Eishockey

Favorit Pittsburgh - Kann Columbus erneut überraschen?

Play-offs, Qualifikationsrunde: Eastern Conference

Favorit Pittsburgh - Kann Columbus erneut überraschen?

Sidney Crosby (l.), Evgeni Malkin

Kongeniales Duo: Die Penguins-Superstars Sidney Crosby (l.) und Evgeni Malkin. imago images

Pittsburgh Penguins (5.) - Montreal Canadiens (12.)

Die Pittsburgh Penguins verpassten die direkte Play-off-Qualifikation im Vergleich mit dem Erzrivalen Philadelphia als Fünfter. Dennoch gehören die Pinguine in gewisser Hinsicht zu den Profiteuren des Re-Starts: Denn nach schwerer Schulterverletzung war die Saison von Jake Guentzel (20 Tore in 39 Spielen) eigentlich bereits beendet. Doch nun ist Guentzel wieder fit und beschert Meistercoach Mike Sullivan eine wertvolle Zusatzoption in der Offensive, in der mit Nick Bjugstad (Bandscheibe) und Dominik Simon (Schulter) zwei weniger prominente Akteure verletzungsbedingt passen müssen.

National Hockey League - Woche 1
Pittsburgh Penguins - Vereinsdaten
Pittsburgh Penguins

Gründungsdatum

01.01.1967

Vereinsfarben

Schwarz-Gold-Weiß

New York Rangers - Vereinsdaten
New York Rangers

Gründungsdatum

15.05.1926

Vereinsfarben

Blau-Rot-Weiß

Carolina Hurricanes - Vereinsdaten
Carolina Hurricanes

Gründungsdatum

01.01.1971

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Silber-Weiß

Montreal Canadiens - Vereinsdaten
Montreal Canadiens

Gründungsdatum

04.12.1909

Vereinsfarben

Rot-Weiß-Blau

Toronto Maple Leafs - Vereinsdaten
Toronto Maple Leafs

Gründungsdatum

01.01.1917

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Florida Panthers - Vereinsdaten
Florida Panthers

Gründungsdatum

14.06.1993

Vereinsfarben

Blau-Rot-Gold-Weiß

New York Islanders - Vereinsdaten
New York Islanders

Gründungsdatum

06.06.1972

Vereinsfarben

Blau-Orange-Weiß

Columbus Blue Jackets - Vereinsdaten
Columbus Blue Jackets

Gründungsdatum

25.07.1997

Vereinsfarben

Blau-Rot-Silber

Carolina Hurricanes - Termine
Montreal Canadiens - Termine
New York Islanders - Termine
Columbus Blue Jackets - Termine

Zu unterschätzen ist der Champion von 2016 und 2017 ohnehin nicht, zumal Sidney Crosby und Evgeni Malkin auch jenseits der 30 noch immer zu den allerbesten Spielern der Welt gehören. Der überraschende Toptorschütze Bryan Rust (27 Tore) oder Nachverpflichtung Jason Zucker, eigentlich als Ersatz für Guentzel verpflichtet, verleihen dem Kader zudem Tiefe und Unberechenbarkeit. Selbst die in den vergangenen Jahren immer mal wieder schwächelnde Defensive präsentierte sich mit nur 196 Gegentoren vor dem Abbruch sehr solide. Und dies, obwohl in der Hauptrunde die etatmäßige Nummer zwei Tristan Jarry (33 Einsätze, Fangquote: 92,1 Prozent) Meisterkeeper Matt Murray (38, 89,9) überflügelte.

Carey Price

Im Bestform einer der besten Keeper der Welt: Montreals Carey Price. imago images

Ein Profiteur anderer Art durch den Re-Start sind die Montreal Canadiens, die eigentlich weit jenseits der Play-off-Ränge rangierten, aber aufgrund eines um weniger als einem Prozent besseren Punkteschnitts im Vergleich zu Buffalo und New Jersey als 24. und letztes Team weitermachen dürfen. Neben Struktur und Disziplin - Markenzeichen des erfahrenen Coaches Claude Julien - verfügen die Canadiens über einige lauf- und spielstarke Angreifer, wie Tomas Tatar, Max Domi, Brendan Gallagher oder Rookie Nick Suzuki. In der Defensive haben Keeper Carey Price, der trotz mauer Hauptrunde (Fangquote: 90,9 Prozent) Spiele im Alleingang entscheiden kann, und Verteidiger Shea Weber noch immer über einen guten Namen.

Großer Nachteil für den Traditionsklub aus Quebec allerdings: Aufgrund der unter normalen Umständen schlechten Position im Rennen um Platz acht, tauschte General Manager Marc Bergevin im Februar mehrere erfahrene und wichtige Spieler gegen Draftrechte ein. So ging der in seiner kurzen Zeit in Montreal gut funktionierende Ilya Kovalchuk nach Washington. Auch Nate Thompson (Philadelphia), Nick Cousins (Arizona) oder Marco Scandella (St. Louis) wechselten, sodass die Canadiens nun geschwächt an den Start gehen. Überhaupt fehlt es dem Kader nicht nur an Erfahrung, sondern auch Physis und Tiefe.

kicker-Tipp: Sollte Price nicht zur Überform seiner Hart- und Vezina-Trophy-Saison 2014/15 auflaufen, setzt sich Pittsburgh glatt mit 3:0 durch.

Carolina Hurricanes (6.) - New York Rangers (11.)

Andrei Svechnikov

Jungstar der Hurricanes: Der russische Stürmer Andrei Svechnikov. imago images

Die Carolina Hurricanes befinden sich nach der überraschenden Conference-Finalteilnahme 2019 weiter im Aufwind. Coach Rod Brind‘Amour verfügt über ein junges, dynamisches Team, das vielfach attraktives Offensiveishockey darbietet. Ein wenig unterschätzt wird die solide Defensivabteilung um Abwehrchef Jaccob Slavin, die zunächst eigentlich davon zu profitieren schien, dass mit Dougie Hamilton ein hochkarätiger Abwehrspieler nach Verletzung zurückkehren sollte. Doch das einzige Testspiel verpasste der schussgewaltige Rechtsschütze und droht zumindest in der Quali-Runde - ebenso wieder Langzeitverletzte Brett Pesce - auszufallen.

Carolina gehört die Zukunft, Topcenter Sebastian Aho (66 Scorerpunkte) ist erst 23 Jahre alt, in Jungstar Andrei Svechnikov (20; 61 Zähler) steht der nächste Star schon bereit. Im Hinblick auf die Play-offs birgt die Jugend des Kaders indes auch ein Defizit in Sachen Erfahrung. Trotz - dank starker Teamdefensive - nur 193 Gegentoren ist zudem die Torhüterposition kein Prunkstück: Nummer eins Petr Mrazek kam auf mäßige 90,5 Prozent Fangquote, Backup James Reimer immerhin auf 91,4 Prozent.

Artemi Panarin

Spitzname "Breadman" aufgrund seines Nachnamens: Rangers-Superstar Artemi Panarin. imago images

Da im Neuaufbau, war die zunächst schwache Form der New York Rangers in der Hauptrunde keine Überraschung. Doch ab Mitte der Saison steigerten sich die "Broadway Blue Shirts" ebenso überraschend wie gewaltig. Am Ende fehlten nur zwei Punkte auf den zweiten Wildcard-Platz. Alles überragender Akteur war zweifellos Superstar Artemi Panarin (95 Scorerpunkte), der neben Leon Draisaitl und Nathan MacKinnon als MVP zur Auswahl steht. Aber auch Mika Zibanejad (41 Tore in nur 57 Partien) spielte die beste Hauptrunde seiner bisherigen Karriere.

In der Defensive drückt der Schuh dagegen schon eher, auch wenn die Abwehr zumindest auf der rechten Seite mit Tony DeAngelo (53 Punkte), Top-Rookie Adam Fox (42) und Jacob Trouba individuell durchaus gut besetzt ist. 222 Gegentore bedeuteten die drittmeisten aller 24 verbliebenen Teams. Insgesamt fehlt es dem Team an Erfahrung und Qualität im Zwei-Wege-Spiel, da - siehe Montreal - mit Brady Skjei (Carolina) und Vladislav Namestnikov (Carolina) vor der Deadline auch noch wichtige Kräfte abgegeben wurden. Immerhin ist die Torhüterposition dank Rookie Igor Shesterkin, seinem Landsmann Alexandar Georgiev und natürlich Henrik Lundqvist exzellent aufgestellt - auch wenn der Schwede dem Team zuletzt mehr durch Erfahrung und Persönlichkeit, denn durch herausragende Leistungen half.

kicker-Tipp: Für die Rangers spricht die Unbekümmertheit, für Carolina der insgesamt ausgewogener besetzte Kader, auch wenn die Verletzungen in der Abwehr schmerzen. Am Ende setzen sich die Hurricanes mit 3:2 durch.

New York Islanders (7.) - Florida Panthers (10.)

Mathew Barzal

Unverzichtbar für die Islanders-Offensive: Spielmacher Mathew Barzal. imago images

Die New York Islanders rangierten zum Zeitpunkt des Abbruchs zwar auf Rang neun, wiesen allerdings den besseren Punkteschnitt als die tabellarisch vor ihnen platzierten Columbus und Toronto auf. Kadertiefe bis in die vierte Sturmreihe um den genesenen Casey Cizikas sowie Kompaktheit und gute Teamdefensive zeichnen das Team von NHL-Trainer-Urgestein Barry Trotz aus. 193 Gegentore bedeuteten den sechstbesten Wert in der NHL. Mit Semyon Varlamov und dem Deutschen Thomas Greiss verfügen die Islanders zudem über ein sehr erfahrenes und verlässliches Torhüterduo - indem der Russe wohl zunächst den Vorzug erhalten dürfte.

In der Offensive mangelt es hingegen an Durchschlagskraft. Von allen 24 noch beteiligten Teams erzielte nur Columbus (180) weniger Tore als die Islanders (192). Brock Nelson (26) und Anders Lee (20), knackten als einzige die 20-Tore-Marke. Topstars anderer Klubs im Osten fehlen im Islanders-Kader nahezu komplett, sieht man einmal von Topscorer Mathew Barzal ab. Immerhin kann Trotz aber auf Ausgeglichenheit und Erfahrung setzen; so sehr, dass es auch der zweimalige Stanley-Cup-Sieger (mit Pittsburgh), Tom Kühnhackl, nicht leicht haben dürfte, in jedem Spiel im Aufgebot zu stehen.

Aleksander Barkov

Kapitän und Führungskraft bei den Panthers: Center Aleksander Barkov. imago images

Die Stärken der Florida Panthers, seit Sommer 2019 trainiert von Joel Quenneville, dem einstigen dreimaligen Meistertrainer der Chicago Blackhawks, liegen in der Offensive. So erzielten nur sechs Mannschaften erzielten mehr Treffer als Floridas 231 Floridas. Selbst ein für seine Verhältnis eher schwaches Jahr von Kapitän Aleksander Barkov (62 Punkte nach 96 2018/19 ) schlug kaum ins Gewicht, da Jonathan Huberdeau (78) als teaminterner Topscorer, Toptorschütze Mike Hoffman (29 Treffer) und die Neuzugänge Noel Acciari (20) und Brett Connolly (19) in die Bresche sprangen.

Der große Schwachpunkt ist dagegen die Defensive. Satte 228 Gegentore waren die meisten aller 24 verbliebenen Teams. Ein Hauptgrund: Der russische Starkeeper Sergei Bobrovsky, der nach dem Abgang in Columbus im Sommer 2019 für zehn Millionen US-Dollar pro Jahr bis 2026 in Florida unterschrieb, schwächelte mit nur 90 Prozent Fangquote und 3,23 Gegentoren im Schnitt gewaltig. Vor der Februar-Deadline verließ auch noch überraschend Nummer-zwei-Center Vincent Trocheck den Klub in einem eher in Richtung Zukunft gedachten Tausch gen Carolina.

kicker-Tipp: Die Routine und Cleverness der Islanders setzt sich gegen die unberechenbaren Panthers mit 3:1 durch - es sei denn, Bobrovsky findet plötzlich seine Weltklasseform vergangener Tage wieder.

Toronto Maple Leafs (8.) - Florida Panthers (9.)

Auston Matthews

Will nach Corona-Infektion mit Toronto durchstarten: Torjäger Auston Matthews. imago images

Mit 81 Punkten rangierten die Toronto Maple Leafs zum Zeitpunkt des Abbruchs zwar auf Rang drei in der Atlantic Division, der eigentlich zur direkten Play-off-Teilnahme berechtigt. Doch in Sachen Punkteschnitt waren Carolina und die Islanders um Nuancen besser, sodass die "Ahornblätter" auf Rang acht gesetzt wurden. Hinter Toronto liegt eine Hauptrunde, die den Abschied von Starcoach Mike Babcock mit sich brachte. Unter dem bisherigen AHL-Trainer Sheldon Keefe fanden die Leafs jedoch zurück in die Erfolgsspur.

Offensive ist Trumpf beim Traditionsklub, einzig Tampa Bay (245 Tore) und Washington (240) erzielten ligaweit mehr als die 238 Treffer der Maple Leafs. Auston Matthews, in der Pause selbst an Covid19 erkrankt, ist einer der besten und dynamischsten Torjäger der NHL. In Mitch Marner, John Tavares und Willie Nylander besitzt der Kader weitere Stars. Die Abwehr dagegen ist der große Schwachpunkt, denn die 227 Gegentreffer waren die fünftmeisten in der gesamten NHL. Für die Ausscheidungsspiele kann Keefe allerdings wieder auf die vor dem Abbruch verletzten Morgan Rielly - Torontos Topverteidiger - sowie Stanley-Cup-Sieger Jake Muzzin (mit Los Angeles) setzen. Zwei keineswegs unerhebliche Personalien.

Seth Jones

Defensiv wie offensiv ein Schlüsselspieler der Blue Jackets: Verteidiger Seth Jones. imago images

Die Columbus Blue Jackets sind womöglich das größte "Darkhorse" im Kreis der Play-off-Anwärter im Osten. Im Sommer verließen die Stars Panarin, Bobrovsky und Matt Duchene (Nashville) den Klub. Anschließend plagte Coach John Tortorella in der Hauptrunde eine fulminante Verletzungsmisere vor allem im Angriff, in dem phasenweise drei Viertel der Stammspieler ausfielen. Dennoch schaffte es der Klub aus Ohio völlig überraschend, sich bei Abbruch auf einem Play-off-Platz zu halten. Dank der mehrmonatigen Pause ist der Kader nun aber plötzlich nahezu komplett und äußert unberechenbar.

Tortorella sei Dank: Mit disziplinierter und strukturierter Spielweise kassierte das Team lediglich 187 Gegentore, die drittwenigsten überhaupt nach Boston (174) und Dallas (177). Die Defensive ist aber nicht nur auf das Verteidigen beschränkt. So gehören Zach Werenski und Seth Jones und zu den besten jungen Verteidiger der NHL. Großer Schwachpunkt der Hauptrunde war, allerdings bedingt auch durch die Verletzungen, die Durchschlagskraft. Nur 180 Tore gelangen, die zweitwenigsten der gesamten NHL vor dem abgeschlagenen Schlusslicht Detroit (145)! Doch in der Offensive hat Tortorella nun deutlich mehr Alternativen...

kicker-Tipp: Eine Überraschung liegt in der Luft, zumal Columbus schon vor einem Jahr gegen das ebenfalls äußerst offensivstarke und hochfavorisierte Tampa Bay einen nicht für möglich gehaltenen 4:0-"Sweep" in Runde eins schaffte. Gegen Toronto gewinnen die Blue Jackets mit 3:2.

Christian Rupp

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