Eishockey

Gute Goalie-Gespanne - Grubauer mit Avalanche Favorit

Round Robin: Western Conference

Gute Goalie-Gespanne - Grubauer mit Avalanche Favorit

Philipp Grubauer

Top-Torwart aus Deutschland: Colorados Philipp Grubauer hat mit den Avalanche viel vor. Getty Images

Colorado Avalanche: Vom Geheim- zum Top-Favoriten

Die Colorado Avalanche (42-20-8, 65,7 Prozent Punktequote) waren die zweitbeste Mannschaft in der Western Conference und zählten zu den Top-4 in der gesamten NHL. Durchaus ein großartiger Erfolg, denn die Avs waren regelrecht vom Verletzungspech verfolgt: Nur zwei Spieler konnten alle 70 Hauptrunden-Spiele absolvieren. Auf der Verletztenliste standen prominente Namen wie der deutsche Torwart Philipp Grubauer, Kapitän Gabriel Landeskog, Top-Scorer Nathan MacKinnon, die Stürmer Mikko Rantanen, Andre Burakovsky, Joonas Donskoi, Nazem Kadri sowie die Verteidiger Erik Johnson und Ian Cole. Und trotzdem stellte das Team aus Denver die viertbeste Offensive (3,37 Tore/Spiel) und sechstbeste Defensive (2,71 Gegentore/Spiel) in der NHL.

St. Louis Blues - Vereinsdaten
St. Louis Blues

Gründungsdatum

05.06.1967

Vereinsfarben

Blau-Gold-Weiß

Dallas Stars - Vereinsdaten
Dallas Stars

Gründungsdatum

09.02.1966

Vereinsfarben

Grün-Silber-Schwarz-Weiß

Colorado Avalanche - Vereinsdaten
Colorado Avalanche

Gründungsdatum

01.01.1972

Vereinsfarben

Burgund-Blau-Weiß

Vegas Golden Knights - Vereinsdaten
Vegas Golden Knights

Gründungsdatum

22.06.2016

Vereinsfarben

Gold-Grau-Rot-Schwarz

NHL Round Robin - 1. Spieltag
St. Louis Blues - Termine
Dallas Stars - Termine
Colorado Avalanche - Termine
Vegas Golden Knights - Termine

Round Robin - Colorado Avalanche

Durch die Corona-Zwangspause sind alle Leistungsträger wieder gesund. Kaum auszumalen, zu was die Avalanche zu leisten im Stande sein wird, wenn sie personell aus dem Vollen schöpfen können. Längst hat sich Colorado vom Geheim- zum Top-Favoriten auf den Stanley Cup entwickelt. Prunkstück der Avs ist die Top-Reihe mit MacKinnon (35 Tore - 58 Assists - 93 Scorerpunkte), Landeskog (21-23-44) und Rantanen (19-22-41), doch auch dahinter verfügt die Mannschaft von Trainer Jared Bednar über eine Menge Tiefe und Secondary Scoring. Eine Triebfeder war auch Verteidiger Cale Makar, der als Rookie stolze satte 50 Punkte (12-38-50) sammelte und eine Waffe an der blauen Linie ist.

Zwischen den Pfosten wird mit Grubauer ein Torwart stehen, der den Unterschied ausmachen kann. Der 28-jährige Rosenheimer zählt zu den athletischsten Vertretern seiner Zunft und avancierte dank zahlreicher Glanzparaden zum Publikumsliebling in Denver. Bis zu seiner Verletzung an 9. März wies der Stanley-Cup-Sieger von 2018 (Washington Capitals) eine Fangquote von 91,6 Prozent, einen Gegentorschnitt von 2,63 sowie zwei Shutouts auf. "Er ist überragend", sagt MacKinnon über Grubauer. "Er ist zuverlässig, ein Fels in der Brandung. Es ist überragend, einen Torhüter zu haben, dem wir blind vertrauen." Für den Re-Start hat Bednar allerdings einen offenen Konkurrenzkampf ausgerufen, denn sein Vertreter, der 30-jährige Tscheche Pavel Francouz, kann ebenfalls starke Statistiken vorweisen (92,3 Prozent Fangquote, 2,41 Gegentore/Spiel, ein Shutout).

St. Louis Blues: Der Titel-Hunger ist nicht gestillt

Alex Pietrangelo

Titelverteidigung als Ziel: St. Louis' Kapitän Alex Pietrangelo will auch 2020 den Stanley Cup in die Höhe stemmen. Getty Images

Die St. Louis Blues gehen als amtierender Stanley-Cup-Champion ins Rennen. Nach dem ersten Triumph in der Klubgeschichte ist der Titel-Hunger aber noch nicht gestillt: Das Team aus Gateway City war nach der regulären Saison das beste Team im Westen (42-19-10, 66,2 Prozent Punktequote). Neben dem drittbesten Powerplay der Liga (24,3 Prozent Erfolgsquote) machten die Blue Notes vor allem mit ihrer sattelfesten und wuchtigen Defensive auf sich aufmerksam: Nur 2,68 Gegentore pro Spiel bedeuten die fünftbeste Abwehr in der NHL. Zudem ließ St. Louis nur im Schnitt nur 29,6 Prozent Torschüsse pro Partie zu (4.). Genau diese Shutdown-Fähigkeiten sollen auch jetzt wieder für einen langen Play-off-Run sorgen. Mit ihrer Physis hatten die Blues schon im Vorjahr alle ihrer Gegner regelrecht zermürbt.

Round Robin - St. Louis Blues

Allerdings gibt es auch Fragezeichen: Superstar Vladimir Tarasenko verpasste Großteile der Saison wegen einer Schulterverletzung und absolvierte seit dem 24. Oktober kein Spiel mehr. Der Tiefe im Kader ist es zu verdanken, dass St. Louis trotzdem lieferte. Spieler wie Ryan O'Reilly (12-49-61), David Perron (25-35-60), Brayden Schenn (25-33-58) und Jaden Schwartz (22-33-57) stachen positiv heraus. Insgesamt trafen aber elf Spieler zweistellig, ebenso viele verbuchten mehr als 25 Scorerpunkte. Die Produktivität wurde also auf viele Schultern verteilt, was in den Play-offs wertvoll werden kann. Genauso wie ein guter Goalie. Hier wussten sowohl Jordan Binnington (91,2 Prozent Fangquote, 2,56 Gegentore/Spiel, drei Shutouts) als auch Jake Allen (92,7 Prozent, 2,15, zwei Shutouts) zu überzeugen. Allerdings: Das Überraschungsmoment aus dem Vorjahr haben die Blues 2020 nicht mehr.

Vegas Golden Knights: Brutale Offensive und das wohl beste Goalie-Gespann

Robin Lehner & Marc-Andre Fleury

Packender Konkurrenzkampf: Robin Lehner (l.) und Marc-Andre Fleury kämpfen um den Platz im Vegas-Tor. Getty Images

Die Vegas Golden Knights (39-24-8, 60,6 Prozent Punktequote) starten als drittbestes Team der Western Conference sowie als bestes Team der Pacific Division in die Round Robin. Allerdings brauchte es zwei Drittel der Saison und einen Trainerwechsel, um die erhoffte Konstanz in die Leistungen zu bekommen. Gerard Gallant (24-19-6) wurde nach 49 Spielen überraschend gefeuert. Für ihn übernahm Peter DeBoer (15-5-2), der zuvor beim Rivalen San Jose Sharks entlassen worden war, und führte die jüngste NHL-Franchise zurück an die Spitze der Pacific Division. Unter dem neuen Coach agierte Vegas balancierter, schoss vorne mehr Tore (von 3,02 auf 3,45) und kassierte hinten weniger (von 3,04 auf 2,73), ohne dabei den laufintensiven und aggressiven Spielstil zu verlieren. Ein Beleg für die Stabilität und Kontrolle: Mit 34,5 Schüssen gab kein NHL-Team im Schnitt mehr Schüsse ab - mit 29,3 ließ nur ein Team mehr zu.

Round Robin - Vegas Golden Knights

Beeindruckend ist die Durchschlagskraft der Golden Knights, die mit Spielern wie Max Pacioretty (32-34-66), Mark Stone (21-42-63), Reilly Smith (27-27-54), Jonathan Marchessault (22-25-47), William Karlsson (15-31-46) und Paul Stastny (17-21-39) enorme Qualität in der Spitze haben. Und auch in der Tiefe glänzt der Kader mit Scoringtouch und einer Menge Physis. Um die Defensive für die Play-offs zu stärken, wechselte mit Alec Martinez vor der Trade-Deadline noch ein prominenter Verteidiger nach Sin City. Der ultimative Wall aber befindet sich zwischen den Pfosten, wo mit Marc-Andre Fleury und Neuzugang Robin Lehner gleich zwei Weltklasse-Goalies um die Position des Starters konkurrieren. Publikumsliebling Fleury zeigte fünf Shutouts, einen Gegentorschnitt von 2,77 sowie eine Fangquote von 90,5 Prozent. Lehner gewann seit seinem Wechsel alle drei Starts bei unfassbaren 94,0 Prozent Fangquote, 1,67 Gegentoren/Spiel und einem Shutout. DeBoer hat die Qual der Wahl.

Dallas Stars: Der älteste Kader muss sich offensiv steigern

Tyler Seguin & Jamie Benn

Ultimative Leistungsträger in Dallas: Die Stars-Stürmer Tyler Seguin (l.) und Jamie Benn. Getty Images

Für die Dallas Stars (37-24-8, 59,4 Prozent Punktequote) kam die Corona-Unterbrechung gelegen: Vor der Zwangspause verloren die Texaner sechs Spiele in Serie (0-4-2) und erzielten in den letzten drei Partien zusammengerechnet nur drei Tore. In der Round Robin im Westen tritt Dallas aber nicht nur deshalb als Außenseiter an. Durchschnittlich 2,58 Tore pro Spiel (26.) zeigen an, wo der Schuh drückt: in der Offensive. Hier fehlt es hinter den Ausnahmespielern Tyler Seguin (17-33-50) und Jamie Benn (19-20-39) an Secondary Scoring. Zumal auch die Sommer-Neuzugang Joe Pavelski (14-17-31) und Corey Perry (5-16-21) nicht wie erhofft einschlugen. In den Play-offs wird es nun auch auf die vielversprechenden jungen Stürmer wie Roope Hintz (23, 19-14-33) und Denis Gurianov (23, 20-9-29) ankommen, die im ältesten NHL-Kader (29,63 Jahre alt) für frischen Wind sorgen sollen.

Round Robin - Dallas Stars

Prunkstück der Stars ist die Defensive, die eine derart gute Positionierung möglich machte. Hier hat Dallas eine perfekte Mischung aus defensiv- und offensivstarken Abwehrspielern. Miro Heiskanen (8-27-35), John Klingberg (6-26-32) und Esa Lindell (3-20-23) schafften es nicht umsonst drei Verteidiger unter die Top-9 der besten Scorer. Viel Sicherheit strahlt auch das zuverlässige und hochklassige Goalie-Tandem aus: Ben Bishop (92,0 Prozent Fangquote, 2,5 Gegentore/Spiel, zwei Shutouts) und Anton Khudobin (93,0 Prozent, 2,22, kein Shutout) erwiesen sich als schwer bezwingbar.

kicker-Tipp: Dallas geht als Außenseiter in diese "Vorrunde" und wird auf Platz vier landen. Auf den Plätzen eins bis drei werden Nuancen entscheiden. Vegas kommt am schnellsten in Form und landet ganz vorne vor Colorado und St. Louis. In den folgenden Play-offs aber bleiben die Avalanche der Top-Favorit.

Christian Rupp

Trade-Alarm in der NHL: Die wichtigsten Wechsel vor Ende der Deadline