Bundesliga

Niklas Süle: Zurück beim FC Bayern - und doch ein weiter Weg

Comeback nach Kreuzbandriss

Süle: Zurück - und doch ein weiter Weg

Niklas Süle

Wieder auf dem Platz: Niklas Süle. Getty Images

Auf diesen Moment wartete Niklas Süle seit jenem verhängnisvollen 19. Oktober 2019, als er sich beim 2:2 in Augsburg früh einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Mehr als neun Monate Reha und Aufbautraining lagen hinter dem Nationalspieler, als ihn Trainer Hansi Flick am Freitagnachmittag beim 1:0-Testspielsieg gegen Olympique Marseille nach einer Stunde für Jerome Boateng einwechselte. "Ich bin froh, wieder mit meinen Kollegen auf dem Platz zu stehen", sagte der 25-Jährige anschließend.

Süle stand hinten weitgehend sicher, nur in der 77. Minute offenbarte er fehlendes Timing in einem Zweikampf, prompt wären die Franzosen beinahe gefährlich vors Bayern-Tor gekommen. Seine Pässe brachte er fast alle an den Mann, zum Beispiel eine schöne Seitenverlagerung auf den linken Flügel zu Kingsley Coman (67.).

"Vom Fitnesslevel sehr gut"

Groß gefordert wurde er insgesamt nicht. "Wenn man nach neuneinhalb Monaten sein erstes Spiel macht, ist es klar, dass da noch nicht alle Abläufe stimmen und die Spritzigkeit noch nicht so da ist, aber ich fühle mich sehr gut vom Fitnesslevel", sagte Süle. Von Flick erntete er ein Lob: "Wir sind alle sehr zufrieden. Er hat hart gearbeitet und auch in der Zeit, in der wir 14 Tage Urlaub hatten, jeden Tag trainiert. Er hat es sich mehr als verdient, dass er wieder auf dem Platz steht."

Highlights by MagentaSport

Gnabry narrt sie alle - Bayern-Generalprobe gelingt

alle Videos in der Übersicht

Wenn der FC Bayern am kommenden Samstag den FC Chelsea zum Achtelfinal-Rückspiel der Champions League empfängt, wird Süle allerdings auf der Bank sitzen. Viel hat sich verändert seit seiner schweren Verletzung, bis zu der Süle als Abwehrchef galt. Boateng spielt stark und konstant wie lange nicht, David Alaba ist als Abwehrchef nach innen gerückt und nicht aus dem Team zu denken.

Muss sich Süle zunächst auch hinter Hernandez anstellen?

Und dann gibt es auch noch Lucas Hernandez, den Weltmeister, der gegen Marseille einen besseren Eindruck hinterließ als zuletzt in der Bundesliga. Ich brauche natürlich jetzt die Spielminuten, um zu alter Stärke zu kommen und in den nächsten Wochen den nächsten Schritt nach vorne zu machen", sagte Süle, "wenn ich gebraucht werde, bin ich da." Der Innenverteidiger ist zurück, bietet sich an, und hat doch einen weiten Weg vor sich.

Frank Linkesch