Bundesliga

Bundesliga - Gießelmann und Griesbeck legen los: "Union passt perfekt"

Reichel-Nachfolger soll Druck auf Lenz machen

"Mentalitätsspieler" Gießelmann und Griesbeck legen los: "Union passt perfekt"

Nico Gießelmann

Trainingsarbeit beim neuen Klub: Nico Gießelmann spielt jetzt für den 1. FC Union. imago images

Vor fünf Wochen erlebte Gießelmann mit Fortuna Düsseldorf den Abstieg in die 2. Liga - nach einem 0:3 im Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. Am Donnerstag kehrte der 28-Jährige an eben diese Stätte zurück - als Angestellter des 1. FC Union. Bei seinem ersten Training für seinen neuen Arbeitgeber habe er aber nicht mehr an das Negativerlebnis vom 27. Juni denken müssen, auch wenn "es kein schlechteres Gefühl im Fußball" gebe als einen Abstieg, sagte Gießelmann am Freitag bei seinem ersten Auftritt vor den Berliner Medienvertretern.

Der Verteidiger, der auf der linken Außenbahn oder links in einer Dreierkette spielen kann und bei Union als Nachfolger von Ken Reichel Druck auf Christopher Lenz machen soll, hatte sich mit seinem ablösefreien Wechsel und den Umständen den Unmut des einen oder anderen Düsseldorf-Anhängers zugezogen. Dass Gießelmann kurz nach der Übereinkunft die Vereinshymne seines neuen Klubs sang - keine zwei Wochen nach dem Abstieg mit der Fortuna -, kam nicht überall gut an. "Der Zeitpunkt", räumte Gießelmann am Freitag ein, "war nicht optimal." Er bat aber auch um Verständnis: "Man muss mir das ein bisschen nachsehen. Wenn man gerade abgestiegen und ein paar Tage arbeitslos ist und dann die Chance bekommt, weiter in der Bundesliga zu spielen, dann ist man ein bisschen euphorisiert."

Drei Jahre Düsseldorf: Gießelmanns bislang beste Zeit

Der Abwehrspieler betonte zudem, dass sein Wechsel vom Rhein an die Spree erst nach Saisonende ein Thema geworden sei. "Vorher gab es keine Gespräche", so Gießelmann, der seine drei Jahre in Düsseldorf als die bislang "beste Zeit meiner Karriere" bezeichnete und nun bei Union "noch einen draufsetzen" möchte.

Ähnlich wie Gießelmann verließ auch Griesbeck, der zweite von Unions bisher vier bestätigten Sommerneuzugängen (neben den drei Erwähnten noch Keita Endo), mit einem Negativerlebnis seinen alten Arbeitgeber, auch wenn sich die Fälle etwas unterscheiden. Griesbeck scheiterte mit Zweitligist 1. FC Heidenheim in der Relegation zur Bundesliga knapp an Werder Bremen. Als "sehr niederschmetternd" bezeichnete der defensive Mittelfeldspieler diese Erfahrung. Sein Transfer nach Berlin stand allerdings bereits vor dem Ausgang der Relegation fest, wie Griesbeck am Freitag in Unions Kurztrainingslager im brandenburgischen Bad Saarow bestätigte. Eigentlich war es sogar ein Deal mit einjähriger Vorlaufzeit, denn schon im Sommer 2019 hatte Union an dem robusten Sechser (1,89 m, 85 kg) Interesse gezeigt. Damals aber war Griesbeck anders als diesmal nicht ablösefrei zu haben.

Wiedersehen mit Andrich

Vor einem Jahr lotste Union Robert Andrich von der Brenz an die Spree. Zwölf Monate später feiern die beiden ehemaligen Heidenheimer ein Wiedersehen in Berlin. "Ich habe mit Rob im Vorfeld ein bisschen gesprochen, er hat mir ein bisschen was erzählt und mich in den ersten Tagen etwas an die Hand genommen", berichtete Griesbeck, der sich nach sieben Jahren in Heidenheim noch einmal zu einem Tapetenwechsel entschied. "Union passt da perfekt", sagte Griesbeck und erklärte: "Ich arbeite Fußball. Die Physis ist meine größte Stärke." Insofern könnte er, der sich wie auch Gießelmann als "Mentalitätsspieler" sieht, in der Tat gut zu Union passen.

Jan Reinold

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