Bundesliga

Bayern München: Die "Koan Neuer"-Zeit geht zu Ende

Bayern-Torwart vor dem Comeback

Die "Koan Neuer"-Zeit geht zu Ende

Hat fast ein Jahr an seinem Comeback gearbeitet: Manuel Neuer.

Hat fast ein Jahr an seinem Comeback gearbeitet: Manuel Neuer. IMAGO/Sven Simon

Die neue, sehr sehenswerte, sechsteilige Amazon-Doku "Generation Wembley" erzählt die Geschichte von Bayerns Aufstieg aus den internationalen Ruinen - einer 0:4-Demontage beim FC Barcelona 2009 - bis zum verdienten Gewinn des deutschen Champions-League-Finals gegen Borussia Dortmund 2013. Ein Hauptdarsteller: Manuel Neuer, den die Bayern 2011 verpflichteten und über den Bastian Schweinsteiger in der Doku sagt: "Ich wollte unbedingt, dass dieser Torwart zu uns kommt." Die Fans sahen das damals noch anders, lehnten mit "Koan Neuer"-Plakaten den ehemaligen Schalker Ultra ab. Längst vergessen, Neuer ist mittlerweile Kapitän und steht wie sonst nur Thomas Müller für die erfolgreichste Dekade der Vereinsgeschichte.

"Koan Neuer" hieß es für den FC Bayern jedoch tatsächlich fast ein Jahr lang, seit seinem fatalen Skiunfall am 9. Dezember und einem komplizierten Unterschenkelbruch, der andere Karrieren beendet hätte. Der 37-Jährige jedoch arbeitete monatelang konzentriert, verbissen, zielgerichtet auf seine Rückkehr, die an diesem Samstag gegen Darmstadt 98 so weit sein soll. "Wenn Manu am Wochenende spielen sollte, wird er ein gutes Comeback geben", ist Sven Ulreich überzeugt, der beim 3:1 bei Galatasaray Istanbul am Dienstag zum wohl vorerst letzten Mal bewies, dass er ein zuverlässiger Stellvertreter ist. "Wir alle haben gesehen, wie er jeden Tag gearbeitet hat, wie er bei sich geblieben ist", sagt Joshua Kimmich, der Neuer die Kapitänsbinde zurückgeben wird.

Augenzeugen berichten, Neuer präsentiere sich im Training in hervorragender Verfassung. Was ihm fehlt? Spielpraxis und die nötige Abstimmung mit den Vorderleuten. Die ist in dieser Saisonphase im Training nur schwer zu bekommen, der Rhythmus der englischen Wochen und die Länderspielperioden bestimmen den Kalender. Während der vergangenen Abstellungsperiode trainierte Neuer bei der 2. Mannschaft. Nun lautet die spannende Frage, wie er sich im Ernstfall präsentiert.

Neuer hat Erfahrung mit langen Verletzungspausen, bereits drei Mittelfußbrüche hinter sich. Bei seinen bisherigen Comebacks kam er stets stabil zurück, leistete sich keine Patzer. Die spektakulärste Rückkehr lieferte er im Pokalfinale 2019 gegen RB Leipzig, als er beim 3:0-Triumph die kicker-Note 1 erhielt. Dieser Vergleich taugt allerdings nur bedingt, weil der Kapitän damals nur 41 Tage wegen eines Muskelfaserrisses pausiert hatte. Und dieses Mal? Aufsteiger Darmstadt mag für die Münchner eine Pflichtaufgabe sein. Für Neuer wird sein 479. Bundesligaspiel dagegen ein ganz besonderes - wenn nichts mehr dazwischen kommt.

Frank Linkesch

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