Europa League 2007/08, Viertelfinale
FC Getafe
Getafe
3
:
3
nach Verlängerung
3:3 (3:1 1:0)
Bayern München
Bayern

Hinspiel: 1:1

Ergebnis nach Hin- und Rückspiel: 4:4

20:51 - 6. Spielminute

Rote Karte
de la Red
Getafe

21:06 - 21. Spielminute

Spielerwechsel
Belenguer
für I. Uche
Getafe

21:08 - 22. Spielminute

Gelbe Karte
Lell
Bayern

21:22 - 37. Spielminute

Gelbe Karte
Lahm
Bayern

21:30 - 44. Spielminute

Tor 1:0
Contra
Rechtsschuss
Getafe

21:50 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Jansen
für Lell
Bayern

22:06 - 62. Spielminute

Spielerwechsel
Braulio
für Manu del Moral
Getafe

22:08 - 64. Spielminute

Spielerwechsel
Sosa
für Schweinsteiger
Bayern

22:11 - 66. Spielminute

Spielerwechsel
Mario Cotelo
für Contra
Getafe

22:19 - 75. Spielminute

Spielerwechsel
Podolski
für Zé Roberto
Bayern

22:34 - 89. Spielminute

Tor 1:1
Ribéry
Rechtsschuss
Bayern

22:43 - 92. Spielminute

Tor 2:1
Casquero
Rechtsschuss
Vorbereitung Braulio
Getafe

22:45 - 94. Spielminute

Tor 3:1
Braulio
Rechtsschuss
Vorbereitung Mario Cotelo
Getafe

22:55 - 104. Spielminute

Gelbe Karte
Toni
Bayern

23:08 - 115. Spielminute

Tor 3:2
Toni
Linksschuss
Bayern

23:09 - 116. Spielminute

Gelbe Karte
Cortes
Getafe

23:09 - 117. Spielminute

Gelbe Karte
Podolski
Bayern

23:13 - 120. Spielminute

Tor 3:3
Toni
Kopfball
Vorbereitung Sosa
Bayern

GET

FCB

Zehn Spanier verpassen die Sensation um eine Minute

Toni rettet die Bayern in letzter Sekunde

Schweinsteiger und Licht

Kampf mit allen Mitteln: Schweinsteiger und Licht gehen rustikal in den Zweikampf. dpa

Getafes Trainer Michael Laudrup wechselte im Vergleich zum 1:1 im Hinspiel gleich auf sechs Positionen. Ins Tor kehrte Abbondanzieri an Stelle von Ustari zurück. Außerdem rückten Licht, Celestini, Contra, Gavilan und Manu für Mario, Signorino, Pablo Hernandez, Granero (Gelbsperre) und Albin in die Startelf.

Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld vertraute nach dem 3:1 gegen Bochum hingegen auf die bewährten Kräfte. Lediglich im Sturm wurde gewechselt, so dass Klose neben Toni wieder für Podolski begann.

Vor den Augen von Spaniens König Juan Carlos nahm das Spiel ohne Vorgeplänkel sofort Fahrt und Dramatik auf. Bereits nach wenigen Sekunden legte Klose für Ribery ab, dessen Schuss - zum Glück für Getafe - ausgerechnet von Toni vor der Linie aufgehalten wurde (1.). Aber auch die Spanier legten gleich den Vorwärtsgang ein. Ein Schuss von Contra streifte dabei nur knapp über die Latte (3.). Und in diesem Takt sollte es weiter gehen. Als Klose Richtung gegnerisches Tor unterwegs war, wurde er von de la Red mit einem Foul gestoppt. Der Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca zeigte dem Spanier die Rote Karte, was allerdings eine harte Entscheidung war (6.). Wieder zwei Minuten später landete ein Freistoß von Ribery nur am Pfosten. Im Nachschuss war der Ball zwar hinter der Linie, doch Toni hatte zuvor die Hand im Spiel.

Franck Ribery

Künstlerpech: Ribery trifft mit seinem Freistoß nur den Pfosten. dpa

Während die Hitzfeld-Elf versuchte Struktur ins Spiel zu bringen, zog sich Getafe zurück, stellte die Räume zu und lauerte auf Konter. Doch der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. In der 21. Minute musste Uche mit einer Oberschenkelverletzung für Belenguer ausgewechselt werden. Mit hoher Intensität und viel Hektik ging die Partie vor allem in den Zweikämpfen weiter. Contra machte dabei die Bekanntschaft mit Riberys Arm, der ihm unbeabsichtigt eine blutende Nase bescherte.

Den Bayern gelang es nicht, das Spiel zu beruhigen, aber sie hatten jetzt neben der numerischen auch die optische Überlegenheit. So vergab nach einer Ecke zunächst Demichelis eine Kopfballmöglichkeit (33.), wenig später hatte Lell nach einem Torwartfehler von Abbondanzieri die große Einschusschance, zielte jedoch zwei Meter am Tor vorbei (34.). Die Spanier setzten leidenschaftlichen Kampf entgegen und spielten ihrerseits immer wieder frech nach vorne, fanden aber meist nicht den Abschluss. Doch dann kam Contra mit einem Konter, den er weit in der eigenen Hälfte begann: Demichelis und van Bommel blieben in der Statistenrolle, als sie vom Rumänen umkurvt wurden. Der Schuss unter die Latte war dann unhaltbar für Kahn (44.).

Viertelfinale, Rückspiele

Hitzfeld reagierte zur Pause und schickte Jansen für Lell aufs Feld, der jetzt die linke Position einnahm, so dass Lahm auf rechts wechselte. Und mit hohem Tempo sollte es direkt weitergehen und kurz nach Wiederanpfiff lag der Ball im Netz von Getafe. Doch Toni hatte bei seinem Kopfball den Gegenspieler zu Boden gedrückt (49.). Die nächste Großchance ließ Klose aus, als er nach Hereingabe von Jansen das Tor nur um Zentimeter verfehlte (58.). Doch auch die Laudrup-Elf setzte ihre Nadelstiche weiter, so vergab Casquero eine gute Schusschance (60.). Die besseren Chancen verbuchten bis dahin weiterhin die Bayern, ließen sie aber ungenutzt verstreichen: Klose schoss aus kurzer Distanz drüber (63.).

Der eingewechselte Braulio hatte schließlich den zweiten Treffer auf dem Fuß, als er erst Kahn umkurvte, rutschte aber mit dem Standbein weg. Dabei hatte er nur noch das leere Tor vor sich (68.). Dass Getafe seit der sechsten Minute in Unterzahl bestehen musste, war kaum zu sehen. In der Defensive standen sie weiter gut organisiert gegen teilweise kopflos anrennende Bayern, denen aus dem Mittelfeld heraus die Kreativität fehlte. Einzig Jansen sorgte über die linke Seite für einige Vorstöße.

Aber selbst in den Schlussminuten blieben die technisch starken Spanier brandgefährlich, doch Braulio und Gavilan vergaben eine weitere erstklassige Konterchance und die Vorentscheidung (88.). Das wurde bestraft, als niemand mehr daran glaubte. Unglücklich legte Cortes per Kopf genau für Ribery auf, der zielgenau in die rechte Ecke einschoss und die Verlängerung rettete (89.).

Wer nun glaubte, die Moral der tapferen Spanier sei gebrochen, sah sich schnell eines besseren belehrt. Mit einem Doppelschlag schockten sie die Bayern zu Beginn der Verlängerung. Von der Strafraumgrenze donnerte Casquero den Ball an den Innenpfosten, von wo er ins Netz sprang (92.). Die Bayern, vom Gegentreffer noch konsterniert, sahen sich gleich dem nächsten Angriff gegenüber. Cotelo passte nach innen, wo Lucio ausrutschte. Braulio war zur Stelle und schoss zum 3:1 ein (94.).

Ideenlos schlugen die Bayern zu oft weite Bälle nach vorne, so dass sich die beste Möglichkeit noch nach einem Freistoß ergab, als Ribery knapp übers Tor schlenzte (110.). Erneut legte Getafe für die Gäste auf: Abbondanzieri ließ eine harmlose van Bommel-Flanke fallen und Toni schob ein (115.) und läutete damit die hektische Schlussphase ein. Und wieder war es Toni, der mit der letzten Szene des Spiels per Kopfballaufsetzer das Spiel drehte (120.). Damit blieb Kahn, der mit nach vorne geeilt war, der Abschied vom internationalen Parkett erspart.

Bayern darf sich jetzt auf das Halbfinalhinspiel am Donnerstag, 24. April gegen Zenit St. Petersburg freuen. Davor geht es aber am Sonntag in der Liga gegen Dortmund weiter.