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Abbruch ohne Wertung: Auch NRW zieht einen Schlussstrich

"Ende mit Schrecken weitaus lieber"

Abbruch ohne Wertung: Auch NRW zieht einen Schlussstrich

In NRW wird in allen drei Landesverbänden die Saison 2020/21 abgebrochen.

In NRW wird in allen drei Landesverbänden die Saison 2020/21 abgebrochen. imago images

Nun haben die nächsten Landesverbände die Saison 2020/21 offiziell für beendet erklärt. In NRW ist die seit November unterbrochene Spielzeit damit Geschichte. Sowohl unter dem Dach des FLVW wie auch des FVN und des FVM wird die Runde abgebrochen und nicht gewertet.

Aus Westfalen heißt es dazu vom Verband: "Da die für eine sportliche Wertung erforderliche Anzahl an Spielen nicht mehr erreicht werden kann, wird die Spielzeit annulliert." Heißt, es werde weder Meister noch Auf- und Absteiger geben. "Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir einen Schlussstrich ziehen müssen", erklärt der für den Amateurfußball verantwortliche FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders. Angesichts der bundesweiten Notbremsen-Regelung sowie weiter stark steigenden Infektions- und Inzidenzzahlen sei ein realistischer Zeitpunkt für die flächendeckende Wiederaufnahme des Spielbetriebes nicht absehbar. Präsident Gundolf Walaschewski sagt: "Uns und vor allem den Vereinen - das haben zahlreiche Gespräche und Nachrichten gezeigt - ist das vielzitierte Ende mit Schrecken weitaus lieber, als sich Woche für Woche vertrösten zu lassen und an den letzten Strohhalm einer Saisonfortführung zu klammern." Ihm tue es vor allem für die Mannschaften leid, die womöglich auf einen Aufstieg gehofft hatten.

Nicht realistisch und sinnvoll

Ähnlich sieht man es beim FVN. Präsident Peter Frymuth: "Die Beendigung einer Saison ohne Wertung ist eine Situation, die wir uns alle nicht vorstellen konnten. Aber die Entwicklung der Pandemie hat uns in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, dass es wohl keine andere Möglichkeit geben würde." In einem intensiven Dialog habe man mit den Vereinen die Situation transparent besprochen. Dabei wäre deutlich zu spüren gewesen, dass auch diese "eine Fortsetzung der Saison nicht für realistisch und vor allem sinnvoll halten".

Uns und vor allem den Vereinen - das haben zahlreiche Gespräche und Nachrichten gezeigt - ist das vielzitierte Ende mit Schrecken weitaus lieber, als sich Woche für Woche vertrösten zu lassen und an den letzten Strohhalm einer Saisonfortführung zu klammern.

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski

Extrem bitter, sagt FVM-Präsident Bernd Neuendorfer, sei es für Vereine und alle Spielerinnen und Spieler am Mittelrhein, dass nun zum zweiten Mal in Folge eine Saison abgebrochen werden muss. "Letztlich hatte der FVM angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens aber keine andere Wahl. Wir wollten unbedingt zu einer sportlichen Wertung der Saison kommen. Das ist unsere Aufgabe als Fußball-Verband. Die Pandemie hat uns aber alle ausgebremst", so der Präsident ehrlich. Und Markus Müller, Vorsitzender des Verbandsspielausschusses, ergänzt: "Die Entscheidung zur Annullierung der Saison ist zweifellos ein massiver Eingriff in den Spielbetrieb. Wir haben die Entscheidung deshalb auf allen Ebenen sorgfältig vorbereitet und breit abgestimmt." Nun, so Müller, richtet man den Blick auf die nächste Runde. Wann diese startet, darüber lässt sich aktuell nur spekulieren. "Aufgrund der Corona-Problematik ist derzeit schwer abzusehen, wann ein Start der nächsten Saison erfolgen kann", sagt FVN-Kollege Jades, der die Euphorie auf einen baldigen Start in die neue Spielzeit schon vorzeitig bremst.

Offen bleibt in allen drei Verbänden erst einmal, wer in der neuen Saison am DFB-Pokal teilnehmen darf. Ob zumindest die Pokalwettbewerbe noch gespielt werden können oder ob auch hier eine Entscheidung am grünen Tisch fallen wird, darüber wollen die Verbände in den nächsten Tagen und Wochen diskutieren.

dw

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