3. Liga

Stefan Kutschke droht FCN-Coach Wiesinger - Oral gibt Referee die Schuld

Turbulente Szenen nach dem Relegationsspiel in Ingolstadt

Kutschke droht Wiesinger - Oral gibt Referee die Schuld

Rudelbildung im Großformat: Nach der Partie in Ingolstadt ging es rund zwischen den Spielern.

Rudelbildung im Großformat: Nach der Partie in Ingolstadt ging es rund zwischen den Spielern. imago images

Erst kam die Wut, dann der Frust. Direkt nach dem Schlusspfiff entluden sich die Emotionen bei den Ingolstädtern, es kam zu einigen Handgreiflichkeiten mit den Club-Spielern. Die hatten nach Ansicht der Schanzer wohl zu ausgiebig gefeiert nach dem Tor von Fabian Schleusener in der 96. Minute und dem kurz darauf folgenden Abpfiff. "Es gibt schlechte Verlierer und noch viel schlechtere Gewinner", sagte Ingolstadts Marcel Gaus.

Die vermeintlich "schlechten Gewinner" brachten in erster Linie Stefan Kutschke auf die Palme. Der Ingolstädter knöpfte sich erst Schiedsrichter Christian Dingert vor und geriet dann vor allem mit Fabian Nürnberger aneinander (beide Spieler sowie Trainer Tomas Oral erhielten die Gelbe Karte). Immer wieder riss sich der 31-Jährige los, erst Marek Mintal - beide kennen sich aus gemeinsamen Club-Zeiten - bekam ihn halbwegs unter Kontrolle.

Kutschke will, dass Wiesinger "ein Mann ist"

Kutschke drohte sogar dem FCN-Trainer Michael Wiesinger auf dem Weg in die Kabine Prügel an. "Komm hier rein und sei ein Mann", sagte er nach "Bild"-Angaben. Angesprochen auf die Aussage zeigte Wiesinger, von 2008 bis 2010 selbst in diversen Trainerfunktionen beim FCI tätig, nach der Partie Verständnis. "Wir hätten vielleicht mit mehr Gefühl agieren müssen, vielleicht auch schneller in die Kabine gehen." Vor Kutschke habe er "höchsten Respekt", die Ingolstädter seien "alles gute Jungs. Die Mannschaft steht schon auch für Mentalität und Charakter."

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Dass die Emotionen nach so einem Spiel überkochen, war in der Tat verständlich. Doch Kutschke, der als Kapitän eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen sollte, hatte sich schon vor der Pause mächtig daneben benommen und unter anderem mit "Trash Talk" gegenüber Enrico Valentini für Kopfschütteln gesorgt. Auch Maximilian Beisters Beschimpfungen von der Tribüne aus in Richtung Club-Bank waren während des Spiels unüberhörbar.

Oral ärgert die Nachspielzeit - und das zu Recht

Doch nicht nur die Club-Spieler wurden zu Ingolstadts Zielscheiben, sondern auch der Schiedsrichter. Oder besser gesagt die Schiedsrichter: "Letzte Woche macht Würzburg durch einen ungerechtfertigten Elfmeter das 2:2 (wodurch der FCI in die Relegation musste, d.Red.), und heute lässt er fünf Minuten nachspielen", ärgerte sich Oral. Eine Kritik, die gerechtfertigt war, die lange Nachspielzeit war in der Tat unverständlich.

Die Qualität hat der Schiedsrichter gezeigt. Das war nicht eure Qualität.

Tomas Oral in Richtung Michael Wiesinger

Daneben lag Oral allerdings mit seiner Beschwerde, dass nicht genau nach fünf Minuten abgepfiffen wurde, sondern noch "die sechste, siebte, achte Minute" nachgespielt wurde. Wegen der Behandlung von Gaus und zweier Wechsel war Dingert sogar dazu verpflichtet, ein paar Sekunden draufzulegen. Es waren letztlich 27, als der Ball die Linie überquerte. Und: Dingert pfiff die Partie auch danach nicht ab, einen Angriff bekamen die Schanzer noch nach dem 1:3. Doch der versiegte.

Blieb noch die Frage, ob Nürnbergs Michael Frey vor dem Tor ein Foulspiel an Nico Antonitsch begangen hatte. Oral erklärte: "Wenn Kontakt da ist, ist es Foul." Doch weder Dingert noch der Videoreferee griffen ein, was durchaus vertretbar war. "So zurückzuschlagen", sagte Wiesinger über das Tor, sei "auch eine Qualität, und die haben wir gezeigt". Dann wurde er von Oral unterbrochen: "Die Qualität hat der Schiedsrichter gezeigt. Das war nicht eure Qualität."

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Bilder zur Partie FC Ingolstadt 04 - 1. FC Nürnberg