Regionalliga

"Mehrheit plädiert für Abbruch": Babelsberg widerspricht NOFV

Verein übt scharfe Kritik am Verband

"Mehrheit plädiert für Abbruch": Babelsberg widerspricht NOFV

Klare Kritik am NOFV: Der SV Babelsberg 03 hat sich klar positioniert.

Klare Kritik am NOFV: Der SV Babelsberg 03 hat sich klar positioniert. imago images

Zwar gebe es aus Vereinssicht keine Zweifel darüber, dass sich alle Vereine eine sportliche Lösung für die laufende Saison gewünscht hätten, heißt es in einer Klubmitteilung vom Freitag. "Doch dass der NOFV den zweieinhalbstündigen Austausch mit der Einschätzung zusammenfasst, 'die Mehrheit der Vereine sei bestrebt, den sportlichen Wettbewerb fortzusetzen, wenn dieser zum 30. Juni zum Abschluss kommt', wird dem Stimmungsbild nicht gerecht", schreiben die Babelsberger.

"Tatsächlich hält die Mehrheit der Vereinsvertreter eine Fortsetzung der Saison für kaum möglich", heißt es weiter. "Die Mehrheit der Vereine plädiert für einen Abbruch oder eine Annullierung der Saison. Sie sehen unter den aktuellen Umständen keine Voraussetzungen, die Saison zu Ende zu spielen."

Dies steht in einem klaren Kontrast zur Darstellung des NOFV vom Donnerstagabend zur Videokonferenz der Vereinsvertreter.

Deutliche Kritik am NOFV

An Kritik am Verband spart Babelsberg in der Mitteilung nicht. "Wenn der NOFV mehrheitlich ein Bestreben der Vereine für eine Saison-Fortsetzung wahrgenommen hat und dafür auch eine Verlängerung der Spielzeit über das reguläre Saisonende am 30. Juni für möglich hält", heißt es, "dann ignoriert er aus Sicht des SV Babelsberg 03 eine Reihe zahlreich vorhandener und auch vorgetragener wirtschaftlicher, arbeitsrechtlicher, logistischer, vor allem aber gesundheitlicher Aspekte".

So seien die entsprechenden Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen "unmöglich zu gewährleisten", wenn der Ligabetrieb bis zum 30. Juni beendet werden soll. Es drohe eine Flut an Spielen, die zur Belastung für die Spieler werden würde, was "ein fürsorglicher Verein und Verband kaum verantworten kann".

"Statt Illusion zu schaffen": Babelsberg fordert Abbruch

Nicht nur deshalb positioniert sich Babelsberg klar für einen Abbruch der Saison. Die wirtschaftlichen Folgen von Geisterspielen seien nach Vereinsangaben nicht zu stemmen. Auch das im Raum stehende Angebot von MDR und RBB, alle ausstehenden Spiele live zu streamen und damit eine zusätzliche Einnahmequelle für die Vereine zu generieren, reiche nicht aus, um einen finanziellen Ausgleich für die Verluste zu schaffen.

Das Statement beendet der Verein mit deutlichen Worten an den Verband. "Statt eine Illusion zu schaffen, (...), fordert der SV Babelsberg 03 den NOFV auf, die tatsächlich vorgetragenen Argumente der Vereine nicht länger zu ignorieren und in seinen öffentlichen Mitteilungen zu verschweigen, sondern für das aus unserer Sicht einzig sinnvolle Szenario einer Annullierung der Saison die nötigen Regelungen (...) vorzubereiten."

mib

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