Champions League

"Das wäre eine Inzucht, die es mit uns nicht geben wird" - Generalsekretär der European Leagues warnt vor CL-Reformplänen

Generalsekretär der European Leagues warnt vor CL-Reformplänen

"Das wäre eine Inzucht, die es mit uns nicht geben wird"

Champions-League-Trophäe

In der Champions League geht es schon jetzt um Milliarden. Wie wird sie ab 2024 aussehen? imago images

Achter- oder weiter Vierergruppen? Bleiben künftig 24 Teams gleich für das nächste Jahr wieder in der Champions League? Wer bekommt welchen Anteil von den Milliarden aus Fernsehen und Vermarktung? Seit Wochen schon wird über die bald anstehenden Reformen der Champions League debattiert. Der Verband European Leagues wehrt sich dabei vehement gegen die Top-Klub-Vertretung ECA und will an diesem Freitag bei der Fußballmesse Soccerex in Lissabon ein eigenes Modell präsentieren.

Klar ist bisher nur: Ab 2021, also mit dem Start des nächsten Dreijahreszyklus, wird es einen dritten UEFA-Wettbewerb mit dem Arbeitstitel Europa League 2 geben. Was dann ab 2024 passiert, ist noch völlig offen und wird offenbar auch nicht vor der EM 2020 entschieden. Für den kommenden Mittwoch hatte Aleksandar Ceferin eigentlich ein Gipfeltreffen angesetzt, das aber musste der UEFA-Präsident längst wieder absagen. Zu kompliziert ist die Materie geworden, sie berührt zu viele Interessen. Inzwischen sind auch die 55 Nationalverbände eingeladen, ihre Ideen nach Nyon zu schicken.

Die ECA habe die UEFA "eingeschüchtert und vor sich hergetrieben"

Und natürlich wird auch die ECA (European Club Association) wieder ein gehöriges Wort mitreden. Die einstige G 14 vertritt inzwischen über 230 Vereine in Europa, vor allem aber die Dickschiffe der Branche aus Spanien, England, Italien und Deutschland. Jene vier Länder also, die seit 2018 je vier fixe Startplätze für die Gruppenphase haben.

Georg Pangl

Georg Pangl, Generalsekretär der European Leagues. kicker

"Der ECA ist es gelungen, ihre Macht auszuspielen und wichtige Vorarbeiten in Richtung einer praktisch geschlossenen Gesellschaft zu leisten", sagt Georg Pangl im neuen kicker-Sonderheft zur Champions League. Mit Drohungen, eine Super League einzuführen, habe die ECA "die UEFA eingeschüchtert und vor sich hergetrieben", so der Österreicher.

Pangl fordert mehr Geld für die kleineren Ligen

Pangl ist Generalsekretär der European Leagues, einem Zusammenschluss von 36 Profiligen, der auch die Bundesliga angehört, und er sieht sich vor allem als Kämpfer für die Interessen der mittleren und kleineren Vereine. Achtergruppen hält er für ebenso unsinnig ("übervoller Spielkalender!") wie das Modell, nach dem die 24 bestplatzierten Teams im Jahr darauf gleich wieder für die Königsklasse qualifiziert sind. "Das wäre eine Inzucht, die es mit uns nicht geben kann und wird", erklärt Pangl. Sein Verband will mehr Geld für die kleineren Ligen, während die 32 Teams der Champions League in dieser Saison allein knapp zwei Milliarden Euro unter sich aufteilen.

Lesen Sie die Hintergründe zur Reform der Champions League im neuen Sonderheft des kicker, das ab dem 6. September im Kiosk und im App-Store verfügbar ist. Dazu gibt es Interviews mit Manuel Neuer, Axel Witsel und Hugo Lloris sowie eine große Reportage rund um den FC Liverpool.

Martin Gruener