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"Unglückliches" Schauspiel: Neapel feiert ohne Corona-Abstand

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"Unglückliches" Schauspiel: Neapel feiert ohne Corona-Abstand

Etliche Fans der SSC Neapel feiern auf engstem Raum in der süditalienischen Innenstadt.

Etliche Fans der SSC Neapel feiern auf engstem Raum in der süditalienischen Innenstadt. imago images

Szenen wie diese sollten eigentlich von offizieller Stelle vermieden werden. Doch im Freudenrausch über den Pokalsieg Napolis gegen Juventus Turin (4:2 im Elfmeterschießen) feierten massenweise Fans in der süditalienischen Stadt, als hätte es die Coronavirus-Pandemie und mehr als 34.000 Tote in Italien nie gegeben.

Trainer Gennaro Gattuso, im Verlauf dieser Saison für den geschassten Carlo Ancelotti installiert, hatte den Neapolitanern am Mittwochabend zu ihrem insgesamt sechsten Triumph in der Coppa Italia verholfen - zugleich für Gattuso selbst der erste große Erfolg seiner Karriere als Cheftrainer. Dieser erste Titel nach der mehr als drei Monate langen Corona-Zwangspause wurde in Italien wegen mangelnder sozialer Distanz aber gleich wieder zum Streitfall.

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Von einem "unglücklichen" Schauspiel sprach Ranieri Guerra von der Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag im Sender "Rai". "Es tut weh, solche Bilder zu sehen." Man könne von Glück reden, dass die Feier in Neapel und nicht in Norditalien stattgefunden habe. Dort grassierte das Virus im Gegensatz zum Süden sehr stark.

"Nach so einer langen Pause dann gleich nach nur zwei Spielen einen Pokal zu gewinnen, ist natürlich ein geiles Gefühl", freute sich nach dem Sieg der frühere Gladbacher und Amsterdamer Amin Younes. "Damit konnten wir unseren Fans auch endlich wieder etwas Positives geben nach all den sehr, sehr harten Monaten durch Corona." Coach Gattuso, der in den letzten Wochen auch noch seine Schwester im Alter von 37 Jahren verloren hatte, habe die Profis der SSC Neapel sehr heiß gemacht durch seine Kabinenansprachen. "Wir sind während des Lockdowns alle in Neapel geblieben und niemand ist in die Heimat in dieser schwierigen Zeit. Jeder Einzelne hat die Zeit sehr gut genutzt", so Younes weiter.

Juve und CR7 noch nicht in Fahrt

Während Napoli um den früheren Leipziger Diego Demme verdient siegte, enttäuschte Juventus wie schon beim müden 0:0 Tage zuvor gegen Milan. Nur Legende Gianluigi Buffon war für die Alte Dame mit vielen herausragenden Reflexen und Taten immer auf dem Posten.

Der in Italien zuletzt schon medial stark kritisierte Cristiano Ronaldo und Paulo Dybala "waren die Schlechtesten", kommentierte die "Gazzetta dello Sport". Andere attestierten dem Portugiesen, wie "ein Geist" zu sein - schlicht unsichtbar. Der einzige "Brilliante" sei Torhüter Buffon mit seinen 42 Jahren gewesen, befand die "Gazzetta", nachdem Neapel in der regulären Spielzeit mehrmals an ihm gescheitert war. Turins seit Saisonbeginn tätige Trainer Sarri sprach nachher von einer "Enttäuschung für die Jungs, den Klub und für die Fans" - und gab zu: "Uns fehlt derzeit die Brillanz, um das Spiel gefährlich zu machen."

mag/dpa

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