Bundesliga

96 beendet FCB-Rekordjagd - S04 springt auf drei

Der BVB ohrfeigt den FC - Fink startet mit Remis

96 beendet FCB-Rekordjagd - S04 springt auf drei

Einer der zahlreichen Aufreger in Hannover: Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Jerome Botang die Rote Karte.

Einer der zahlreichen Aufreger in Hannover: Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Jerome Botang die Rote Karte. Getty Images

Am Sonntagabend gewann Hannover 96 mit 2:1 (1:0) gegen Bayern München. Die Elf von Trainer Jupp Heynckes verpasste damit den Rekord von neun Bundesligaspielen ohne Gegentor, auch Nationalkeeper Neuer kann Rekordmann Hildebrand (884 Minuten ohne Gegentor) vorerst nicht mehr gefährden.

Drei Tore, Strafstoß, Rudelbildung, Rot, Gelb-Rot, viermal Aluminium und jede Menge Strafraumszenen. Hannover 96 und Bayern München boten zum Abschluss des 10. Spieltags packende und hochklassige Fußball-Unterhaltung. Geburtstagskind Abdellaoue (23., Strafstoß) sowie Pander mit einem abgefälschten Schuss in der 50. Minuten erzielten die Treffer für die Elf von Trainer Mirko Slomka, der ein Substanzverlust nach dem 2:2 in der Europa League gegen den FC Kopenhagen nicht anzumerken war. Doch auch die Bayern steckten die Strapazen des Neapel-Trips (1:1) in der Champions League scheinbar mühelos weg. Das Heynckes-Team hatte in der intensiven und emotionalen Partie gute Möglichkeiten, 96-Keeper Zieler bot aber einmal mehr eine herausragende Partie. Auch in Unterzahl (Rot gegen Boateng, 28.) zeigten die Bayern Moral, gaben sich nie auf und suchten die Offensive. Als auf dem Platz nummerisch wieder Gleichstand herrschte (Gelb-Rot gegen Cherundolo, 63.) übernahm der FCB das Kommando, aber mehr als das Anschlusstor durch Alaba (83.) ließ Hannover nicht mehr zu, die Niedersachsen verteidigten in der spannenden Schlussphase ihren Vorsprung.

Farfan schießt Schalke auf Rang drei

Am Sonntagnachmittag gewann Schalke 04 mit 1:0 (0:0) bei Bayer Leverkusen und rückte in der Tabelle auf Rang drei vor. Die Rheinländer, die unter der Woche beim 2:1 in der Champions League gegen den FC Valencia noch eine Auferstehung feierten, treten mit 14 Zählern auf der Stelle.

Matchwinner in einem temporeichen Spiel war Farfan, der einen Soloritt über nahezu das komplette Spielfeld in der 82. Minute mit dem Siegtor einschloss. Allerdings ging dem Konter ein umstrittener Zweikampf mit Schürrle voraus, den Schiedsrichter Felix Zwayer laufen ließ. Beide Teams boten eine gute Bundesligapartie, Leverkusen enttäuschte keineswegs. Schalke besaß aber die klareren Chancen, sodass der Erfolg nicht unverdient ist.

Fink startet mit Remis, der HSV verlässt den letzten Platz

Thorsten Fink

Schock nach 65 Sekunden: Thorsten Fink bei seiner Premiere als HSV-Trainer. Getty Images

Am Samstagabend feierte Thorsten Fink seine Bundesliga-Premiere als Trainer des Hamburger SV gegen den VfL Wolfsburg. Der Ex-Baseler Coach ist der vierte Verantwortliche beim HSV in dieser Saison. Nach 63 Sekunden wusste Fink dann auch, warum die Hanseaten seit sechs Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz standen: Der Wolfsburger Ochs konnte unbedrängt flanken, der als Torjäger bekannte Mandzukic hatte im HSV-Strafraum Freigang und köpfte locker ein. Fink verschlug es kurz die Sprache, doch dann pushte er den Bundesliga-Dinosaurier nach vorne - bis zur Pause gab es mehrere gute Gelegenheiten, aber Petric, Guerrero und Töre hatten ihr Visier nicht scharf gestellt. Auch im zweiten Durchgang war die Initiative alleinig bei den Hamburgern. Die Wölfe ließen im Offensivspiel kaum Struktur erkennen und fanden sich ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt. Auf Dauer konnte das nicht gutgehen - Petric schloss eine tolle Staffette mit einem schönen Lupfer zum 1:1 ab. Doch zum großen Wurf reichte es nicht mehr für Fink - die Wolfsburger besannen sich nach dem Ausgleichstreffer, standen ein bisschen kompakter und ließen keine weiteren Chancen mehr zu. Unter dem Strich klettert der zuhause weiterhin sieglose HSV auf den vorletzten Platz und übergibt die Rote Laterne an den SC Freiburg.

Der BVB zaubert wie im letztjährigen Rausch

Dortmund legte eine 90-minütige Gala gegen überforderte Kölner hin.

Dortmund legte eine 90-minütige Gala gegen überforderte Kölner hin. Getty Images

Der Meister aus Dortmund musste sich nach der 1:3-Pleite in Piräus viel (berechtigte) Kritik anhören. Bei der Elf von Trainer Jürgen Klopp löste das für das Ligaspiel gegen Köln eine Trotzreaktion aus, die so nicht zu erwarten war. Oder doch? Schließlich hatten die Borussen in der Liga zuletzt drei Siege in Serie eingefahren. Der FC war auf jeden Fall der Prügelknabe, der 45 Minuten lang schwindelig gespielt wurde und schon zur Pause mit 0:3 zurücklag. Kagawa, Schmelzer (mit rechts!) und Lewandowski versetzten das Dortmunder Stadion wieder in den Ausnahmezustand, den man aus der vergangenen Meistersaison dauerhaft kannte. Die Kölner, die Mittelfeldstabilisator Riether wegen Personalsorgen nach rechts hinten stellen mussten, liefen der Musik komplett hinterher und konnten zu keiner Phase an die zuletzt guten Leistungen anknüpfen. Auch nach dem Wiederanpfiff ging es in der Kölner Defensive drunter und drüber: Lewandowski spazierte zum 4:0, Kehl setzte den Schlusspunkt zum 5:0-Endstand.

Wollscheid zweimal im Brennpunkt

Auch in Nürnberg fiel in der ersten Halbzeit ein Tor. Der FCN jubelte in der Anfangsphase über den Treffer von Leader Simons, der gegen die Stuttgarter einen schlecht verteidigten Eckball zur Führung nutzte. Doch nach dem Führungstor verflachte die Partie zusehends. Im Sturm mühte sich der VfB mit Cacau als einzige Spitze vergeblich - sein Partner Pogrebnyak fehlte wegen eines am Donnerstag erlittenen Bänderrisses im Sprunggelenk. Im zweiten Durchgang erhöhte die Labbadia-Elf den Druck Richtung Nürnberger Tor, doch zum Ausgleich kamen sie durch ein Elfmeter-Geschenk: Wollscheid prallte der von ihm abgeblockte Ball hinter dem Rücken an den Arm - Handelfmeter: Kuzmanovic vollstreckte sicher. Die Antwort der Franken ließ nicht lange auf sich warten, der Verursacher des Handelfmeters köpfte eine Freistoßflanke ins lange Eck - es war Wollscheids zweites Saisontor. Zum ersten Dreier nach vier sieglosen Spielen sollte es für die Hecking-Elf aber nicht reichen - der Stuttgarter Abwehrspieler Maza nickte den Kopfball-Aufsetzer ins lange Eck zum 2:2-Endstand.

FCK jubelt: Alles Shechter, oder was!

Im Kellerduell zwischen Kaiserslautern und Freiburg hatten die Pfälzer das bessere Ende für sich. FCK-Stürmer Shechter war der gefeierte Held, nachdem der Israeli den 1:0-Siegtreffer markieren konnte. Zuvor scheiterte er an der Latte. Nach Shechters Tor verschoss tiffert einen Elfmeter, den Shechter herausgeholt hatte. Die Freiburger enttäuschten keineswegs, doch blieben die Breisgauer auch nach dem fünften Auswärtsspiel bei einem geholten Zähler stehen.

Ibisevic stoppt die Gladbacher

Enges Spiel mit Hoffenheim als Sieger

Ibisevic trifft bei seiner Rückkehr in die Startelf entscheidend gegen Gladbach. Getty Images

Die Hoffenheimer waren im ersten Abschnitt gegen die bisherige Überraschungsmannschaft aus Gladbach leicht überlegen, doch zu Zählbarem reichte es für beide Teams nicht. Im zweiten Durchgang öffneten beide Mannschaften das Visier und suchten energischer den Vorwärtsgang. Mehr Erfolg damit hatten die Kraichgauer, deren zurückgekehrter Torjäger Ibisevic das Zünglein an der Waage spielte und den 1:0-Treffer erzielte. Der Bosnier spitzelte den Ball in die Maschen und sorgte nach drei sieglosen Spielen wieder für gute Laune bei der Stanislawski-Elf.

Maues Spiel, aber ein Punkt für zwei die Sorgenkinder

Hertha BSC, zuletzt beim 0:4 in München chancenlos, und Mainz, das gegen Aufsteiger Augsburg verlor, trennten sich in einem ganz schwachen Spiel 0:0 unentschieden. Die von den Berliner Profis angekündigte "Trotzreaktion" blieb komplett aus. Gut für die Hauptsstädter, dass die Rheinhessen derzeit nicht in der Verfassung sind, solche Schwächen auszunutzen.

Jentzsch hält glücklichen Punkt gegen Werder fest

Schuss ins Glück: Bellinghausen trifft zum 1:0 für den FC Augsburg.

Schuss ins Glück: Bellinghausen trifft zum 1:0 für den FC Augsburg. Getty Images

Augsburg wartet nach dem 1:1 gegen Bremen weiter auf den ersten Heimsieg in der Bundesliga, Werder ist nach zwei Niederlagen in Serie (2:3 in Hannover, 0:2 gegen Dortmund) nur zum Teil zurück in der Erfolgsspur. FCA-Coach Jos Luhukay verzichtete auf personelle Änderungen, konnte sogar auf Torhüter Jentzsch zurückgreifen, der seinen angebrochenen Ringfinger mit einem Spezialhandschuh schützte. Bei Werder – ohne den Rot-gesperrten Arnautovic - kehrte Torhüter Wiese nach Rot-Sperre zwischen die Pfosten zurück und verdrängte Mielitz ins zweite Glied. Augsburg begann forsch, teils übermotiviert (Baier), doch das ballsicherere Bremer Team fand schnell zu Dominanz und kam bei insgesamt klar mehr Ballbesitz auch zu den klareren Chancen. Rosenbergs Kopfball lenkte Jentzsch an die Latte. Der FCA war aber auch nicht chancenlos und strahlte über seltene Konter durchaus Gefahr aus. Kurz nach Wiederanpfiff leistete sich Bremens Wolf einen schlimmen Patzer, der prompt bestraft wurde. Bremen agierte nun mit drei Spitzen (Wagner kam für Marin) gegen die völlig euphorisierten Schwaben, tat sich gegen die vielbeinige und kampfstarke Abwehr schwer. Dann war es wieder mal Pizarro, der Werder aus dem Schlamassel holte und seinen 7. Saisontreffer erzielte. Es entwickelte sich eine Abwehrschlacht aus FCA-Sicht, wobei Jentzsch der Turm war und allein zweimal fantastisch gegen Pizarro rettete.

BVB-Gala - Fink punktet beim Debüt - 96 feiert