West

Abbruch in Aachen - Lippstadt siegt in Wattenscheid

Regionalliga West - 11. Spieltag

Abbruch in Aachen - Neufelds Fauxpas: Lippstadt siegt in Wattenscheid

Der SV Lippstadt (Archiv) holte sich die Punkte im Duell gegen die SG Wattenscheid.

Der SV Lippstadt (Archiv) holte sich die Punkte im Duell gegen die SG Wattenscheid. IMAGO/Maximilian Koch

Zum dritten Mal in Folge durfte Alemannia Aachen am Sonntag am heimischen Tivoli antreten - es wurde ein denkwürdiger Tag. Gegner war diesmal Borussia Mönchengladbach II. Früh schon geriet die Alemannia in Rückstand: Nach einer Hereingabe aus dem Halbfeld landete der Ball vor den Füßen von Meuer, der eiskalt zum 1:0 für die Gladbacher netzte (2.). In Folge sahen die rund 7000 Zuschauer kein besonders ansehnliches Duell, Gladbach verwaltete, Aachen hatte ein paar Halbchancen. Nach Wiederanpfiff verpassten zunächst die Gäste, nachzulegen, aber auch die Alemannia hatte in der besten Phase der Partie den Ausgleich auf dem Fuß. Auf dem Feld wurde es dann hektischer, nach ein paar strittigen Szenen im Strafraum rückte auch der Unparteiische Jörn Schäfer in den Mittelpunkt. Es kam zu einer Rudelbildung, die Hektik übertrug sich auf die Ränge. Kurz vor dem Ende,in Minute 86, entlud sich das in einer unrühmlichen Szene, als Ramaj im Strafraum fiel und die Pfeife erneut stumm blieb, daraufhin allerdings Linienrichter Felix Weller von einem von den Rängen fliegenden Gegenstand - wohl einem Trinkbecher - am Hinterkopf getroffen wurde. Daraufhin brach Schiedsrichter Schäfer die Partie sofort ab. Nun wird sich das Sportgericht mit der Partie befassen müssen, Aachen droht eine Strafe.

In der zweiten Sonntagsspartie verpasste es die SG Wattenscheid 09 im Heimspiel gegen den SV Lippstadt, die Rote Laterne wieder an den SV Straelen zu überreichen. Lippstadt startete dabei gut in ein intensives Duell, dann aber kam auch die Heimelf auf und hatte in der zweiten Phase von Durchgang eins mehr vom Spiel. Chancen gab es auf beiden Seiten, Tore fielen aber keine. Das änderte sich schnell in den zweiten 45 Minuten, zunächst unter gütiger Mithilfe von 09-Keeper Neufeld, der nach einem Rückpass versuchte, den auf ihn zustürmenden Matter aussteigen zu lassen. Der aber schnappte sich den Ball, sagte danke und stellte auf 1:0 für Lippstadt (48.). In Folge ging es hin und her, es wurde zum teils offenen Schlagabtausch beider Teams. In dieser Phase fiel zunächst auch ein Pfostentreffer durch die Gäste, dann wenig später auch das 2:0, bei dem Maier frei vor dem Tor bedient wurde und den Keeper trocken überwand (64.). Es war gleichzeitig die Entscheidung, Wattenscheid kam nicht mehr ran.

Schauerte schockt Münster

Preußen Münster musste sich im Top-Spiel gegen den 1. FC Kaan-Marienborn trotz Überlegenheit mit einem Remis begnügen. Die Preußen nahmen von Beginn an das Spiel in die Hand, trafen zunächst aber nur Aluminium. Von den Gästen kam in der Anfangsphase offensiv nichts, erst Mitte der Halbzeit verbuchten sie die erste Gelegenheit. In einer etwas zähen Phase fiel dann das 1:0 für die Münsteraner, Oubeyapwa lief in eine Halbfeldflanke und köpfte ein (35.). Eine hochverdiente Führung zur Pause für den Tabellenführer. Die Käner kamen motiviert aus der Kabine und konnten die Partie kurzfristig ausgeglichen gestalten, vor den Toren tat sich aber nicht viel. Dann aber übernahm wieder der Primus das Kommando, hielt die Gäste so weitgehend vom eigenen Tor fern. Weil Münster es aber verpasste, das beruhigende 2:0 nachzulegen, kam es, wie es kommen musste: Mit der ersten Torchance in Durchgang zwei zimmerte Schauerte seinem Ex-Verein das 1:1 per Volley in die Maschen (86.). Alles folgende Anrennen half nichts mehr, auch zwei gefährliche Kopfbälle fanden in der Nachspielzeit nicht mehr den Weg in das Gästetor. So verpassten es die Münsteraner, in der Tabelle etwas Polster zwischen sich und den Verfolgern aufzubauen.

Dass der FC Schalke 04 II gut drauf ist derzeit, bewies er auch beim Wuppertaler SV.  Der 4:1-Erfolg war Sieg Nummer vier in Folge und lässt die U 23 auf Rang drei klettern. Dabei zeigten die "Knappen" keine gute erste Halbzeit, lagen früh hinten: Montag netzte nach einem hohen Ball zum 1:0 für Wuppertal ein (8.). Ivan aber gelang die rasche Antwort, als er von links in die Mitte zog und ins rechte Eck traf (15.). Und gleich darauf war die Partie gar gedreht, van der Sloot netzte flach zum 2:1 (18.). In Durchgang zwei trat Schalke dann verbessert auf und sorgte für die Entscheidung: Kyerewaa wuchtete aus zwölf Metern das 3:1 in die Maschen (61.), den 4:1-Schusspunkt trotz Unterzahl - Boboy hatte zuvor Rot gesehen (62.) - besorgte Kozuki aus spitzem Winkel (86.). Die Wuppertaler enttäuschten, konnten auch mit dem Mann mehr auf dem Feld nichts anfangen.

Oben dabei ist auch Rot-Weiß Oberhausen, das sich auswärts bei Fortuna Düsseldorf II mit 2:0 durchsetzte. In einem intensiven wie ausgeglichenen Duell profitierte Lunga in Halbzeit eins von einem Fehlpass, stellte cool auf 1:0 (39.). RWO kam mit Druck aus der Kabine, traf zunächst aber nur die Latte. Entschieden wurde die Begegnung erst in der Nachspielzeit, als Düsseldorf alles inklusive Keeper nach vorne warf und Kreyer bei einem Gegenstoß ins leere Tor traf (90.+4).

Das Kellerduell 1. FC Bocholt gegen SV Straelen endete überraschend deutlich mit einem 4:0-Erfolg der Heimelf. Von Beginn an sorgte der Aufsteiger für Druck: Nach einem schönen Angriff köpfte Fakhro das 1:0 (6.). Auch in Folge dominierte Bocholt. Da auf Seiten des Gegners auch noch Refai nach einem Foul mit der Ampelkarte früh vom Feld musste, war der Boden für einen Heimsieg bereitet (28.). Nach Wiederanpfiff war Lorch bei einer Flanke zur Stelle und stellte auf 2:0 (49.), dann wurde er mit einem schnell ausgeführten Freistoß bedient - 3:0 (62.). Und auch Fakhro durfte - erneut per Kopf - noch seinen Doppelpack erzielen (82.). Vom SV Straelen, bei dem zuletzt bekanntlich ein Aufwärtstrend zu sehen war, gab es beinahe über die vollen 90 Minuten nichts zu sehen. Auch defensiv war es, unter Berücksichtigung des frühen Platzverweises, ein dürftiger Auftritt.

Im letzten Samstagsspiel beendete der SC Wiedenbrück seine Negativserie von drei Niederlagen am Stück mit einem 2:0-Sieg gegen die zuletzt dreifach erfolgreiche U 21 des 1. FC Köln. Ein verdienter Erfolg in einem chancenreichen Duell, Aboagye (33.) und Kaiser (82.) waren die Torschützen.

Auch Rödinghausen gewinnt nicht

Der SV Rödinghausen konnte am Freitagabend zumindest für eine Nacht mit Primus Preußen Münster gleichziehen, musste sich beim 1:1 im Duell bei Rot Weiss Ahlen allerdings ebenfalls mit einem Zähler begnügen. Recht unglücklich lag der SV Rödinghausen schon in der Anfangsphase der Partie hinten: Einen Ball aus dem Halbfeld legte Riemer per Kopf am eigenen Keeper vorbei - 1:0 für die Heimelf (8.). Dabei sollte es, trotz Chancen auf beiden Seiten, bis zur Pause auch bleiben. In Durchgang zwei kam lange nichts Zählbares auf die Anzeigentafel, je länger die Führung hielt, desto größer wurde die Hoffnung der Heimelf, das 1:0 auch über die Zeit zu bringen. Aber Rödinghausen sollte gegen konzentriert verteidigende Ahlener doch noch eine Lücke finden: Der Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit, als Kurzen den Ball nach einem Querpass über die Linie drücken konnte (90.+2).

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Zwei unterschiedliche Halbzeiten gab es zwischen Fortuna Köln und dem 1. FC Düren zu sehen. Die Heimelf startete druckvoll ins Heimspiel, erspielte sich einige gute Torchancen. Die 2:0-Führung zur Pause war hochverdient: Lokotsch spielte zunächst nach einem langen Ball und einer Verlängerung seine Tempovorteile aus und war mit dem 1:0 zur Stelle (7.), für das 2:0 zeichnete Marquet mit einem sehenswerten Fallrückzieher verantwortlich (31.), der Ball wurde ihm dabei nach einem abgefälschten Schuss per Bogenlampe serviert. Nach Wiederanpfiff schien die Heimelf aber ihre Aufmerksamkeit in der Kabine gelassen zu haben, ermöglichte den Gästen so binnen weniger Minuten das Comeback. Bors erzielte nach einer Ecke aus dem Gewühl den 1:2-Anschluss (47.), Brasnic dann per Foulelfmeter den 2:2-Ausgleich (53.). In Folge verdiente sich Düren auch diesen Zwischenstand, in der Schlussphase aber sorgte dann Willms doch noch für einen glücklichen Erfolg der Heimelf: Eine Hereingabe verlängerte er technisch versiert per Außenrist über den Keeper hinweg zum 3:2-Siegtreffer (79.). Nach dem starken Saisonstart ist zuletzt etwas die Luft raus bei Aufsteiger FC Düren: Fünf Niederlagen gab es aus den letzten sechs Partien. Die Fortuna kann in der Tabelle hingegen klettern.

stw/jam