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Juventus Turin: Matthijs de Ligt und der Magnet im Arm

Niederländischer Abwehrspieler spricht über Anfangszeit in Turin

"Kind im Süßwarenladen": Juve-Juwel de Ligt und der Magnet im Arm

Matthijs de Ligt ist Spieler von Juventus Turin.

Hat sich reingebissen ins Team von Juventus: Matthijs de Ligt. imago images

Für fünf Jahre und damit bis 30. Juni 2024 hat de Ligt im letzten Jahr bei Juventus unterschrieben. Über seine ersten Eindrücke bei der Alten Dame, die mit 35 Titeln italienischer Rekordmeister ist und zuletzt gleich achtmal (!) in Serie den Scudetto errungen hat, beschreibt das 20-jährige Abwehrtalent nun brandaktuell in einem Videointerview beim YouTube-Kanal von "Foot Truck", das er zusammen mit Kollege und Torwart Wojciech Szczesny geführt hat.

Der neben Harry Maguire (Manchester United) und Landsmann Virgil van Dijk (Liverpool) teuerste Innenverteidiger teilt dabei mit, wie schwer seine ersten Schritte gewesen seien bei diesem mit Stars gespickten Team. Denn plötzlich seien nicht mehr nur junge, hochtalentierte Ajax-Knappen um ihn herum gewesen - sondern gestandene Herrschaften wie Gianluigi Buffon, Kapitän Giorgio Chiellini, Leonardo Bonucci und natürlich ein gewisser Cristiano Ronaldo. "Als ich das erste Mal in die Umkleidekabine ging, war ich wie ein Kind in einem Süßwarenladen! Da ist Buffon, da ist Ronaldo ... Erst nach zwei Monaten hatte ich das Gefühl, dass ich mehr ich selbst sein könnte", so de Ligt.

Fehler und Handspiele: "Der Start war schwierig"

Dabei muss sich der holländische Nationalspieler auch eingestehen, dass der Druck zu Beginn vielleicht etwas zu hoch gewesen ist - was etliche Fehler in seinen ersten Testspielen oder auch in seinem ersten Ligaspiel beim wilden 4:3 gegen die SSC Neapel unterstrichen haben. Damals führte Juve bereits 3:0, ehe de Ligt bei allen drei Gegentoren beteiligt ist, es 3:3 steht - und ein Eigentor den glücklichen Sieg rettet.

Ich bin eher der Typ, der sich sofort über sich selbst lustig macht.

Matthijs de Ligt

"Es waren sofort viele Augen auf mich gerichtet", erinnert sich der Champions-League-Halbfinalist 2019 mit Ex-Klub Ajax Amsterdam und ergänzt wohlwissend: "Im zweiten Spiel machte ich dann auch noch ein Eigentor und der Druck wurde noch stärker. Im Training lief es gut, aber ich musste mich in den Spielen verbessern. Der Start war schwierig."

Was auch in diversen Handspielvergehen begründet ist: Immer wieder verursacht de Ligt in seinen ersten Monaten als Juve-Profi Elfmeter für die Kontrahenten - einmal auch beim Länderspiel gegen Deutschland (4:2 am 6. September 2019). Hier gewinnt Oranje zwar, doch in Minute 73 wird de Ligt unglücklich angeschossen - und Toni Kroos gleicht zwischenzeitlich zum 2:2 aus. Der Innenverteidiger sagt zu all dieser Anfangsmisere: "Ich erinnere mich daran, wie ich zum Duschen gehen und Leute mir sagen, dass das doch unglaublich sei. Das es so wirke, wie als hätte ich einen Magnet im Arm. Mit der Szene gegen Deutschland kann man mein Pech am besten erklären, der Ball hüpft auf, ich blicke nach oben und plötzlich geht der Ball an meinen Arm." Er sei aber nicht der Typ, der sich an solchen Szenen aufhängt oder sich verrückt macht: "Ich bin eher der Typ, der sich sofort über sich selbst lustig macht."

De Ligt will seinen Stil behalten

Miralem Pjanic und Matthijs de Ligt sind Spieler von Juventus Turin.

Inzwischen angekommen im Team von Juventus: Matthijs de Ligt. imago images

Zumal de Ligt nicht nur wissen dürfte, was er zu leisten imstande ist - sondern dies inzwischen auch aktiv auf dem Feld demonstriert hat. Denn während der langen Abwesenheit von Chiellini (erst kurz wieder zurück nach Kreuzbandriss) und Merih Demiral (Kreuzbandriss) ist der Platz neben Chef Bonucci stets frei gewesen für den 20-jährige 85-Millionen-Euro-Einkauf, der laut eigener Aussage nicht wegen CR7 zur Alten Dame nach Turin gewechselt ist.

Mehr und mehr wird de Ligt so zur festen Größe im Kader der Bianconeri, denen auf absehbare Zeit Größen wie Bonucci (32) und Chiellini (35) wegbrechen werden. Gerade mit Letzterem oder auch Landsmann van Dijk tauscht sich der 20-Jährige dabei laut eigener Aussage oft aus: "Ich spreche viel mit ihnen darüber, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten - und schaue auch, wie ruhig sie bleiben. Ich suche mir Dinge heraus, um mich zu verbessern, aber es ist wichtig, nicht den eigenen Stil zu ändern."

Mit eben diesem aus konsequenter Zweikampfführung, robuster Körpersprache, starkem Kopfballspiel und immer besseren Eröffnungspässen geformtem Stil hat de Ligt inzwischen die Juve-DNA in sich aufgesogen - 20 Serie-A-Partien inklusive zweier Tore sowie fünf Champions-League-Spiele bezeugen das.

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