Bundesliga

"Wenn einer es schafft, gratuliere ich"

Paderborn: Rekord-Torschütze Kachunga fiebert in Huddersfield mit

"Wenn einer es schafft, gratuliere ich"

Früher Paderborn, heute Huddersfield: Elias Kachunga.

Früher Paderborn, heute Huddersfield: Elias Kachunga. imago images

Fast sechs Jahre ist die Szene inzwischen alt. Vor Elias Kachungas geistigem Auge aber ist jenes erste Paderborner Tor in der Bundesligageschichte überhaupt, erzielt von ihm am 24. August 2014 beim 2:2 gegen Mainz zum zwischenzeitlichen 1:1, noch sehr lebendig. "Moritz Stoppelkamp war links gestartet und wollte nach vorne durchspielen. Zwei Mainzer lenkten den Ball ab, genau vor meine Füße. Ich habe mit rechts aus ungefähr 16 Metern abgezogen", erinnert sich der Stürmer an einen Meilenstein seiner Karriere. "Es war ein super Moment für uns alle. Das erste Tor vergisst man nicht einfach so."

Kachunga konnte an jenem 1. Spieltag nicht ahnen, dass er im Saisonverlauf noch weitere fünf Tore für den Auf- und späteren Absteiger erzielen und damit in den Statistiken der Paderborner Erstliga-Torschützen an der Spitze stehen wird. Noch, denn das kann sich auch an diesem Wochenende wieder ändern. Zwei aktuelle Stürmer des SCP jagen den Rekord des heute 28-Jährigen. Interessanterweise ist Streli Mamba darunter, ebenso Deutsch-Kongolese wie Kachunga. "Das wäre kurios, wenn die Bestmarke weiter von einem Spieler gehalten wird, dessen Wurzeln in dem Land sind", sagt Kachunga, der seinen Kollegen nicht persönlich kennt. "Aber wir haben gemeinsame Freunde."

Spielersteckbrief Kachunga
Kachunga

Kachunga Elias

Spielersteckbrief Mamba
Mamba

Mamba Streli

Spielersteckbrief Srbeny
Srbeny

Srbeny Dennis

SC Paderborn 07 - Vereinsdaten
SC Paderborn 07

Gründungsdatum

01.06.1985

Vereinsfarben

Blau-Schwarz

Huddersfield Town - Vereinsdaten
Huddersfield Town

Gründungsdatum

15.08.1908

Mamba allerdings ist diesmal gegen Bremen gelbgesperrt - die Chance für den gleichauf mit fünf Treffern dastehenden Dennis Srbeny, der wohl gegen Werder sicher auflaufen wird. "Egal, wem es gelingt", nähme es Kachunga sportlich, wenn sein Rekord eingestellt wird oder sogar fällt. "Auch wenn es schön wäre, wenn meine Leistung noch eine Weile einmalig bliebe: Wenn einer der Jungs es schafft, gratuliere ich." Zumal ja immer noch dieses Premierenerlebnis vom August 2014 als Trost bleibt: "Das erste Tor kann mir keiner mehr nehmen."

Rückkehr nach Deutschland? Kachunga: "Möglicherweise"

Kachunga fiebert aus der Ferne mit, denn Paderborn gehört für den in Köln geborenen und vor allem bei Borussia Mönchengladbach ausgebildeten Profi zu seinen schönsten Stationen. "Respekt, was sie dort geleistet haben. Trainer und Spieler können mit der Saison so oder so zufrieden sein, so, wie sie sich präsentiert haben." Mit SCP-Routinier Uwe Hünemeier gibt es noch losen Kontakt, auch mit Hamid Sabiri, den er bei Huddersfield Town kennenlernte.

Über Ingolstadt gelangte Kachunga 2016 dorthin, sammelte Erfahrungen in der Premier League und versucht nun, mit dem einstigen Überraschungsklub in der 2. englischen Liga den weiteren Absturz zu verhindern. "Am 20. Juni geht es wieder los, mit neun restlichen Spielen ganz eng hintereinander." Ob es auch danach auf der Insel für ihn weitergeht, darüber sei auch angesichts der Corona-Krise noch nicht gesprochen worden. "Mein Vertrag läuft aus, ich bin ziemlich offen für alles und kann mir viele Dinge vorstellen. Möglicherweise auch eine Rückkehr nach Deutschland." Was er drauf hat, hat Elias Kachunga ja schließlich auch in der Bundesliga schon gezeigt.

Michael Richter

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