Eishockey

Re-Start NHL: Sabres und Devils haarscharf - Detroit und Ottawa im Tal

Die Ausgeschiedenen der Eastern Conference

Sabres und Devils haarscharf - Detroit und Ottawa im Tal

Jack Eichel

Individuell schon top, mit dem Team noch nicht: Jack Eichel bei den Buffalo Sabres. Getty Images

Buffalo: Zum neunten Mal raus, aber Licht am Horizont

Nur aufgrund eines um 0,02 Prozent schlechteren Punkteschnitts im Vergleich zu den Montreal Canadiens, die als 24. Team gerade noch in das erweiterte Feld für den Re-Start rutschten, endete für die Buffalo Sabres auch die neunte Saison in Folge vorzeitig nach der Hauptrunde. Dabei starteten die Sabres unter dem deutsch-kanadischen Coach Ralph Krueger exzellent in die Saison und waren im November kurzzeitig sogar das beste Team der Liga. Doch wie schon ein Jahr zuvor folgte ein, vor allem in seiner Vehemenz, kaum erklärlicher Einbruch und schließlich das Aus. Anschließend kam es zu einer personellen Tabula rasa: General Manager Jason Botterill wurde im Juni entlassen und mit ihm nahezu die gesamte Scouting-Abteilung (über 20 Mitarbeiter). Coach Krueger durfte bleiben.

New Jersey Devils - Vereinsdaten
New Jersey Devils

Gründungsdatum

01.01.1974

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

Ottawa Senators - Vereinsdaten
Ottawa Senators

Gründungsdatum

16.12.1991

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Gold-Weiß

Detroit Red Wings - Vereinsdaten
Detroit Red Wings

Gründungsdatum

25.09.1926

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Buffalo Sabres - Vereinsdaten
Buffalo Sabres

Gründungsdatum

22.05.1970

Vereinsfarben

Blau-Gold-Silber-Weiß

Dabei bietet sich Botterills Nachfolger Kevyn Adams durchaus ein Team mit Perspektive, dem es zuletzt vor allem an Konstanz mangelte, wohl auch aufgrund zahlreicher Verletzungen und noch recht unerfahrener Starspieler von morgen. Während Kapitän Jack Eichel, der mit 78 Scorerpunkten mit Abstand bester im Team war, schon jetzt zu den NHL-Stars gehört, ruhen die Hoffnungen nicht zuletzt auf Rasmus Dahlin, der als 19-Jähriger in seiner Debütsaison bereits auf 40 Punkte in 59 Spielen kam - als Verteidiger! Neben Konstanz größtes Manko: Die Durchschlagskraft. Denn gerade einmal fünf Spieler erzielten mehr als zehn Tore. Für die Zukunft könnten in dieser Hinsicht aber unter anderem der erst im Februar gekommene Dominik Kahun (vier Punkte in sechs Spielen), oder der Erstundenpick 2019, Dylan Cozens, schon 2020/21 Abhilfe schaffen.

New Jersey: Subban & Co. enttäuschten - Neuanfang mit Ruff

P.K. Subban

Jahr eins in Newark verlief für P.K. Subban nicht wie erhofft. Getty Images

In vielerlei Hinsicht ähnelt die Situation in New Jersey der in Buffalo im Sommer 2020. Ein junger, erfolgversprechender Kader enttäuschte letztlich durch das Aus, wenngleich die Devils von Beginn an unter den Erwartungen blieben, am Ende aber beinahe noch - ebenfalls nur 0,02 Prozent hinter Montreal - unter den ersten 24 gelandet wären. Anders als in Buffalo hatten die Eigner um Josh Harris schon während der Saison auf die sportliche Lage reagiert und Mitte Januar General Manager Ray Shero entlassen, der bereits zuvor Coach John Hynes (nun in Nashville tätig) gefeuert hatte. Der Transfer von Superstar Taylor Hall Mitte Dezember nach Arizona dürfte zusätzlich zu Sheros Demissions beigetragen haben.

Der Hauptgrund für die sportliche Schieflage waren aber eher hinter den Erwartungen zurückgebliebene Spieler: Der als Nummer-eins-Verteidiger geholte P.K. Subban kam auf gerade einmal 18 Scorerpunkte aus 68 Spielen, bei einer Plus/Minus-Bilanz von -21. Der "First Overall"-Draftpick des Jahres 2019, Jack Hughes (21 Punkte), hatte ebenso größere Eingewöhnungsprobleme als erwartet. Um die dennoch guten Perspektiven mit vielen jungen und talentierten Spielern um Hughes und den Schweizer Nico Hischier ausschöpfen zu können, verpflichteten die Devils nun den erfahrenen Lindy Ruff (60) als neuen Cheftrainer, der zuletzt nur wenige Kilometer östlich von Newark als Co-Trainer der Rangers gearbeitet hatte.

Ottawa: Alte Probleme, neue Stars

Brady Tkachuk, Bobby Ryan (re.)

Zukunft und Vergangenheit der Senators in einem Bild: Brady Tkachuk und Bobby Ryan (re.). Getty Images

Trotz sechs Punkten weniger auf dem Konto als Buffalo und New Jersey ist die Hauptrunde der Ottawa Senators anders zu bewerten. Denn aufgrund eines bewusst herbeigeführten personellen Aderlasses in den letzten Jahren war das dritte Verpassen der Play-offs nach der knappen Halbfinalniederlage 2017 gegen Pittsburgh durchaus einkalkuliert. Eigner Eugene Melnyk will Geld sparen, der Etat ist daher an der Gehaltsuntergrenze ("Salary Floor") taxiert, die alle Teams - ebenso wie die Obergrenze, den Salaray Cap - einhalten müssen. Einige Achtungserfolge mit einem sehr jungen Kader und am Ende 62 Punkte waren daher mitten im Bereich des erwartbaren.

zum Thema:

Den Senators gehört die Zukunft. Spieler wie Topscorer Brady Tkachuk (20) oder Verteidiger Thomas Chabot, zu denen sich im Draft 2020 zwei weitere hohe Draftpicks (Nummer drei und fünf) gesellen werden, haben das Talent dazu, sich mittelfristig zu Stars zu entwickeln. Angesichts der finanziellen Situation des Klubs, die auch mit der ungeliebten Arena deutlich außerhalb der Stadtgrenzen zu tun hat (der angedachte Bau einer Halle in der Innenstadt verzögert sich), steht Ottawa allerdings in naher Zukunft vor weiteren Jahren des Neuaufbaus.

Detroit: Yzerman nach tiefer Talsohle gefordert

Steve Yzerman

Er wird noch einige Zeit mit dem Neuaufbau der Red Wings beschäftigt sein: Detroits Sportchef Steve Yzerman. Getty Images

25 Jahre lang waren die Red Wings bis 2016 stets in den Play-offs vertreten und so der Inbegriff von sportlicher Konstanz und Erfolg in der NHL. Mit gerade einmal 17 Siegen und nur 39 Punkten kam Detroit als mit weitem Abstand schwächstes Team der Hauptrunde 2019/20 nun jedoch an einem Tiefpunkt an. Allerdings mit Ansage, denn dass Sportchef Steve Yzerman mit nichts anderem rechnete, ist allein schon an der Tatsache festzumachen, dass er seine Toptalente um den Deutschen Moritz Seider, die in Sachen Qualität durchaus bereits eine Verbesserung des schwachen NHL-Kaders hätten darstellen können, zur besseren Entwicklung lieber gleich im Farmteam Grand Rapids Griffins (AHL) beließ.

Wie schnell die tiefe Talsohle durchschritten ist, wird letztlich nicht zuletzt mit der weiteren Entwicklung der noch immer verhältnismäßig jungen Topstürmer um Dylan Larkin (23), Anthony Mantha und Tyler Bertuzzi (beide 25) zu tun haben, und natürlich auch derer von Seider (19) oder dem Tschechen Filip Hronek (22) in der Defensive. Das nötige Glück als schlechtestes Team mit der besten Draft-Lotterie-Chance auf das Nummer-eins-Wahlrecht 2020 war Yzerman dabei nicht hold, Detroit rutschte auf Position vier ab. Dem ehemaligen Elitecenter und Kapitän der Red Wings, der schon Tampa zu einem Stanley-Cup-Anwärter formte, ist allerdings zuzutrauen, die Wende zum Guten dennoch innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre zumindest einzuleiten.

Joachim Meyer

Trade-Alarm in der NHL: Die wichtigsten Wechsel vor Ende der Deadline