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Aachen beendet Torflaute - Wildes Spiel in Wattenscheid

Regionalliga West, 18. Spieltag

Aachen beendet seine Torflaute - Münster gewinnt Spektakel in Wattenscheid

Der Knoten ist geplatzt: Alemannia Aachen und speziell Jannik Mause (Archiv-Foto) konnte gegen Oberhausen wieder treffen.

Der Knoten ist geplatzt: Alemannia Aachen und speziell Jannik Mause (Archiv-Foto) konnte gegen Oberhausen wieder treffen. IMAGO/Revierfoto

Der 18. Spieltag

Die Regionalliga West zeigte sich an diesem Wochenende fanfreundlich, da alle Spiele am frühen Samstagnachmittag angepfiffen wurden. Spitzenreiter Preußen Münster fuhr nach dem 3:1 am Mittwoch bei Schalke 04 II erneut ins Ruhrgebiet, diesmal zur SG Wattenscheid 09. Nach dem frühen 2:0 sah alles nach einem ungefährdeten Sieg für die Adlerträger aus. Als Wattenscheids Lerche nach gut einer Stunde Gelb-Rot sah und Münster zu diesem Zeitpunkt 4:2 führte, schienen die leisesten Restzweifel am Auswärtsdreier endgültig verstummt zu sein, doch Brdaric glich in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 4:4 aus. Mit der letzten Aktion des Spiels besiegelte Scherder aber doch noch den Auswärtssieg in einem faszinierenden Spektakel.

Sieben Punkte hinter Münster rangierte vor Beginn des Wochenendes der Wuppertaler SV auf Platz zwei. Der WSV hätte am Samstag bei Rot Weiss Ahlen gastiert, die Begegnung wurde allerdings abgesagt. Grund: Der Rasen im Wersestadion war nach starkem Regenfall von der Stadt gesperrt worden. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Also sprang die U 23 von Borussia Mönchengladbach auf Rang zwei. Beim 2:1 gegen den 1. FC Kaan-Marienborn verwandelte Telalovic in der 10. Minute eine Hereingabe von Schroers unhaltbar ins kurze Eck. Mit einem Heber stockte Müsel auf 2:0 auf (39.). Mit einer Direktabnahme brachte Wirtz den Aufsteiger heran, mehr war den Gästen aus dem Siegerland nicht mehr vergönnt.

Mit dem Toreschießen hatte in den letzten beiden Partien Alemannia Aachen so seine Probleme. Auf Schalke und gegen Kaan-Marienborn stand es nach 90 Minuten jeweils 0:0. Zu wenig, um oben dranzubleiben. So gesehen brachte der Samstag eine klare Wende zum Besseren. Mutig nahm Held in der 13. Minute eine Flanke von Oeßwein aus spitzem Winkel direkt, das Leder flog abgefälscht ins Tor. Nicht einmal 120 Sekunden später prallte ein Drehschuss von Mause vor die Füße von Sebastian Schmitt, der Aachens Führung ausbaute. So stark die Alemannia auch gestartet war, RWO blieb hartnäckig. In der 26. Minute verwertete Öztürk einen Eckball per Kopf zum Anschlusstor. Kurz nach der Pause beruhigte Mause die Nerven der heimischen Fans. Beherzt zog der Torjäger vom linken Flügel ins Zentrum und versenkte den Ball im kurzen Eck. In der 59. Minute traf Mause nach einem Konter nur das Außennetz, die Gäste hatten wenig später durch Heinz einen gefährlichen Freistoß auf dem Chancenzettel stehen. Aachens Trainer Helge Hohl konnte sich aber in der Folgezeit auf seine Defensive verlassen. Nach 90 Minuten durften 10.900 Zuschauer, sofern sie nicht das Kleeblatt im Herzen trugen, den Sieg feiern.

Teilerfolg für Rödinghausen

Vor Wochen noch auf Augenhöhe mit Münster, verliert der SV Rödinghausen immer mehr Boden auf den Spitzenreiter. Bei der U 21 des 1. FC Köln konnten die Ostwestfalen froh sein, dass sie zumindest mit einem Zähler nach Hause reisen durften. Die Jungböcke führten nach Toren von Schmid (15.) und Mittelstädt (19.) nämlich schon 2:0. In der 60. Minute zog Choroba ab und markierte mit seinem kernigen Schuss das 1:2. Sieben Minuten vor Schluss traf Meyer nach Vorlage von Safi zum Ausgleich. Den Punkt hatte der SVR in letzter Konsequenz aber seinem Torwart Estevao zu verdanken, der in der 88. Minute noch einen Elfmeter parierte.

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Viel enger als an der Spitze geht es im Tabellenkeller zu. Im Duell der Aufsteiger zeigte der 1. FC Düren beim 1. FC Bocholt eine starke Reaktion auf die Kritik seines neuen Trainers Boris Schommers, der unter der Woche mehr Kampfgeist von seinen neuen Schützlingen eingefordert hatte. Bereits in der 2. Minute spielte Obst einen Fehlpass zu Owusu, der das Geschenk zur Führung für den FCD nutzte. Die Heimelf war danach vor allem durch Standards nahe am Ausgleich. Ausgerechnet aus einem ruhenden Ball traf aber Düren. Durgun verlängerte einen Eckball zu Geimer, der den Ball im Tor unterbrachte (28.). Beide Aufsteiger begegneten sich lange auf Augenhöhe, vor dem Tor agierten aber die Gäste gefährlicher. In der 51. Minute musste FCB-Keeper Wickl gegen Matuschyk mit einer Glanztat retten, kurz darauf klatschte ein Schuss von Steiger an die Latte. Harnafi zielte genauer, in der 75. Minute gelangte eine Ecke zu ihm, mit dem Innenrist ließ er Wickl keine Chance, 3:0-Endstand.

Analog zu Düren herrschte auch bei Fortuna Köln unter der Woche Reizklima. Das Zwischenhoch in der Kölner Südstadt ist verflogen, die Fortuna muss wieder angestrengt nach unten blicken. Und genauso wie Düren traf Köln im Spiel beim SV Lippstadt 08 sehr früh. Stanilewicz chippte den Ball zu Lokotsch, der sich durchtankte und einschoss (1.). Mit einem verwandelten Foulelfmeter würgte Halbauer schon in der 5. Minute die aufkommende Freude der Gäste ab. In der 27. Minute zog Halbauer von rechts in die Mitte und drosch den Ball sehenswert in den Winkel. Aber die Domstädter kämpften sich zurück, mit einem Foulelfmeter glich Marquet in der 38. Minute aus. Im zweiten Durchgang sorgte Halbauer auf heimischer Seite immer wieder für Gefahr, hinten vereitelte Balkenhoff mit einer Glanztat gegen Marquet den Rückstand, in der 79. Minute legte Marquet frei vor Balkenhoff lieber nochmal quer, doch der Pass auf Lokotsch fand nicht den gewünschten Adressaten. Somit gingen beide Teams 2:2 auseinander.

Im Duell zweier abgestiegsgefährdeter Teams behielt der SC Wiedenbrück gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf mit 3:1 die Oberhand. Ein Lohmar-Elfmeter in der 23. Minute bedeutete die Pausenführung. Diese bauten Karahan (51.) und Aboagye (69.) im zweiten Spielabschnitt aus. Das 1:3 durch Kalonji (Elfmeter) in der 81. Minute war nur ein kleiner, für die Tabelle unerheblicher Freudenschimmer für die Düsseldorfer.

Beim SV Straelen droht der Abstiegskampf auf ein bitteres Ende zuzusteuern. Der SVS weist als Schlusslicht nach diesem Spieltag bereits elf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer auf. Dass Straelen aber auch Dinge gut hinkriegt, verdeutlichte das Spiel gegen den FC Schalke 04 II, das 0:0 endete. Zu wenig für den Klub vom Niederrhein, der aber von den Abstiegskandidaten mit vergleichsweise nur 27 Gegentreffern die mit Abstand beste Defensive aufweist. Gegen die U 23 der Knappenschmiede hatte Straelen sogar ein Chancenplus, doch Dünnwald und Niek Munsters zielten in der zweiten Halbzeit bei guten Gelegenheiten knapp drüber.

stw

SG Wattenscheid Preußen Münster

In der Nachspielzeit brechen alle Dämme: Preußen Münster gewinnt Torfestival in Wattenscheid

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