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Jack Charlton ist tot - Englands Fußball trauert

Weltmeister von 1966 gestorben

Englands Fußball trauert um Jack Charlton

Jack Charlton tot

Der Fußball-Weltmeister von 1966 Jack Charlton ist im Alter von 85 Jahren gestorben. imago images

"Rest in peace Jack", twitterte Charltons langjähriger Klub Leeds United anlässlich des Todes des Abwehrspielers. In einem Highlight-Video sind die besten Szenen des 35-maligen englischen Nationalspielers zu sehen. Das größte Highlight seiner Karriere war der WM-Sieg 1966 im eigenen Land, den er zusammen mit seinem Bruder Bobby durch ein 4:2 im Finale gegen die DFB-Auswahl errang. FA-Präsident Greg Clarke bezeichnete Charlton am Samstag als einen "wahren Giganten des englischen Fußballs", der als "warmherziger, nachdenklicher Mann" in Erinnerung bleiben werde.

Treu als Spieler - Ära als irischer Nationaltrainer

Der englische Fußballer des Jahres 1967 blieb Leeds United während seiner gesamten Spielerkarriere treu und absolvierte 773 Begegnungen. Nach seinem Karriereende 1973 schlug er eine Trainerlaufbahn ein. Gleich in Charltons erster Saison beim FC Middlesbrough (1973-1977) wurde er zum Trainer des Jahres gewählt. Nach weiteren Stationen bei Sheffield Wednesday (1977-1983) und Newcastle United (1984-1985) legte Charlton eine Pause ein.

So ganz ohne Fußball konnte Charlton dann aber doch nicht und übernahm 1986 überraschend den Posten als irischer Nationaltrainer. Unter seiner Leitung kämpften sich die "Boys in Green" aus dem Mittelmaß heraus und erreichten die Endrunde der Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Zwar schied Irland nach der Vorrunde aus, doch im ersten Gruppenspiel schlug Irland Charltons Heimatland England mit 1:0 - ein riesiger Prestige-Erfolg. Bei der WM 1994 in den USA gelang es Irland sogar, bis ins Achtelfinale vorzudringen (0:2 gegen die Niederlande). Der irische Fußballverband nannte ihn in seiner Beileidsbekundung "den Trainer, der den irischen Fußball für immer veränderte".

Nach der verpassten Qualifikation zur EM 1996 trat Charlton 1995 von seinem Amt zurück und beendete mit 60 Jahren seine Trainerkarriere. Danach wurde es still um den einstigen Kämpfer in der Verteidigung Englands, den Nebenmann des grazileren Bobby Moore. Seinen letzten Kampf hat Charlton am Freitagabend nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren verloren.

sts