Europa League

"Spaniens Stolz": Sevilla hält die Fahne in der Europa League hoch

Ehemaliger Serie-A-Legionär Möller plaudert aus dem Nähkästchen

"Spaniens Stolz": Sevilla hält die Fahne hoch - und trifft auf einen anderen Conte

Trifft mit Europa-League-Experte Sevilla auf seinen Ex-Klub Inter Mailand: Techniker Ever Banega.

Trifft mit Europa-League-Experte Sevilla auf seinen Ex-Klub Inter Mailand: Techniker Ever Banega. imago images

Seit dem Jahr 2006 haben die Andalusier fünfmal den UEFA-Cup und den Nachfolge-Wettbewerb, die Europa League, gewonnen. Das ist Rekord, Bestwert und ein Zeichen dafür, dass es sich der FC Sevilla in diesem Schwesterturnier zur Champions League über einen schon sehr langen Zeitraum so richtig gemütlich gemacht hat - zumal der Klub in Köln an diesem Freitag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) schon wieder im Finale steht.

"Für Sevilla ist die Europa League ein Paradies", schreibt deswegen passend die Zeitung "El Pais". Und das Fachblatt "AS" druckt das ab, was sich der ein oder andere Fan schon seit Jahren denken dürfte: "Man sollte überlegen, diesen Wettbewerb umzutaufen und Sevilla League zu nennen. Denn in der Europa League gelten nicht die Gesetze des Fußballs, hier gelten die Regeln des FC Sevilla." Die passende Erklärung dazu: "Wenn das Team erst einmal im Viertelfinale steht, treten die Spieler immer in eine mystische, himmlische Dimension, die sie unweigerlich und unabhängig von Umständen zum Titelgewinn führt."

Trainersteckbrief Lopetegui
Lopetegui

Lopetegui Julen

Trainersteckbrief Conte
Conte

Conte Antonio

Spielersteckbrief Banega
Banega

Banega Ever

Spielersteckbrief R. Lukaku
R. Lukaku

Lukaku Romelu

Spielersteckbrief L. Martinez
L. Martinez

Martinez Lautaro

Europa League - Finale in Köln
Inter Mailand - Vereinsdaten
Inter Mailand

Gründungsdatum

09.03.1908

Vereinsfarben

Blau-Schwarz

FC Sevilla - Vereinsdaten
FC Sevilla

Gründungsdatum

14.10.1905

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Inter Mailand - Die letzten Spiele
Juventus Turin Juventus (H)
2
:
0
AC Florenz Florenz (A)
1
:
2
FC Sevilla - Die letzten Spiele
CD Leganes Leganes (A)
0
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1
Atletico Madrid Atl. Madrid (A)
2
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0

Ganz nebenbei genießen die Sevillistas dieser Tage auch spezielle Aufmerksamkeit im eigenen Land. Schließlich ist diese durch die Corona-Krise in die Länge gezogene Saison eine ohne den bekannten La-Liga-Rest in der Königsklasse: Erstmals seit 13 Jahren ist das Champions-League-Halbfinale nämlich ohne Real Madrid (Achtelfinal-Aus gegen ManCity), ohne Atletico Madrid (Viertelfinal-Aus gegen Leipzig) und auch ohne Barcelona (2:8 im Viertelfinale gegen Bayern) gestiegen. Die "Marca" bezeichnet das Team von Trainer Julen Lopetegui, der selbst nach einer kuriosen Phase in seiner Laufbahn (Entlassung als Spaniens Nationaltrainer kurz vor der WM 2018, im Anschluss nur eine kurze Zeit bei Real Madrid) neu auferstanden ist, zuletzt als letzten verbliebenen "Stolz Spaniens".

Inter - und ein "veränderter" Conte

Im Endspiel dieses Jahr wartet mit dem italienischen Vizemeister Inter Mailand um das kongeniale Sturm-Duo Romelu Lukaku/Lautaro Martinez allerdings ein äußerst harter Brocken. Und ein Team, das nicht nur ob des klaren 5:0 im Halbfinale über ein chancenloses Schachtar Donezk, als leichter Favorit ins Spiel gehen dürfte.

Zumal auch die in der Gesamtheit des Kaders bestens aufgestellten Lombarden ein großes Ziel für ganz Italien vor Augen haben: Seit 1999, einem 3:0 von Parma gegen Olympique Marseille, und damit fast so lange wie die Bundesliga (seit 1997), ist die Serie A im kleinen Europacup titellos. "Wir wollen den Pokal zurück nach Italien bringen", sagt der erfolgreiche Trainer Antonio Conte deswegen klar wie deutlich und hängt direkt an: "Sevilla ist ein zäher Gegner mit viel Erfahrung. Aber wir werden mit Mut und Enthusiasmus antreten. Das Wort Angst gibt es weder bei meinen Spielern noch bei mir."

Möller kennt den anderen Conte von früher

Antonio Conte zeigt sich wie so oft hochemotional an der Seitenlinie.

Laut Andi Möller ein rundum veränderter Mensch als Trainer: Antonio Conte, Erfolgsmacher bei Inter Mailand. imago images

Klare Aussagen, die den ehemaligen Frankfurter, Dortmunder, Schalker und auch ehemaligen Italien-Legionär Andreas "Andi" Möller im neuesten "kicker meets DAZN"-Podcast im positiven Sinne überrascht haben. Der 52-Jährige schätzt den Ex-Trainer des FC Chelsea, der Squadra Azzurra und von Juventus Turin als Top-Mann ein, kennt ihn aber noch nicht lange mit diesem emotionalen Auftreten. Er plaudert deswegen über seinen früheren Teamkollegen etwas aus dem Nähkästchen: "Ich habe mir zu meiner Juve-Zeit mit Antonio Conte ein Zimmer geteilt. Den erkenne ich heute an der Seitenlinie nicht mehr wieder. Der hat damals auf dem Zimmer nicht gesprochen. Er war so ruhig, das war unglaublich." Als Trainer sei Conte aber längst aufgeblüht und einer der besten Coaches in Europa.

Der FC Sevilla und "das Wort Team"

Gemessen wird der gerne auch mal deutlich werdende Italiener aber auch am Erfolg - und hier soll es nach dem zweiten Platz in Italien (am Ende nur ein Punkt Rückstand auf Meister Juventus) nicht auch noch den zweiten Platz in der Europa League geben. Leicht wird das gegen die Wettbewerbsexperten aus Sevilla, wo im Übrigen mit Ever Banega ein zuletzt noch für Inter kickender Techniker spielt, aber nicht. Das unterstreicht auch gerne nochmals Trainer Lopetegui: "Das Wort Team hat bei uns eine ganz große Bedeutung. Harte Arbeit, Solidarität und ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl helfen uns, auch große Herausforderungen zu überwinden."

Vereinspräsident José Castro hängt noch an: "Alle drei Gegner, die wir in diesem Turnier ausgeschaltet haben (AS Rom, Wolverhampton Wanderers, Manchester United; Anm.d.Red.) hatten deutlich größere Budgets als wir. Inters Etat ist mehr als doppelt so hoch wie unserer, außerdem spielen sie ein hervorragendes Turnier. Aber wir mögen schwierige Aufgaben."

mag

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