2. Bundesliga

2.Liga: "Sehr, sehr unglücklich": Schiedsrichter-Frust in Nürnberg

Nürnberger und Sörensen fliegen beim 1:2 gegen Darmstadt vom Platz

"Sehr, sehr unglücklich": Schiedsrichter-Frust in Nürnberg

Standen nach dem Schlusspfiff in Nürnberg im Blickfeld: Referee Patrick Alt (li.) und Club-Coach Jens Keller.

Standen nach dem Schlusspfiff in Nürnberg im Blickfeld: Referee Patrick Alt (li.) und Club-Coach Jens Keller. imago images

Tobias Kempe stand schon bereit. Darmstadts Offensivmann hatte sich den Ball zurechtgelegt, um in der 55. Minute zum Strafstoß anzutreten. Dann aber erhielt Schiedsrichter Alt noch einen Hinweis des Videoassistenten. Also lief der Unparteiische an den Spielfeldrand und sah sich die Elfmeter-Entscheidung noch einmal an.

Aus Gelb wird Rot

Den Strafstoß nahm Alt nicht zurück, hatte Nürnbergs Defensivmann Sörensen Darmstadts Serdar Dursun schließlich klar und deutlich als letzter Mann am Torschuss gehindert. Allerdings wollte sich der 35-jährige Alt in anderer Sache korrigieren: Die Farbe der Karte, die er Sörensen in der 53. Minute entgegengestreckt hatte, war aus Sicht des Gespanns nicht richtig. Aus Gelb wurde Rot - den Elfmeter verwandelte Kempe im Anschluss zum 1:1.

Abgefälschter Ball bringt Unheil

"Eine Situation ändert das komplette Spiel, das ist sehr, sehr unglücklich", erklärte Club-Kapitän Hanno Behrens nach dem Spielende am "Sky"-Mikrofon. "Wir kommen in den ersten zehn Minuten schwer rein, sind danach aber spielbestimmend und gehen verdient in Führung." Dann aber fälschte ein Nürnberger die Hereingabe von Yannick Stark unglücklich in Dursuns Lauf ab und das Unheil nahm seinen Lauf.

Patrick Alt und Thomas Stickroth (re.)

Uneinig: Nürnbergs Co-Trainer Thomas Stickroth sucht das Gespräch mit Schiedsrichter Alt. imago images

Behrens: "Da muss man auch nicht noch Rot geben"

"Wenn es Elfmeter ist, okay", so Behrens. "Aber da muss man nicht auch noch Rot geben." Die Doppelbestrafung von Referee Alt war allerdings eine absolut konforme und zwingend nötige Regelauslegung*. Dass er den Videobeweis benötigte, um zu dieser Entscheidung zu kommen, passte aber ins Bild einer nicht überzeugenden Vorstellung.

In der Nachspielzeit ließ der Unparteiische dann auch noch Fingerspitzengefühl vermissen, als er den bereits verwarnten Fabian Nürnberger wegen einer leichten Abwink-Bewegung nach einer seiner Entscheidungen mit Gelb-Rot vom Platz schickte.

Nach Spielschluss sahen dann Nürnbergs Coach Jens Keller und Co-Trainer Thomas Stickroth kurz nacheinander Gelb. Das hatten sie sich mit ihren Protesten beim Schiedsrichter allerdings auch redlich verdient.

Die Schlinge wird wieder enger

Keller verzichtete auf eine Schiedsrichter-Schelte, haderte aber mit dem Regelwerk: "Da blicke ich inzwischen nicht mehr durch." Ob Keller, Kapitän Behrens oder Torhüter Christian Mathenia, am Ende trauerten sie alle den verlorenen Punkten im Abstiegskampf hinterher. "Es ist unheimlich schade, dass wir für diesen Kampf nicht belohnt wurden", so Mathenia. "Dass dann am Ende noch das Tor fällt, ist bitter". Dario Dumic hatte den Keeper in der 89. Minute mit einem Fernschuss überwunden. "Ich hatte leider ein verdecktes Sichtfeld, so war der Schuss schwierig zu halten", erklärte Mathenia.

*Regel 12 "Fouls und unsportliches Betragen"

Wenn ein Spieler mit einem Vergehen gegen einen Gegner im eigenen Strafraum eine offensichtliche Torchance vereitelt und der Schiedsrichter auf Strafstoß entscheidet, wird der Spieler verwarnt, wenn das Vergehen bei dem Versuch, den Ball zu spielen, begangen wurde. In allen anderen Situationen (z. B. Halten, Ziehen, Stoßen, keine Möglichkeit, den Ball zu spielen etc.) ist der Spieler, der das Vergehen begeht, des Feldes zu verweisen.

Lesen Sie hier den Spielbericht zur Nürnberg-Niederlage.

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