2. Bundesliga

"Es geht nicht um Anfang"

Neuer Darmstadt-Coach gibt sich bescheiden

"Es geht nicht um Anfang"

Markus Anfang ist seit diesem Sommer Trainer in Darmstadt.

Darmstadts Trainer Markus Anfang will seine Spieler aus der Komfortzone holen. imago images

Herr Anfang, wie haben Sie Ihr erstes Testspiel als neuer Lilien-Trainer erlebt?

Ich habe viele Sachen gesehen, die die Jungs vernünftig umgesetzt haben. Wir haben viele Torchancen herausgespielt. Für die Temperaturen war es okay. Ich hätte mir ein paar Tore mehr gewünscht. Die Möglichkeiten waren da. Aber wir sind auch erst seit ein paar Tagen wieder drin.

Hat Ihnen die erste Halbzeit besser gefallen oder die zweite?

In der ersten Halbzeit waren mehr Räume da. In der zweiten Halbzeit haben wir gegen ein 5-4-1-System gespielt. Das wird dann zwangsläufig ein Spiel, in dem Du vermehrt über außen kommen musst. Diese Formation hatten wir in den Trainingseinheiten nicht. Wenn wir uns speziell auf so einen Gegner vorbereiten würden, dann hätten wir das eine oder andere anders gemacht.

Wie viel vom Trainer Markus Anfang war in dem Spiel schon zu sehen?

Es geht nicht um Anfang. Es geht um den SV Darmstadt 98 und die Jungs. Ich versuche immer nur, Impulse zu geben. Die Jungs sollen Lösungsmöglichkeiten haben, damit wir gut nach vorne spielen, aber auch im Umkehrspiel genauso stark sind.

Aber Sie haben ja schon eine Spiel-Philosophie. Marcel Schuhen hat gesagt, dass er als Torwart im Spiel umdenken muss. Sogar Patrick Herrmann, der zwei Jahre unter ihnen in Kiel gespielt hat, sagt, dass er in das System erst wieder reinkommen muss...

Wir müssen jeden Spieler fordern, der sich weiterentwickeln will. Da gibt es dann auch Situationen, in denen ein Spieler aus einer Komfortzone rauskommen muss, in denen er sich erstmal zurechtfinden muss. Aber wenn wir uns nicht aus der Komfortzone herausbewegen, werden wir uns auch nicht weiterentwickeln. Und wir wollen uns ja verbessern. Ich war auch verwundert, dass Hermi auf einmal Tore schießt. Das kannte ich nicht von ihm. Von daher werde ich auch gefordert (lacht).

Ist denn ein weiterer Innenverteidiger nach der Verpflichtung von Adrian Stanilewicz noch ein Thema?

Ja, man sieht, dass die Innenverteidigung noch ein Problem ist. Adi kann auf der Sechs oder als Außenverteidiger spielen. Er könnte auch in der Innenverteidigung spielen, ist aber kein klassischer Innenverteidiger. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Baustelle in der Innenverteidigung zu schließen. Wenn wir die geschlossen haben, können wir darüber nachdenken, was noch sinnvoll ist.

Serdar Dursun und Victor Pálsson, um die es zuletzt Wechselspekulationen gab, haben heute beide gespielt. Wie ist da der Stand?

Bei beiden gut. Beide sind bei uns, und ich plane mit beiden.

Stephan Köhnlein