Bundesliga

Mönchengladbach: Die Gründe für die Verlängerung von Florian Neuhaus

Gladbachs Mittelfeldspieler wechselt die Rückennummer

8, 10, 100: Welche Rolle drei Zahlen für Neuhaus' Verlängerung spielten

Zusammenarbeit ausgeweitet: Florian Neuhaus (li.) und Roland Virkus.

Zusammenarbeit ausgeweitet: Florian Neuhaus (li.) und Roland Virkus. IMAGO/jdp

Aus Mönchengladbachs Trainingslager in Rottach-Egern berichtet Jan Lustig

"Es gab für mich zwei Komponenten: Das Emotionale und das Sportliche", erklärte Neuhaus am Freitag. Auf der emotionalen Seite sprach für die Verlängerung, "dass ich mich total wohlfühle bei Borussia Mönchengladbach. Ich bin schon im sechsten Jahr hier und in der Mannschaft anerkannt." Als anderen Grund nannte er die sportliche Perspektive. "Ich habe das Gefühl, es entsteht wieder was. Wir haben eine richtig gute Stimmung auf dem Platz und um den Verein herum. Das war für mich am Ende noch mal ausschlaggebend, dass ich gesagt habe: Ja, wir greifen das Ganze noch mal an."

Auf die Frage, ob er sich eine Ausstiegsklausel habe zusichern lassen, antwortete Neuhaus: "Über Vertragsdetails rede ich öffentlich nicht." Sein Nachsatz lässt sich aber dahingehend interpretieren, dass er auf diese Option verzichtet hat. "Ich habe mich zu 100 Prozent zu Borussia bekannt", sagte Neuhaus.

Einen Wechsel hat der 26-Jährige vor dem Start der Bundesliga aber trotzdem vorgenommen. Neuhaus läuft künftig mit der Nummer 10 auf dem Rücken auf. Die 32 ist Vergangenheit. "Ich hatte die 10 schon in der Jugend bei 1860 München. Damit habe ich mich damals wohlgefühlt. Als die Nummer jetzt frei wurde, hat das ganz gut gepasst", erklärte Neuhaus. Er übernimmt die 10 von Marcus Thuram, der zu Inter Mailand gegangen ist.

Mit dem neuen Cheftrainer Gerardo Seoane hatte sich Neuhaus auch über seine künftige Rolle auf dem Platz ausgetauscht. "Der Trainer ist immer eine sehr wichtige Komponente. Wie ich über Fußball denke, wie er den Fußball sieht, wie er spielen lassen möchte, das deckt sich", betonte Neuhaus. Er wolle "die nächsten Schritte gehen, auch beim Thema Persönlichkeitsentwicklung", sagte der Rechtsfuß. "Ich möchte auf jeden Fall mehr Verantwortung übernehmen. Ich will sportlich wieder an meine besten Leistungen anknüpfen und bin guter Dinge, dass das in der nächsten Saison auch wieder passieren wird."

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Bestandteil der Gespräche mit Seoane war auch die konkrete Position auf dem Platz. Sechs, Acht oder Zehn? Neuhaus ist flexibel, er kann im Zentrum überall eingesetzt werden. Seine Zukunft wird höchstwahrscheinlich aber auf der (linken) Achterposition liegen. "In den Gesprächen war mir wichtig, dass ich auf der Achterposition zum Einsatz komme", berichtete Neuhaus. In der Doppelsechs, etwa in einem 4-2-3-1-System, wäre dies die offensive Rolle neben einem statischen Sechser, der vor der Abwehr agiert - also Julian Weigl.

Auf der Acht kann ich meine beste Seite zeigen.

Florian Neuhaus

"Natürlich spiele ich da, wo der Trainer mich aufstellt, wo ich der Mannschaft am meisten helfen kann. Aber ich verspreche mir, und der Klub ganz sicher auch, meine beste Leistung eben auf der Acht. Da ist alles klar definiert, was von mir erwartet wird. Ich glaube, so kann ich meine beste Seite zeigen."

Bis er wieder richtig auf dem Platz steht, wird aber noch etwas dauern. Die zweite gute Nachricht für das Borussen-Lager in Sachen Neuhaus lautete aber: Die Verletzung, die sich der ehemalige Düsseldorfer im Test gegen Ingolstadt (2:1) zugezogen hat, stellte sich "nur" als Oberschenkelzerrung heraus. Trotzdem muss Neuhaus fürs Erste pausieren. Bis zum Pflichtspielstart will er zurück sein: "Es ist zum Glück keine langwierige Geschichte. Ich gehe davon aus, dass ich nächste Woche wieder ins Training einsteigen kann und der Saisonauftakt und das Pokalspiel nicht in Gefahr sind."

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