürmer Alvaro Morata.

Wolfsburg ist nicht sein Ziel: Stürmer Alvaro Morata. imago

Alle Mühen waren wohl umsonst. Mit großer Geduld versuchten die VfL-Macher ihren Wunschkandidaten in den vergangenen Monaten zu überzeugen. Beim Umfeld des Spielers gelang das, ebenso bestand Klarheit mit Real Madrid. Nur Morata selbst wollte sich nicht komplett vom Wolfsburger Projekt überzeugen lassen. "Es war sehr kompliziert", sagt sein Berater Lopez. Das Bemühen der Deutschen ehrte den spanischen Angreifer, jedoch: "Er bevorzugt Italien." Und dort Juventus Turin, das im Gegensatz zu Europa-League-Teilnehmer VfL die Champions League zu bieten hat.

Allerdings: Der Konkurrenzkampf bei der Alten Dame wird ungleich größer als bei den Niedersachsen, verfügt Juve-Trainer Antonio Conte doch über eine ganze Reihe an namhaften Offensivleuten, darunter Moratas Landsmann Fernando Llorente oder den Argentinier Carlos Tevez. Der letzte Funken Hoffnung beim VfL könnte nun sein, dass sich Real und Juve bezüglich der Ablösesumme nicht einigen können. Berater Lopez, der die Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg lobt und Manager Allofs als "Gentleman" preist, wünscht sich jetzt jedoch einen schnellen Vollzug: "Hoffentlich geht es in den nächsten ein, zwei Tagen über die Bühne."

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Nun, Klaus Allofs trifft diese Entscheidung nicht ganz unerwartet. Und so bleibt er auch gelassen: "Morata war einer der Kandidaten, mit denen wir Gespräche geführt haben", meinte er am Dienstagabend und versicherte, dessen Entscheidung für Juve treffe ihn nicht: "Das ist kein Beinbruch, da geht keine Welt für uns unter. Es war immer klar, dass der Wunsch in diese Richtung geht." Ganz abschreiben will er den Spanier aber noch nicht, er lässt ihm eine Hintertür offen: "Wenn er möchte, kann er seine Meinung noch ändern. Wir haben noch keinen anderen gefunden."

Dennoch klopft Allofs den Markt natürlich längst nach Alternativen ab. Romelu Lukaku (21) vom FC Chelsea ist schon lange im Visier des Managers, könnte nun an die erste Stelle der Kandidatenliste rücken. Gespräche über einen Transfer haben auch dort schon längst stattgefunden. Der Haken bei dem Belgier, zuletzt an den FC Everton ausgeliehen, war bislang jedoch die Ablöseforderung von Chelsea, die bei rund 30 Millionen Euro gelegen haben soll.

Origi ist eine Alternative

Zu viel für den Stürmer, der bei der WM ein wenig hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Und dabei sogar zeitweise von Divock Origi (19) in den Schatten gestellt wurde. Auch die Möglichkeiten bei dem belgischen Shootingstar, der in Brasilien ein Tor für die Roten Teufel erzielte, klopfte Allofs ab. Doch auch hier sieht sich der Geschäftsführer namhafter Konkurrenz gegenüber. Es heißt, der FC Liverpool habe bereits Einigkeit erzielt mit Origis Noch-Klub OSC Lille erzielt.

Allofs will eine Verstärkung

Die Suche geht so oder so weiter für den Bundesligisten, der in vorderster Front auf jeden Fall tätig werden will. Schließlich ist die Auswahl für VfL-Trainer Dieter Hecking in der Offensive mit Routinier Ivica Olic (34), dem Rekonvaleszenten Bas Dost (25), an dem Feyenoord Rotterdam interessiert sein soll, und Nachwuchsstürmer Kevin Scheidhauer (22) sehr übersichtlich. "Wir wollen eine Verstärkung", sagt Klaus Allofs, "das soll aber wirtschaftlich vernünftig sein." Bei Alvaro Morata hätte alles gepasst – doch der hat sich anders entschieden.

Thomas Hiete