Bundesliga

Aaron, Stöger und Co.: Lichtes Unzufriedene und ihr Weg zurück

Mainz: Ersatzspieler müssen sich anbieten

Aaron, Stöger und Co.: Lichtes Unzufriedene und ihr Weg zurück

Zuletzt nicht mal mehr im Kader: Der Mainzer Aaron.

Zuletzt nicht mal mehr im Kader: Der Mainzer Aaron. imago images

Jeder nicht oder nur wenig eingesetzte Profi hat vermutlich die Eigenwahrnehmung, deutlich zu wenig auf dem Feld zu stehen, nicht nur in Mainz. "Das ist so, und es wäre auch komisch, wenn es nicht so wäre", sagt Jan-Moritz Lichte und weiß, dass in seinem durchaus üppigen Kader einige Akteure unzufrieden mit ihren Spielzeiten sind.

Zwei prominente Beispiele mit unterschiedlichen Hintergründen sind Aaron und Kevin Stöger. Der Spanier stand in den vergangenen vier Partien nicht einmal im Kader. In der aktuellen Bankbesetzung ist nur ein Außenverteidiger vorgesehen, und da hat Philipp Mwene die Nase vorne, weil er "defensiv einen Tick mehr Stabilität bringt und im Training sehr aggressiv und wachsam agiert", wie der Coach erklärt.

Lichte will von Aaron mehr Defensivarbeit sehen

In einem Gespräch mit dem einst für eine hohe einstellige Millionensumme von Espanyol Barcelona gewechselten Linksfüßer hat Lichte deswegen noch einmal dessen Abwehrarbeit angemahnt: "Es ist seine Aufgabe, mir zu zeigen, dass er dieselbe defensive Stabilität bringen kann wie die anderen. Offensiv hat er definitiv seine Vorzüge, und im Training bringt er sich voll ein." Ob es für den einstigen Königstransfer einen Weg ins Team zurückgibt, ist eher fraglich.

Dieser Weg steht Kevin Stöger aller Voraussicht nach noch bevor. Der bis nach Ende der Transferperiode vertraglose Mittelfeldspieler benötigt noch etwas mehr Zeit. "Wenn du zu einem neuen Verein kommst, das ganze Konstrukt noch nicht kennst und davor lange nicht mehr mit einer Mannschaft trainiert hast, dann ist es schwer, alles direkt umzusetzen und in unsere Systematik zu kommen." Für den früheren Düsseldorfer, der mit seinen strategischen Fähigkeiten und dem guten Umschaltspiel wichtige Qualitäten mitbringt, gilt daher: "Er hat jetzt die Aufgabe, sich im Training anzubieten, Gas zu geben, seine Vorzüge in den Vordergrund zu spielen und zu zeigen, dass er andere Spieler überholt."

"Wir stellen nach dem auf, was wir sehen"

Das gelte auch für alle anderen Unzufriedenen, betont Lichte das Leistungsprinzip: "Wir als Trainer stellen nach dem auf, was wir sehen. Wenn wir das Gefühl bekommen, dass jemand im Training deutlich besser ist als ein anderer, dann ist der für uns einen Schritt vorne." Die bisher fast durchgehend negativen Spielergebnisse rechtfertigen keine automatischen Wechsel: "Ich werde keinen Spieler bringen, der im Training diesen Schritt nicht macht, nur weil wir verlieren."

Patrick Kleinmann

Ein Schalker führt: Die besten Zweikämpfer der Bundesliga