Bundesliga

Lukasz Piszczek über seine Zukunft nach dem BVB

BVB-Urgestein Piszczek über Umschulung und Zukunftspläne

"Als Spieler bin ich vielleicht nicht der Dümmste"

Wechselte 2010 von Hertha BSC zu Borussia Dortmund: Lukasz Piszczek.

Wechselte 2010 von Hertha BSC zu Borussia Dortmund: Lukasz Piszczek. imago images

Eigentlich hatte Lukasz Piszczek mal mit dem Gedanken gespielt, seine Profikarriere im Sommer 2020 bei Borussia Dortmund zu beenden. Dann aber überzeugte er in der Saison 2019/20 so sehr, dass der BVB nicht umhinkam, ihm einen neuen Vertrag anzubieten - und Piszczek nicht, ihn zu unterschreiben.

Der 35-jährige Pole geht in seine elfte Saison beim BVB. Könnte sogar eine zwölfte folgen? "Langsam!", bremst Piszczek auf der Vereinswebsite. "Stand heute werde ich mich im nächsten Sommer aus Dortmund verabschieden. Ich habe meine Pläne zu Hause in Polen, die musste ich jetzt wegen der Vertragsverlängerung schon um ein Jahr verschieben."

Piszczeks Pläne in Polen: Akademie und Fußball spielen

"Schon lange" habe er mit seiner Frau entschieden, nach seiner Zeit in Dortmund "wieder nach Polen zurückzuziehen". Dort will er sich um seine Akademie kümmern, in der aktuell rund 60 Kinder aus seiner Heimatregion von der U 8 bis zur U 12 spielen und die bis zur U 18 wachsen soll. "Und ein bisschen Fußball will ich ja auch noch spielen, bei meinem Heimatverein LKS Goczalkowice."

Etwa wieder als Stürmer, wie in den Anfängen seiner Karriere? "Ich gehe mal davon aus, dass ich auch in Goczalkowice das Spiel von hinten dirigieren werde", meint Piszczek. Würde er noch eine weitere Position zurückrücken - Piszczek müsste glatt ins Tor: Seit er 2007 als Stürmer nach Deutschland kam, wurde er zum offensiven Mittelfeldspieler, Rechtsverteidiger und schließlich Innenverteidiger umgeschult. Als Mitglied der Dreierkette war er in der vergangenen Saison beim BVB nicht wegzudenken.

Favre staunt immer noch: "Das gibt es so gut wie nie!

Lucien Favre, der ihn bei Hertha BSC einst zum Außenverteidiger gemacht hatte, fand schon das "außergewöhnlich" genug: Ein Stürmer in der Viererkette? "Das gibt es so gut wie nie! Lukasz ist da eine ganz große Ausnahme", sagt Piszczeks damaliger und heutiger Trainer. "Lukasz hat sich auch als Stürmer gut bewegt, er hat ein gutes Kopfballspiel und einen Blick für die Situation. Aber seine wahre Gabe lag woanders, das haben wir zum ersten Mal bei einem Testspiel mit der U 23 gesehen."

Favre hält Piszczek für einen "außergewöhnlich intelligenten Fußballspieler", Piszczek drückt es lieber anders aus: Dass er nun schon seine vierte Position bekleidet, zeige, "dass ich als Spieler vielleicht nicht der Dümmste bin. Ich glaube, ich kann mich gut in jede Rolle hineinversetzen und zeigen, dass ich das Spiel verstehe. Es ist ohnehin so, dass mein Gehirn alles abspeichert, was mit Fußball zu tun hat."

jpe

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