Bundesliga

TV-Geld: Wo ein Zweitliga-Quartett mehr kassiert als RB Leipzig

Ein genauer Blick in die TV-Geldverteilung

TV-Geld: Wo ein Zweitliga-Quartett mehr kassiert als RB Leipzig

Tradition und Nachwuchs - hier hat Julian Nagelsmanns Arbeitgeber RB Leipzig noch Nachholbedarf.

Tradition und Nachwuchs - hier hat Julian Nagelsmanns Arbeitgeber RB Leipzig noch Nachholbedarf. imago images

Nach Abschluss der bis 2021 laufenden Fernsehverträge verabschiedete die DFL einen neuen Verteilungsschlüssel. Auf der Grundlage eines Vier-Säulen-Prinzips werden neben zwei unterschiedlich geführten Fünfjahreswertungen auch die Erfolge der 36 Profiklubs in den zurückliegende 20 Jahren (Säule 2) und der Einsatz von Nachwuchsspielern unter 23 Jahren (Säule 3) bei der Verteilung der 1,2 Milliarden Euro aus der nationalen Vermarktung in der Saison 2020/21 berücksichtigt.

Nach der vom kicker am Montag exklusiv veröffentlichten Liste der jeweiligen Gesamtzahlungen an die 36 Vereine bringt eine detaillierte Betrachtung bemerkenswerte Ergebnisse.

HSV profitiert von vielen Bundesliga-Jahren

Aus der mit "Nachhaltigkeit" überschriebenen Säule 2 geht hervor, dass gleich sechs Zweitligisten für ihr Abschneiden in den zurückliegenden 20 Jahren höhere Gelder beziehen als vier Bundesligaklubs. Der vormalige "Bundesliga-Dino" Hamburger SV bezieht bei einer Gesamtzahlung von 20,15 Millionen Euro mit 2,52 Millionen Euro etwa 12,5 Prozent dank seines Abschneidens in der Bundesliga und in der 2. Liga seit der Saison 2000/01.

Dahinter folgen weitere Traditionsvereine mit Hannover 96 (22,46 Millionen Euro gesamt, davon 2,4 Millionen Euro über Säule 2), dem 1. FC Nürnberg (15,63 Mio./1,68 Mio.) und dem VfL Bochum (13,14 Mio./1,56 Mio.). Dieses Zweitliga-Quartett bezieht damit über die 20-Jahreswertung mehr Geld als das Bundesliga-Quartett Union Berlin (33,37 Mio./0,93 Mio.), Arminia Bielefeld (29,8 Mio./1,2 Mio.), RB Leipzig (65,96 Mio./1,32 Mio.) und der FC Augsburg (42,87 Mio./1,44 Mio.).

Beim Nachwuchs mischt nur ein Bundesligist vorne mit

Der Einsatz von Nachwuchsspielern (Säule 3) zahlt sich für die SpVgg Greuther Fürth mit exakt 1.353.153 Euro in der Gesamtleistung aus. Hinter Fürth folgt mit Bayer Leverkusen (1.225.248 Euro) nur ein Bundesligaverein mit einer Zahlung von höher als eine Million Euro. Diese Millionengrenze überschreiten in der 2. Liga mit "Nachwuchsmeister" Fürth folgende vier weitere Vereine: Holstein Kiel (1.338.158 Euro), der 1. FC Nürnberg (1.245.831 Euro), Hannover 96 (1.042.527 Euro) und Jahn Regensburg (1.005.553 Euro).

Lesen Sie auch: So werden die TV-Gelder aktuell verteilt

Rainer Franzke

TV-Geld-Ranking 2020/21: FC Bayern knapp vor dem BVB